K & U-die Weinhalle-der Weinversand

Kompromißlos handwerklich hergestellte Weine aus seriösem Weinbau

ohne die üblichen und machbaren Manipulationen im Keller

aus Kalifornien, Frankreich, Italien, Spanien, Österreich und Deutschland. Weine voller Charakter und Stil, nicht stromlinienförmig konsumentenfreundlich, sondern mit so viel Geschmack und Ausstrahlung wie möglich; authentisch und vornehmlich aus weniger bekannten Regionen: Von der Loire, aus Cahors, dem Bergerac, dem Languedoc-Roussillon, der Rhone, aus Oregon, Washington State und Kalifornien, aus Apulien oder den Marken, von der Mosel oder dem Mostviertel.

Radoar "Etza" Eisacktaler Müller-Thurgau trocken

Italien : Südtirol : Az. Agr. Radoar

Weißwein : Müller-Thurgau : 2004

Mit seinem glasklaren muskatgewürzten Müller-Thurgau „Etza“ gelingt Norbert Blasbichler ein Musterstück an Präzision des Rebsortencharakters. Kraft im Ausdruck und Kontur im Mundgefühl prägen würzig pikante Muskataromen, präzise Müller-Thurgau, glasklar und transparent, komplex in Duft und Geschmack. Seine phenolische Cremigkeit weist unmißverständlich auf Spontanvergärung und langen Ausbau auf der Hefe hin, wirkt komplex eingebunden in reintönige Aromatik, die assoziativ Duft und Geschmack verbindet. Rassige, cremig wirkende, fast analytisch sich über die Zunge ziehende Säure, geprägt vom höchsten Weinberg Südtirols, prononciert die puristische Klarheit dieses mineralisch pikanten Weines. Fokussiert wie ein Laserstrahl.

Bianco du Custoza "Corte Gardoni"

Italien : Veneto : Az. Agr. Corte Gardoni

Weißwein : Cuvée (diverse Rebsorten) : 2005

Gianni Piccolis beliebter „Bianco du Custoza“ vom südlichen Ende des Gardasses ist ein blitzblanker, reintöniger, spritzig unkomplizierter Weißwein aus Garganega, Trebbiano toscano, Trebbianello, Chardonnay und anderen lokalen Rebsorten - der Wein für den schnellen Weindurst, für die Trattoria, die Party, die Urlaubserinnerung, das Sentiment. Ohne Ecken, ohne Kanten, zwar auch weitgehend ohne Charakter, dafür aber unbekümmert und fröhlich ohne Anlaß zu genießen, mit Freunden und mit Freude und deshalb unverändert populär. "Frisch und spritzig" sei dieser Wein, sagen ihm italophile Weintrinker nach, und so ist Gianni Piccolis „Bianco di Custoza“ ein heimlicher Renner im Programm, der die Sehnsucht nach Urlaubsgefühl prompt in den grauen Alltag bringt.

Prosecco Spumante "Extra Dry" Valdobbiadene

Italien : Veneto : Cantina Drusian

Prosecco : Prosecco : ohne Jahr

Guter Prosecco liefert Lebensfreude durch sprühende Schaumweinperfektion, die nach nicht viel schmeckt - und das intensiv. Sein Duft ist animierend frisch und rein; im Mund bezaubert elegante cremige Frische mit weichem Mousseux und trockener, unkomplizierter Struktur. "Extra Dry" bedeutet bei Francesco Drusian eine Dosage von rund 18 g/l. Bekömmlich agierende Säure läßt ihn spielerisch weich und subtil über die Zunge tänzeln und die gekonnte Verarbeitung malträtiert nicht mit aggressiver Kohlensäure, man genießt. Wohltuende Entspannung. Ein brillant gemachter, authentischer Prosecco. Es geht auch ehrlich.

Valpolicella Classico Superiore "Ravazzol"

Italien : Veneto : Ca´La Bionda

Rotwein : Corvina, Rondinella & Molinara : 2005

Der Inbegriff eines Valpolicella. Transparent in der Farbe mit rubinroten Reflexen; den Wein durchzieht eine erfrischend trockene Säureader und meine Frage nach dem pH-Wert bestätigt meine Vermutung: pH 3,2. Der ist das Geheimnis dieses Klasseweins! Die kargen Kalk- und Lößterrassen vermitteln ihm nicht nur spürbare Mineralität, sondern auch kühle Struktur, die durch die weniger körperreichen, dafür aber um so duftigeren und aromatischen Rebsorten Corvinone und Oseleta verstärkt wird. Die Erträge der 30 bis 50 Jahre alten Reben sind niedrig; auf steilen Terrassen ziehen sie sich gleich hinter dem Haus bis auf 250 m Höhe hinauf, teils in Pergola, teils in Guyot-Erziehung. Die mineralische Prägung dieses Mustervalpolicellas wirkt trocken und erfrischend und paßt exzellent zur Küche des Veneto: Geschmortes, deftige Regionalkost wie Pasta mit diversen Sughi, Salami und Schinken – all das begleitet dieser rassig strukturierte, aromatische Lagen-Valpolicella souverän. Authentische Qualität mit Regional-Aura, die hoffen läßt für eine Region, die ich schon abgeschrieben hatte.

Barbaresco "Rabajà"

Italien : Piemont : Cascina Luisin

Rotwein : Nebbiolo : 2001

Im Jahrgang 2001 beschädigte schwerer Hagel am 16. April große Teile der Lage "Rabajà" und reduzierte damit schon früh im Rebjahr den späteren Ertrag. Der Jahresverlauf danach war fast ideal, die verbliebenen Trauben konnten in ausgezeichneter Qualität gelesen werden. Roberto Minutos "Rabajà" 2001 ist relativ hell in der Farbe, doch Substanz und Struktur sind ausgewogen und gut strukturiert. Seine dichte Gerbstoffpräsenz wirkt weicher als im "Sori Paolin", hat mehr Mitte, ist vielleicht nicht ganz so präzise definiert, dafür charmanter, süßer und weicher im Trunk. "Rabajà" ist eine der 9 historischen Einzellagen des Barbaresco und hat lehmig-kalkige Böden. Die sorgen für den spröden Charme dieses Weines, mit jener tiefgründigen Dichte, die einen am Glas fast in den Abgrund orientalischer Würzaromen kippen läßt. Der Wein wirkt heute schon so zugänglich und lecker, daß wir ihn nicht mehr groß einlagern würden, auch wenn er sich vermutlich über Jahre weiter entfalten wird. Dies ist traditioneller Barbaresco im besten Sinne. Nie alleine zu trinken, sondern immer zu entsprechender Küche. Mundgefühl pur, Geschmack als Sentiment. Un grande vino!

MunJebel® Bianco 3

Italien : Sizilien : Az. Agr. Frank Cornelissen

Weißwein : Coda di Volpe et al. : 2006

In weiß macht sich der Einfluß der Natur, wie Frank Cornelissen ihn interpretiert, noch stärker bemerkbar als in rot. Sein MunJebel® Bianco verwirrt die Sinne. Hefetrüb, goldgelb, oxidativ in der Erscheinung, aber frisch und belebend im Mund, und das so anders, so ungewohnt gerbstoffbetont, so phenolisch, so natürlich schmeckend, daß man sofort spürt, daß hier ein andere Sprache gesprochen wird, eine, die man nicht kennt. Frank Cornelissens Bianco ist eine Cuvée alter lokaler Rebsorten. Coda di Volpe, Carricante und Grecanico Dorato-Trauben, Rebsorten, über die man nicht viel weiß, werden entrappt, mit den Füßen eingemaischt in einem hölzernen Behälter und dann samt Beerenschalen in Amphoren vergoren, ganz nach alter georgischer Ur-Wein-Machart. Deshalb die phenolischen Elemente in dem Wein, die sich als massive Gerbstoffe bemerkbar machen, die aber raffiniert nicht nur den Alkohol puffern, sondern dem Wein merkwürdig unerwartete Frische verleihen. Reife Äpfel- und Birnenschalen prägen sein Bukett, gelbe Blüten, braune Gewürze, expressive Natürlichkeit, die man kaum einordnen kann. Im Mund breite, cremige, bekömmliche Bitterkeit in dichter Weinmasse. Unbekanntes Weinerlebnis von berührender Frische und Eigenart. Archaischer Weingenuß. Urwein. Reset-Taste drücken. Neustart und dann abtauchen in ein neues Erleben von Wein, das den Horizont nachhaltig erweitert. Nichts für jeden Tag, nichts, was man ständig trinken möchte. Aber urwüchsig natürliches Weinerleben, das die traurige Standardisierung moderner Weißweine eindrucksvoll beklagt. Letzte Offerte, wird nicht nachgekauft. Schwefelfreie Weine machen keinen Sinn.

Rosso 4 (del Frank)

Italien : Sizilien : Az. Agr. Frank Cornelissen

Rotwein : Cuvée (diverse Rebsorten) : 2006

Frank Cornelissen geht seinen mutigen Weg konsequent. Er bietet nicht nur teuere Spitzenweine an, er widmet seine Natur-Philosophie auch einem netten kleinen Bauernwein, den sich jeder leisten kann, der ihn sich leisten will. Sein „Rosso del Contadino“ läßt Sie eintauchen in die Welt des Naturweines. Jeder Wein sollte Natur sein. Insofern ist das Wort „Naturwein“ nicht schön. Aber mit diesem Wein im Glas versteht man es, denn er macht besagte „Natur im Wein“ eindrucksvoll spür-, riech-, schmeck- und nachvollziehbar. Cornelissens bescheiden auftretender „roter Bauernwein“ ist eines jener raren, ursprünglichen Weinerlebnisse, die an uralten georgischen Weinbau erinnern; so oder ähnlich haben Rotweine vor der modernen Önotechnik geschmeckt. Provokation des erfahrenen Gaumens. „Fehlerhaft“ zumeist die Reaktion. Pure Natur im Glas. Kein Schwefel während der gesamten Weinbereitung. Keinerlei sonstige Additive. Weiße und rote Trauben alter autochthoner sizilianischer Rebsorten, von Carricante über Inzolia zu Cattaratto, Alicante und Nerello, wurden ohne Selektion gelesen, teilweise entrappt, teilweise auch nicht, mit den Füßen eingemaischt, und dann spontan in kleinen Polycarbonat-Tanks vergoren bis zum Ende der alkoholischen Gärung, was ca. 40 Tage dauerte. Nach der Presse kam der Wein in 400l große, in die Erde eingelassene Amphoren, in denen er 10 Monate reifte. Unfiltriert auf der Hefe gefüllt, präsentiert er sich entsprechend trüb. Mit diesem Bauernwein in des Wortes Sinne knüpft Frank Cornelissen an alte sizilianische Tradition an; die Hefe hält den Wein auf der Flasche stabil. Er sollte deshalb unbedingt unter 18°C gelagert werden und relativ schnell (und am besten kühl) getrunken werden. Am besten in Phasen abnehmenden Mondes. Da wird er klarer und offenbart sich harmonischer. Wie er schmeckt? Im merkwürdig frischen Duft die typischen „Natur“-Aromen frisch aufgegossener Blätter grünen Tees, eingebettet in animierende Fruchtwürze reifer Zwetschgen, Waldbeeren und reifer Kirschen. Im Mund spröde, präsente Tannine, die sich vorne im Mund niederlassen, den sie intensiv auskleiden, dabei aber auf ungewohnte Weise frisch und animierend wirken. Der Wein wirkt trinkfreudig, macht Lust auf den nächsten Schluck und ist doch so archaisch direkt, so unbekannt, so ungewohnt, daß man staunt. Der Wein provoziert eine neue Sprache Weinerlebnis und stellt ein Extrem dessen dar, was Wein sein kann. Lassen Sie sich darauf ein. Spannend ist Cornelissens „Rosso del Contadino“ allemal. Neu im Programm und eigentlich schon wieder im Abflug ist Frank Cornelissen mit seinen eigenwilligen Naturweinen. Der agile Belgier mit Wohnsitz auf Sizilien widmet seine Natur-Philosophie einem netten kleinen Bauernwein, den sich jeder leisten kann, der ihn sich leisten will. Sein „Rosso del Contadino“ läßt Sie eintauchen in die Welt des Naturweines, denn er macht besagte „Natur im Wein“ spür-, riech-, schmeck- und nachvollziehbar. Cornelissens bescheiden auftretender „roter Bauernwein“ ist eines jener raren, ursprünglichen Weinerlebnisse, die an uralten georgischen Weinbau erinnern; so oder ähnlich haben Rotweine vor der modernen Önotechnik geschmeckt. Provokation des erfahrenen Gaumens. „Fehlerhaft“ zumeist die Reaktion. Pure Natur im Glas. Keine Spritzmittel im Weinberg, kein Schwefel während der gesamten Weinbereitung, keinerlei sonstige Additive. Weiße und rote Trauben alter autochthoner sizilianischer Rebsorten, von Carricante über Inzolia zu Cattaratto, Alicante und Nerello, wurden ohne Selektion gelesen, teilweise entrappt, teilweise auch nicht, mit den Füßen eingemaischt, und dann spontan in kleinen Polycarbonat-Tanks vergoren bis zum Ende der alkoholischen Gärung. Unfiltriert auf der Hefe gefüllt, präsentiert er sich entsprechend trüb. Deshalb sollte er unbedingt unter 18°C gelagert werden und relativ schnell (und am besten kühl) getrunken werden. Im merkwürdig frischen Duft entdeckt man die typischen „Natur“-Aromen frisch aufgegossener Blätter grünen Tees, eingebettet in animierende Fruchtwürze reifer Zwetschgen, Waldbeeren und reifer Kirschen. Im Mund spröde, präsente Tannine, die sich vorne im Mund niederlassen, den sie intensiv auskleiden, dabei aber auf ungewohnte Weise frisch und animierend wirken. Der Wein wirkt so archaisch direkt, so unbekannt, so ungewohnt, daß man staunt. Er provoziert und stellt ein Extrem dar. Wir stellen Ihnen die Weine des jungen Belgiers hier einmalig vor und werden sie nicht nachkaufen. Sie sind interessant als einmalige Erfahrung, ständig trinken möchten auch wir sie nicht. Lassen Sie sich trotzdem mal darauf ein. Spannend ist Cornelissens „Rosso del Contadino“ auf jeden Fall!

Magma® Rosso 4 "Vigne Alte"

Italien : Sizilien : Az. Agr. Frank Cornelissen

Rotwein : Nerello Mascalese : 2004

Die Spitze der Produktion des winzigen Weingutes. Man muß Magma® im direkten Vergleich mit den anderen Weinen Frank Cornelissen vergleichen. Nur dann bemerkt man die strukturelle Präzision und eigenartige Intensität dieses biblischen Weines. Magma®, eine knallharte Auslese am Stock und während der Kelterung. Etna-Wein, wie er einst geschmeckt haben könnte. 100 % Nerello Mascalese von bestimmten Lagen und Parzellen, von Hand Traube für Traube geprüft, gelesen und von Hand gekeltert, mit den Füßen eingemaischt. In Amphoren vergoren und ausgebaut. Ungeschwefelt, ungeschönt und unfiltriert nach langem Amphorenaubau gefüllt. Instabil, also unbedingt bei unter 16-18°C zu lagern. Großer alter, traditioneller Nebbiolo kommt einem in den Sinn, mit jener spröden Schicht feinkörniger, präsenter Gerbstoffe versehen, die den Mund trocken und erfrischend zugleich auszukleiden versteht. Auch großer zart dichter Pinot Noir aus Burgund klingt an. Und doch erklärt sich Magma® auf ganz eigene Weise, widersetzt sich, sperrt sich bekannter Weininterpretation, steht für sich und harrt der Entdeckung kundiger Zungen, die sich ihr ergeben. Ein eigenwilliges Naturereignis, einmalig in der Welt des Weines, einmalig auch bei uns, letztmalig im Angebot.

Collio Bianco DOC "Oslavje"

Italien : Friaul : Az. Agr. Radikon

Weißwein : Chardonnay, Sauvignon Blanc & Pinot Grigio : 2000

Die konsequent biodynamische Arbeitsweise, die Stanko und Suzana Radikon seit sieben Jahren konsequent betreiben, zeitigt ihre Wirkung. Die Weinberge sind in besserem Zustand, die Reife der Trauben, die Qualität von Stiel und Stengel, von Beerenschale und Blattwerk, verändert sich von Jahr zu Jahr und Stanko ist glücklich über seine Entscheidung, beides miteinander kombiniert zu haben. Konsequent und kompromißlos ist dieser Mann, der sich eine Philosophie der Weinbereitung, basierend auf alten Methoden und Erfahrungen, ersonnen hat, die ihn zu einer einmaligen Figur im Weltweinzirkus macht.
Sein junger „Oslavje“ des großen Jahrgangs 2000 aus Pinot Grigio, Chardonnay und Sauvignon Blanc wurde kürzlich gefüllt und zeigt rassige, nervige Textur, komplexe Dichte und eine fast dicke Materie im Mund, durch die aber strahlend brillante Nervigkeit, Frische und Mineralität hindurchblitzt. Man erkennt unschwer, daß der Wein klarer, definierter geworden ist, stilistischer und noch stimmiger in der Konzeption, man muß aber auch feststellen, daß diese Weinbereitung ein Tanz auf Messers Schneide ist. Stanko Radikon hat Partien im Keller, die fehlerhaft sind bzw. sich in Stadien befinden, wo Zweifel angebracht sind, ob sie sich noch einmal in die richtige Richtung bewegen werden oder aber dem Verderb anheim fallen. Dieser Mann geht extremes Risiko ein. Doch wenn es ihm und der Natur paßt, dann präsentiert er singuläre Weinpersönlichkeiten, die zu den größten der Welt gehören – wie dieser extrem gelungene und vielversprechende Oslavje 2000, der vielleicht beste junge Wein aus seinem Keller (optimal reif ab 2008, unbedingt 24 h vor Genuß dekantieren, bei 15° servieren). Die biodynamische Arbeitsweise, die Stanko und Suzana Radikon seit Jahren konsequent betreiben, zeitigt ihre Wirkung. Ihr „Oslavje“ des großen Jahrgangs 2000 aus Pinot Grigio, Chardonnay und Sauvignon Blanc zeigt nervige Textur, komplexe Dichte und fast dicke Materie im Mund, durch die brillante Frische und Mineralität hindurchblitzt. Die riskante Weinbereitung nach Art der alten Georgier ist ein Tanz auf Messers Schneide. Doch wenn sie gelingt, dann präsentiert sie singuläre Weinpersönlichkeiten, wie diesen dunkelgelben, nach reifen Äpfel- und Birnen duftenden Oslavje 2000, der erstaunliche Gerbstoffe durch die lange Maischestandzeit besitzt und der vielleicht beste junge Wein im Keller der Radikons ist (unbedingt 24 h vor Genuß dekantieren, bei 15° servieren).

"Mason" Pinot Noir

Italien : Südtirol : Manincor

Rotwein : Pinot Noir = Spätburgunder : 2004

„Mason“, Manincors „einfacher“ Pinot Noir aus Mazzon, der vielleicht besten Blauburgunder-Lage Südtirols. 350 Meter hoch gelegen. Der Boden prägt sein Temperament: sandige Lehmböden mit hohem Ton- und Kalkanteil, temperaturregulierend, Wasser und Nährstoffe speichernd, kräftige Böden, die herzhaften Charakter verleihen. Den entfaltet der Wein in frischem, animierend ätherischem, duftig komplexem Bukett, das von roten Beeren über Kirschen bis zu orientalischen Gewürzen einen breiten Fächer entfaltet. Ein erstaunlich „pinot-iger“ Pinot, der Spaß macht. Vielleicht nicht mit der ganz großen Länge und Ausstrahlung ausgestattet, die erwartet man zu dem fairen Preis auch nicht. Doch seine schöne Extraktsüße wirkt intensiv und geschmeidig in Duft und Geschmack, hat genau die richtige Dosis Holz mitbekommen und verwöhnt Zunge und Gaumen mit aromatischer Tannindichte. Zu dem Preis ein exzellenter Pinot Noir mit Stil und Ausstrahlung, ein echter Botschafter der Rebsorte. Und das „typisch Südtirol“.

Barbera d´Asti "Monsicuro"

Italien : Piemont : Villa Terlina

Rotwein : Barbera : 2001

Diese unglaubliche Barbera ist einer der bemerkenswerten italienischen Rotweine, von dem die Presse noch kaum Notiz genommen hat. Das kleine Weingut, das erst seit 1997 aus langjährigem Dornröschenschlaf erwachte, ist noch immer unentdeckt, was in Anbetracht der herausragenden Qualität der Weine verwundert, aber nicht überrascht, wenn man bedenkt, wer heute über Italien und seine Weine schreibt. Wir überlassen es also Ihnen, ob Sie uns vertrauen, wenn wir Ihnen diese Barbera als eine der großen Entdeckungen Italiens anbieten. Der Weinberg, der gegenüber von Prunottos berühmten „Costamiole“ liegt, muß jedenfalls magische Kräfte besitzen, anders läßt sich die Frische und Feinheit in den Gerbstoffen dieses Riesen von Wein nicht erklären. Daß der Jahrgang 2001 einer der größten seit 1982 im Piemont ist, hat sich inzwischen herumgesprochen. Und dieser gewaltige Wein gehört definitiv zu den großen des Piemont. Er bezaubert uns immer wieder aus Neue mit dichter, faszinierend frischer, vor Substanz und Komplexität fast berstender Textur auf der Zunge. Den Wein prägt eine rare Frucht- und Würzsubstanz in den Gerbstoffen, die präzise und reproduzierbar einen Charakter definiert, der eindrücklich ist, der rar ist und fast schockierende Qualität offenbart, die man in dieser Perfektion nicht oft erlebt. Für dieses Weingut setzen wir uns mit aller Kraft ein: Italien von seiner interessanten Seite. Die Zeiten sind hart geworden für Barbera, denn auf diese Rebsorte hat der Markt nicht gerade gewartet. Das weiß der promovierte Agronom Paolo Alliata sehr wohl, dennoch verwirklicht er konsequent und mit klarer Vision auf „Villa Terlina“ seinen Traum, der auf Stationen bei Graf Neippberg in St. Emilion und anderen Spitzenweingütern der Welt heranreifte. Wie viele andere Quereinsteiger auch, ist er ein ausgefuchster und ungewöhnlich erfahrener Vinifikateur, der sich mit Chemie und Physik so intensiv beschäftigt hat, wie er ein erfahrener Verkoster ist, der die Weine der Welt bestens kennt. Dem Weinberg widmet er seine ganze Aufmerksamkeit und Arbeit, im Weinberg entdeckte er damals auch, daß die Klonen im „Monsicuro“ von offensichtlich viel besserer Qualität sein mußten als alle anderen, die er bis dahin kannte. Es war der Weinberg, der damals die Kaufentscheidung auslöste. Per Zufall trafen die beiden Alliatas auf eine Zeitungsannonce, die ihnen dieses Kleinod anbot, das die finanziellen Verhältnisse des jungen Paares allerdings damals deutlich sprengte. Dennoch ließen sich die beiden Jungeltern auf das Wagnis ein, weil Alliata hier das antraf, was er als Italiener in Italien für unmöglich gehalten hatte. Über hundert Jahre alte Barberastöcke standen hier auf steilen Hängen in einer Pflanzungsdichte, die heute weltweit als Standard für Spitzenqualitäten gilt: Zehntausend Stöcke pro Hektar, alle zwischen fünfzig und hundert Jahre alt, sorgen in diesem Spitzenbarbera für eine exotische Dichte an Komplexität, die Gänsehaut verursacht, die staunen läßt ob einer unglaublich massiven, aber äußerst feinkörnigen Tanninpräsenz, die auf sensationelle Weise die schier endlose Kühle und noble Fruchtfülle dieses Riesen von Wein im Mund verteilt. Eine (noch) unbekannte Barbera der Superlative von eigenwilligem und eigenständigem Stil, der alles andere als modisch ist. Er besitzt nicht jene typisch seifigen Barbera-Holznoten, die vielen Journalisten noch immer als Qualitätsmerkmal dienen; er hat nicht die durch Überschönung säurearme, weiche, füllige Textur, die das Gros der bekannten Barberas zur Uniformität verformt. Diese Barbera wagt Charakter, wagt Kraft und markante Kontur. Diesen Wein müssen Sie mit den großen der Welt vergleichen, denn hier wird die zweitklassige Rebsorte Barbera erstklassig und besitzt Größe. Das scheint vor über hundert Jahren der damalige Eigner dieses großen Terroirs geahnt oder sogar gewußt zu haben, sonst hätte er nicht so weit vorausschauend gepflanzt. Alliatas erkannten das Potential und setzen es heute mit großer Kompetenz und Sensibilität in entsprechende Qualität um. Es wird sich lohnen. Endlich ist er eingetroffen – der langersehnte Jahrgang 2001 dieses gigantischen Weines, der bestätigt, was wir damals, als wir ihn zur Subskription anboten, verkündeten: Dies ist tatsächlich einer der größten italienischen Rotweine, den wir in den letzten Jahren probierten. Dies ist und bleibt keine Übertreibung! Daß der Jahrgang 2001 einer der größten seit 1982 im Piemont ist, hat sich inzwischen herumgesprochen. Dieser unglaublich tiefgründige Stoff bezaubert mit dichter, faszinierend frischer und vor Frucht und Würze berstender Textur auf der Zunge. Die rare Tiefe seiner Gerbstoffe definiert präzise und reproduzierbar seinen Charakter. Es ist fast schockierende Qualität, die auch wir in dieser Perfektion nicht oft erleben. Diese edelste uns bekannte Barbera liefern wir ab Ende November aus. Freuen Sie sich auf ein Weinerlebnis der besonderen Art.

Rosso Piceno DOC

Italien : Marken : Az. Agr. Conte Saladini Pilastri

Rotwein : Sangiovese & Montepulciano : 2006

Der einfachste Wein im Portfolio von Saladini Pilastri ist dieses Jahr der überzeugendste. Köstlich einfach schmeckt die Basisqualität, eine Cuvée aus 70 % Sangiovese und 30 % Montepulciano. Für Saft und Frucht per Reinzuchtvergärung in Edelstahltanks vergoren und anschließend in großen alten Fässern ausgebaut, liefert der fruchtbetonte Ausbau dem unkompliziert süffigen Alltagswein einen Charme, der ihn mühelos und mit Vergnügen „einfach so“ wegtrinken läßt. Dunkel transparent in der Farbe, verströmt er süßen, fruchtigen Duft und wirkt auf der Zunge angenehm trocken, ohne spröde zu sein oder Adstringenz zu vermitteln. Die Sangiovese dominiert mit ihrer würzigen, beerigen, süffig süßen Art über den eher erdigen und stets etwas schweren Montepulciano und präsentiert sich deshalb als saftiger, mustergültig solider und ehrlicher Tropfen, der zu äußerst fairem Preis angenehm schlicht und bescheiden wegzutrinken ist. Wir kennen kaum einen preiswerteren Rotwein für jeden Tag in Italien, der einen ähnlich stimmigen „Genußfaktor“ garantiert.

"I Masieri" rosso, vino da tavola

Italien : Veneto : Az. Agr. La Biancara

Rotwein : Merlot & Cabernet Franc : 2006

Eine ungewöhnlich trinkfreudige und bekömmlich leichte Cuvée aus 50 % Merlot, 30 % Lagrein und 20 % Cabernet Franc. Glasklare, präzise Frucht, die Angiolino Maule in Edelstahl und großem Holzfaß bewußt auf Frucht ausbaute. Der angenehm leichte Wein besitzt pikante Säure, die ihn ätherisch reintönig und präzise in animierender Frische über die Zunge zieht. Vulkanische Böden liefern trockene Gerbstoffe, die unaufdringlich wirken und feinkörnig tragend und in Verbindung mit Speisen ungewöhnlich appetitanregend wirken. Der Wein lebt von seinen belebenden traubeneigenen Gerbstoffen, die ihm eigenwillige Finesse und sprödes Spiel vermitteln. Ein mutig einfacher Alltags-Rotwein von charaktervoller Natürlichkeit, vorbildlicher Individualität und visionärer Frische.

"La Gioia" Vino da Tavola rosso IGT

Italien : Toskana : Az. Agr. Riecine

Rotwein : Sangiovese & Merlot : 2004

„La Gioia“ riecht und schmeckt so wertvoll und balsamisch wie es nur die Toskana kann. „La Gioia“ entsteht aus rigoroser Traubenselektion verschiedener Parzellen und Weinbergsherkünfte, basiert auf Sangiovese, enthält aber auch andere Rebsorten in kleiner Dosis. Sie ist wohl als „elitäre Betriebscuvée der besten Partien in Keller und Weinberg“ am besten beschrieben. Über zwei Jahre in neuen und gebrauchten Barriques gereift, präsentiert sich dieser „Super-Tuscan“ (das gruselige Wortungetüm wird dem Wein nicht im Ansatz gerecht!) eindrucksvoll komplex und tiefgründig in Duft und Geschmack, vollgepackt mit betörender Würze und dunkler Fruchtfülle in sinnlicher Ausstrahlung. Er wirkt warm und kühl zugleich. Seine innere Dichte und wohltuende Harmonie verwöhnen mit lange nachklingenden, süßen Gerbstoffen. Bezaubernd die spröde Ausstrahlung mit dem Charme der Landschaft, aus der dieser Wein stammt. „La Gioia“ ist die Referenz. Sie schmückt so manchen Abend mit berührender Authentizität und macht den noblen Landadeligen aus seriösem Bioanbau zum Weinerlebnis, auf das man Lust verspürt. Einer jener Rotweine der Toskana, der die Karaffe nicht nur verträgt, sondern mit Genuß belohnt.

Rosso Piceno Superiore "Vigna Monteprandone"

Italien : Marken : Az. Agr. Conte Saladini Pilastri

Rotwein : Sangiovese & Montepulciano : 2004

„Monteprandone“ ist Saladini Pilastris Flaggschiff aus 70 % Montepulciano und 30 % Sangiovese. Der Wein stammt von einer bestimmten Lage am Colle Navicchio, wo 36 Jahre alte Reben einen trockenen stoffigen warmen Rotwein liefern, der 18 Monate in neuen französischen Tonneaux reifte, um schließlich unfiltriert und ungeschönt gefüllt zu werden. Seine tiefschwarze Farbe, sein reifer süßer Beerenduft, in dem pfeffrige Gewürznoten für spannende Akzente sorgen, und der satte Extrakt münden in präsente, etwas spröde, aber lebendige Gerbstoffe, die ein Musterexemplar eines Rosso Piceno charakterisieren, der aus biologischem Anbau stammt und zu den großen seiner Art in den Marken gehört. Charakter, regionale Typizität und ungeschminkte Authentizität äußern sich in wilder Frucht und kraftvoller Tannindichte, ungezügelt und doch gekonnt gezähmt, und liefern eine seriöse Flasche Rotwein, die zu deftiger italienischer Regionalküche den idealen Begleiter abgibt, rustikal im besten Sinne, expressiv und natürlich in der Ausstrahlung.

Valpolicella Classico

Italien : Veneto : Ca´La Bionda

Rotwein : Corvina, Rondinella & Molinara : 2006

Valpolicella ist irgendwie noch immer Inbegriff italienischen Rotweines. Doch was für traurige Exemplare verunstalten das glorreiche Image! Weiß überhaupt noch jemand, wie „echter“ Valpolicella schmeckt? So wie dieser hier von „Ca´la Bionda“! Transparent in der Farbe. Rubinrote Reflexe signalisieren erfrischende Säureader, die spürbar die Mineralität verstärkt und die kühle, magere Struktur mit Länge versieht. Körperreich ist Valpolicella nie. Dafür um so duftiger und aromatischer. Wieder sind es Corvinone und Oseleta, die auf steilen Terrassen bis auf 250 m Höhe stehen und den trockenen, spröde mineralischen Charakter des Weines verantworten. Seine dünne, fast sauere Struktur mit dem würzigen Hauch von Bittermandel im Nachklang harmoniert perfekt mit der Regionalküche des Veneto: Geschmortes, Pasta mit deftigen Sughi, köstliche Antipasti, Risotti, Salami, Schinken und Wurstwaren begleitet dieser rassig strukturierte Valpolicella in unvergleichlicher Manier. Am besten gekühlt serviert. Authentischer Regionalwein in schonungsloser Natürlichkeit.

"Myrto" I.G.T. Vigneti delle Dolomiti Bianco

Italien : Trentino : Az. Agr. Foradori

Weißwein : Cuvée (diverse Rebsorten) : 2005

Elisabettas „Myrto“ ist eine erfrischend unitalienische Cuvée, die doch ganz italienisch schmeckt. 60 % Sauvignon Blanc und 40% Incrocio Manzoni, eine alte Kreuzung aus Riesling x Weißburgunder, werden zum Teil in Holz gereift, zum Teil in Edelstahl ausgebaut. Daraus entsteht ein nachhaltig aromatischer Weißwein mit weichem, frischem Mundgefühl, den wir zu sommerlichen Salaten, zu Fisch vom Grill und zu hellem Fleisch empfehlen. Auch hochwertige Hartkäse begleitet er ideal. Weich, cremig und stoffig kommt er daher, mit animierenden Aromen nach Kräutern und weißen Blüten, unterlegt mit feiner Säure und subtilem Körper. Seine „echte“ Frische bezieht er von den tiefgründigen Schotterlagen im Tal rund um Mezzolombardo, anspruchsvoll ist er im Charakter, hochwertig im Geschmack, delikat und elegant in der Mineralität. Ein kompakter Weißwein mit viel Energie, Rasse und Spiel.

Rosato "Contessa Staffa Daunia"

Italien : Apulien : Antica Enotria

Rosé : Montepulciano : 2007

In Italien animierende Rosés zu finden, die einem gelungenen Sommerabend auf der Terrasse Glanz zu verleihen verstehen, ist nicht einfach. Italien hat keine Rosé-Tradition. Der kraftvoll schmeckende Bio-Rosé aus reinsortigem Montepulciano, den Familie Di Tuccio im famosen Jahrgang 2007, der in Süditalien großartig ausfiel, kelterte, besitzt genau die richtige Balance von spröd-herber Trockenheit und blumig-duftiger Transparenz, um sommerliche Vorspeisen, gut gewürzte Salate, aber auch Grillgerichte mit Fisch und Geflügel selbst bei heißen Temperaturen perfekt "schwimmen" zu lassen. Nur acht Stunden stand der Wein auf der Maische, schon hatte er Farbe und Struktur wie gewünscht. Im Mund gefallen leicht herbe Gerbstoffe, die ihm zu sommerlicher Küche die richtige Dosis Frische, Rückgrat und das notwendige Standvermögen verleihen. Ein apulischer Muster-Rosé, der auch an der Côtes d´Azur, der Heimat großer Rosés, Furore machen könnte.

Rosso di Montepulciano "Fossolupaio"

Italien : Toskana : Tenuta Vallocaia-Bindella

Rotwein : Sangiovese : 2005

„Fossolupaio“ ist einer dieser Rotweine im Programm, die kein großes Aufheben um sich machen, die leise wirken im lauten Rauschen des täglichen Abverkaufs, und die sich dabei konstant und kontinuierlich verkaufen, weil sie sichere, einschätzbare Größen sind, auf die man ohne Risiko setzen kann. Der „einfache“ Rosso dieses wohl besten Produzenten in Montepulciano ist zur festen Größe im Programm geworden. Gewiß, er entstammt nicht ökologischem Anbau, er wird auch nicht spontan vergoren und er paßt insofern kaum ins Konzept unserer „langsamen Weine“. Doch die Sorgfalt in Weinberg und Keller hebt die Weine von Bindella weit über den üblichen Standard in der Toscana, auch wenn sie "nur" naturnaher Bewirtschaftung entstammen. Dieser saftige Rosso besitzt dunkel-rubinrote Farbe und verströmt ein würziges, herbstlich wirkendes Bukett nach roten Früchten. Er erinnert an einen Herbstspaziergang mit seinen morbiden Aromen, die so typisch sind für seriöse toskanische Rotweine. Im Mund seidige Saftigkeit, geschmeidige Fülle in animierend frischer Säuretextur – ein Wein der deftige, ursprüngliche Essensbegleitung sucht. Da blüht er auf, das braucht er, um zeigen zu können, was in ihm steckt. Ein duftiger, transparent strukturierter Wein, der Urlaubserinnerungen wachruft und Ihnen als authentische Referenz für seine Herkunft dienen mag. Mit Bindellas charmantem Rosso des Jahrgangs 2003 haben wir großen Erfolg. Er wird auch Ihnen gefallen, mit seiner funkelnd dunkel-rubinroten Farbe und seinem höchst angenehmen würzigen, herbstlich wirkenden Bukett nach roten Früchten, nach Herbstspaziergang, nach morbiden Aromen, wie sie so typisch sind für authentische toskanische Rotweine. Im Mund seidige Saftigkeit, geschmeidige Fülle und animierend frische Säuretextur – ein Wein der deftige, ursprüngliche Essensbegleitung sucht. Da blüht er auf, sie braucht er, um adäquat zeigen zu können, was in ihm steckt. Ein duftig transparent strukturierter Rotwein mit Charme und Ausstrahlung, der Urlaubserinnerungen wachruft und sich als authentische Referenz für seine Herkunft besonders empfiehlt.

Rosso Piceno "Vigna Piediprato"

Italien : Marken : Az. Agr. Conte Saladini Pilastri

Rotwein : Sangiovese & Montepulciano : 2004

Saladini Pilastris Lagen-Wein „Piediprato“ besteht je zur Hälfte aus Montepulciano und Sangiovese. Der Wein stammt von einem 6 ha großen Hügel, der kühleres Mikroklima aufweist als die anderen Lagen und wurde, wenn auch nur kurz, in Barriques harmonisiert. Er verströmt beerig würzige Fülle mit einem Hauch Pfeffer und exotischen Gewürzen im Duft, und liefert kraftvollen Stoff, der über die nächsten drei bis vier Jahre perfekt ausreifen dürfte. Die Rebsorten-Cuvée aus Sangiovese und Montepulciano kursiert in Italien in Hunderttausenden von Flaschen, schließlich sind die Marken der größte Trauben- und Weinlieferant der Toscana - inoffiziell natürlich, doch nur in den Marken entwickelt sie Eigenart und regional erkennbaren Charakter. Wir waren der erste Importeur dieses Weingutes in Deutschland, weshalb sich gerade dieser Wein, den wir ob seines ausgezeichneten Preis-Genuß-Verhältnisses stark forcierten, seit vielen Jahren großer Beliebtheit erfreut. Solide Qualität mit Ursprungscharakter, seriös produziert und vorbildlich realistisch bepreist. Guter Wein für gutes Geld.

Radoar "Loach" Cuvée rot

Italien : Südtirol : Az. Agr. Radoar

Rotwein : Cuvée (diverse Rebsorten) : 2004

„Loach“, eine fruchtige, pikant gewürzte, von schwarzen Johannisbeeren im Duft dominierte Cuvée aus Blauburgunder, Zweigelt und Portugieser. Knochentrocken im Holzfaß ausgebaut, mit Saft und Kraft und viel kühler Frucht und Würze in der Struktur. Die analytische Präzision der Weine von Norbert Blasbichler versteht man wohl erst, wenn man seine Rebgärten, besser Rebzeilen, in Feldthurns gesehen hat. 800 m hoch, mit atemberaubendem Blick über das Eisacktal, im ständigen Windzug gelegen, mit kargen Böden auf Urgestein. Terroir pur. Hier kann man keine weichen, fetten, süßen Schmeichler produzieren, hier hat die Natur zu kämpfen, holt sich die Rebe mühsam, was Klima und Böden ihr geben. Deshalb hat diese Cuvée auch keine Opulenz zu bieten, sondern kühlen, würzigen Körper mit straffer, schlanker, rassiger Textur, analytisch im Charakter, kühl, schlank, präzise. Sehr eigenwillig und eigenständig im Südtiroler Kontext, aber expressiver Terroireinfluß im Glas. Mutiger Rotwein eines mutigen Einzelgängers.

Montepulciano d´Abruzzo "Cataldi Madonna"

Italien : Abruzzen : Tenuta Cataldi Madonna

Rotwein : Montepulciano : 2005

Montepulciano d´Abruzzo - der Inbegriff urwüchsigen, unverfälschten italienischen Regionalweines. Zeigt Charakter und Kraft, ist wild und ungestüm im Geschmack, wagt deftiges Aroma und ist schwarz und undurchdringlich in der Farbe. Kein besonderer Nachklang, keine dominanten Gerbstoffe, keine Tiefe, dafür kernige Substanz, herzhafter Charme, unkompliziert und fröhlich wegzuzwitschern, daß es eine Pracht ist. Solche ungeschminkten Weine verbinden Anspruch mit Wirklichkeit auf bodenständige Weise. Sie begleiten von der einfachen Pasta bis zum guten Gespräch alles unauffällig und angenehm - und das aus der Hand eines Philosophieprofessors, der an der Universität von Rom alles andere lehrt als Einfachheit. Einen Tip wert.

Montepulciano d´Abruzzo DOC "Toni´"

Italien : Abruzzen : Tenuta Cataldi Madonna

Rotwein : Montepulciano : 1999

„Toni´“ ist beeindruckend tiefe würzige Fruchtintensität, wie sie typisch ist für konzentrierten Montepulciano. Die Spitzencuvée des römischen Kant-Spezialisten Luigi Cataldi-Madonna, Professor an der Uni in Rom und nur so nebenbei Winzer, besitzt erfrischende Ecken und Kanten, die wohltuend bäuerliche, ursprüngliche Schönheit definieren. Ein stilistischer Wein, einer der wenigen großen Montepulcianos Italiens, der Eigenart, Charakter und Charisma gleichermaßen in sich vereint. 1999 ist jetzt reif und sollte in den nächsten Jahren getrunken werden.

Nero di Troia IGT rosso

Italien : Apulien : Antica Enotria

Rotwein : Nero di Troia : 2006

Die Rebsorte Uva di Troia, autochthon mit unbekanntem Ursprung, ist da und keiner weiß, wo sie herkommt. Sie gilt als die hochwertigste des italienischen Südens. Trotzdem befindet sich ihr Anbau seit Jahren im Rückgang. Des jungen Luigi di Tuccios ungekünsteltes Exemplar steht als geschmeidig wilder Rotwein, gezügelt aber nicht gezähmt, meilenweit über dem apulischen Durchschnitt. Er ist uns ans Herz gewachsen, dieser rustikale deftige Landwein. Sein würziger Veilchen-Duft sorgt für Aufmerksamkeit und erwartungsvolle Vorfreude, dunkelfarbig aber nicht überextrahiert wirkt er mit dezenten Vanilleanklängen vom kurzen Holzfaßausbau. Inmitten von Kraft und Muskeln fügt er spielerische Säure in typisch süditalienische Macho-Gerbstoffe ein. Weichgespült, wie viele Önologengetränke in Apulien, ist dieser Wein also nicht, er ist aber auch nicht so rustikal wie viele nachlässig produzierte Bauern- und Genossenschaftstropfen. Eigenständig und charaktervoll liefert er vom Duft bis zum Nachklang am Gaumen warme würzige süditalienische Ausstrahlung, unkompliziert und unbeschwert, nicht raffiniert aber ehrlich und zugänglich, schmackhaft und zupackend. Authentischer haben wir die spannende Rebsorte noch nicht in Weingenuß umgesetzt erlebt.

Recioto "La Biancara"

Italien : Veneto : Az. Agr. La Biancara

Süßwein : Garganega : 2002

Aus luftgetrockneten Garganega-Trauben gewinnt Angiolino Maule einen wertvollen Süßwein, der, ganz in der Tradition des Veneto produziert, doch ganz anders schmeckt als das, was man sonst als Recioto bekommt. Der Wein wirkt oxidativ verhalten im Duft, verströmt im Trunk aber vitale Frische, verbindet aromatische Sensibilität und Finesse mit raffinierter Persistenz; weder neues Holz noch uniforme Karamel oder Kaffeearomen quälen hier die Nase, keine plumpe Süße rutscht dick über die Zunge und kein hoher Alkohol malträtiert die Sinne; dafür schmeckt man mit Genuß der subtilen Entfaltung gerösteter Haselnüsse, frisch gebackenen warmen Teiges und reifer Feigen hinterher. Recioto traditionell. Süß ohne süß zu schmecken; viskos in der Struktur, angenehme Substanz für Wohlgefühl. Zu Desserts behutsam einzusetzen, paßt am besten zu raffiniert einfachem Gebäck und klassischen Kuchen. Auch gereifte Hartkäse, die nussige Aromen enthalten, begleitet er ausgezeichnet. Ein Süßwein wie kein anderer. Weiche Fülle, Aromen von warmem Blätterteig und Bratäpfeln – ein ganz eigenwilliger Süßwein aus dem Veneto, der getrockneten Trauben entstammt, die man abgepreßt und zu Wein verarbeitet hat; alte Tradition im Veneto, hier in einem der letzten wirklich authentischen Exemplare aus Bioanbau; Garganega von vulkanischen Böden. Ein Prachtexemplar zum Freude-ohne-Reuetarif!

Spumante Ferrari "Maximum Brut"

Italien : Trentino : Cantine Ferrari

Spumante : Chardonnay : ohne Jahr

Ferraris „Maximum Brut“, eine spezielle, besonders trocken ausgebaute Spumante-Variante aus 100 % Chardonnay von erstklassigen Lagen im Trentino, ein Niveau, das wir all jenen Schaumweinen vorziehen, die sauer, mager, aggressiv und rauh schmecken – und das sind viele. Ferraris „Maximum Brut“ erstaunt, wenn man ihn zum ersten Mal im Glas hat. Angenehm cremige Textur umhüllt nobel und fein die Zunge, zuverlässiges Indiz für sorgfältige, langsame Verarbeitung im Keller; weich und seidig läuft er über die Zunge, knochentrocken, aber reif und sanft, mit hochwertigem Mousseux, das feinperlig und vornehm wirkt, ohne jede Aggressivität. Dieser Spumante schmeckt nach weit mehr, als er kostet, Ferraris „Maximum Brut“ erfüllt seinen Preis mit verblüffender Wertigkeit. Der Chardonnay ist deutlich präsent in Duft und Geschmack; seine feinen nussigen Karamelaromen erinnern an gereifte Blanc-de-Blancs-Champagne, ohne deren manchmal unangenehm aggressive Säure zu besitzen. Die lange Reifezeit in gebrauchten Barriques macht ihn mild und weich und trotzdem versprüht er bestechende Frische und Mineralität, besitzt großartige innere Dichte und definiert einen Spumante, der höchsten Ansprüchen gerecht wird. Mit ihm diniert man im Sommer auf der Terrasse nobel und gediegen oder man tafelt und feiert auch einfach nur fröhlich mit ihm im Glas. Ferraris „Maximum Brut“ ist ein erstklassiges und überaus bekömmlicher Spumante zum erfreulich fairen Preis. Ferraris „Maximum Brut“, eine besonders trocken ausgebaute Spumante-Variante aus einer speziellen 100 % Chardonnay-Cuvée von erstklassigen Lagen im Trentino. Genau genommen ist es ein Blanc de Blancs Cremant DOC Trento, der in seiner Perlage so begrenzt und im Restzucker so dosiert wurde, daß er zu Tisch besonderes Vergnügen liefert. Das tut er auf hohem Niveau. Ferraris „Maximum Brut“ umhüllt die Zunge in cremiger Textur, weich und seidig läuft er über die Zunge, knochentrocken, aber reif und sanft, mit feinem unaufdringlichem Mousseux, das feinperlig und vornehm wirkt, ohne jede Aggressivität. Dieser besondere Spumante schmeckt nach weit mehr, als er kostet. Ferraris „Maximum Brut“ erfüllt seinen Preis mit verblüffend stimmiger Wertigkeit.

Spumante Ferrari Brut "Perlé Millesimato"

Italien : Trentino : Cantine Ferrari

Spumante : Chardonnay : 2003

Ein exzellenter Jahrgangs-Spumante, der nur in großen Jahrgängen produziert wird. Eine Selektion der besten und höchsten Lagen rund um Trento, ausschließlich aus Chardonnay, ausschließlich aus bestem Traubenmaterial und den besten Partien im Keller. Nach dem Impfen mit dem Liqueur de tirage, der bei Ferrari aus dem Basiswein der Cuvée, Hefen und Rohrzucker besteht, reift der Wein auf der Flasche unter ständigem Rütteln vier lange Jahre seiner Perfektion entgegen. Dann wird er mit dem Liqueur d´expedition, dem Dosierungssirup, auf rund 12 g/l-Restzucker eingestellt, noch einmal reift er dann einige Monate auf der Flasche und erst dann geht’s zum Kunden. Ein reifer, goldgelb funkelnder, weiniger Spitzenspumante großartiger Qualität. Anders als Champagner, nicht vergleichbar, eigenständig in Duft und Charakter; ihm fehlt die Härte und Mineralität des Champagners, macht diese aber wett durch trockene, erfrischende Cremigkeit und weiche strahlende Fülle. Er ist „kommerzieller“ als Champagner, besitzt andere Herkunft, weniger Terroir, doch seine perfekte, nicht enden wollende Perlage steht für erstklassige Verarbeitung. Ein Spumante für Weintrinker.

Moscato D´Asti "Del Tufo"

Italien : Piemont : Antonio e Bruno del Tufo

Süßwein : Muscat = Muskateller = Moscato : 2006

Moscato d´Asti der handwerklich seriösen Art. Die kleine Familienkellerei Del Tufo in Dogliani ist bekannt für einen unvergleichlich leichten (nur 5.5 Vol.%), süßen, weichen und fein perlende Süßwein aus der Muskatellertraube, der sich nicht lange hält und deshalb frisch genossen am besten schmeckt. Mit billigem Asti Spumante hat diese Brause nichts zu tun. Die erfrischende Spezialität paßt nicht nur zum Aperitif, sie paßt zu Kuchen, gutem Gebäck und zu jeder Minute des Tages. Eine in Deutschland noch immer viel zu wenig bekannte piemontesische Spezialität, die wir Ihnen nicht vorenthalten möchten, weil wir sie lieben: Moscato d´Asti der handwerklich seriösen Art. Die kleine Familienkellerei Del Tufo in Dogliani ist bekannt für ökologisch produzierten Dolcetto. Doch auch ihr Moscato kann sich sehen lassen, zumal auch er aus ökologischem Anbau stammt. Dieser unvergleichlich leichte, dekadent süße, angenehm weich und fein perlende Süßwein, der sich nicht lange hält und deshalb frisch genossen am besten schmeckt, hat bei uns in Deutschland das Image der Unseriösität. Asti Spumante hat Wirkung gezeigt. Damit hat aber diese Brause nichts zu tun. Diese einzigartig erfrischende regionale Spezialität Piemonts paßt nicht nur zum Aperitif, sie paßt zu jeder Minute des Tages und sie kennt eine süße Begleitung, für die wir schon so manchen Umweg ins Piemont auf uns nahmen: Die berühmte piemontesische "Torta di Nocciola", jenen himmlischen Nußkuchen, der ohne Mehl nur aus gemahlenen Haselnüssen, Zucker und Ei hergestellt wird. Diese beiden scheinen wie füreinander geschaffen. So kann man seriösen Süßwein auch machen: Man vergärt bei kühler Temperatur hochsüßen Traubenmost. Wenn der gewünschte Restzuckergehalt erreicht ist, hier sind das herrlich bekömmliche 6 Vol. %, stoppt man die Gärung durch eine sehr vorsichtige Filtration so, daß die natürlich Gärkohlensäure noch erhalten bleibt, und fertig ist das, was im Volksmund als „Asti Spumante“ schreckliche Erinnerungen an Jugendparties und den entsprechenden Brummschädel auslöst. Nur – hier ist das ein köstlich leichtes, sinnlich sprudelndes Traubengetränk, das zu ganz simplem Nußkuchen und feinstem Gebäck einen wohltuend originellen und bekömmlich leichten Begleiter abgibt. Wir lieben den deutlich riech- und schmeckbaren würzigen Muskatcharakter, der mit frischem animierendem Duft und erstaunlicher Geschmacksintensität Aromen von Orangenblüten, Honig, Gewürzen und reifen Melonen verbreitet. Am Gaumen wirkt der leichte, dezent sprudelnde, cremig weiche Wein süß und „irgendwie“ trocken zugleich, was ihn zu zahlreichen gastronomischen „Anwendungen“ als interessanten Begleiter empfiehlt. Schade, daß die große Familie der Muskat-Sorten in Deutschland so wenig Anklang und Respekt findet. Wir schätzen die breite, reiche und vielschichtige Aromenfülle dieser attraktiven Aromarebsorte besonders zu feinem Gebäck und „altmodischen“ klassischen Kuchen.

"Monsicuro" Barbera d´Asti

Italien : Piemont : Villa Terlina

Rotwein : Barbera : 2002

Dem Italien-Kenner einen Wein aus dem Jahrgang 2002 zu verkaufen bedeutet harte Arbeit, war doch 2002 in generale einer der schlechtesten Jahrgänge der jüngeren Vergangenheit in Italien. Doch es ist hier wie überall: Es gibt weit mehr schlechte Winzer als schlechte Jahrgänge; jeder Jahrgang ist so gut oder schlecht, wie ihn der Winzer macht. Paolo Alliata hat einen Jahrgang 2002 auf Lager, der ihm Ruhm und Ehre einbringen müßte. „Müßte“, denn es ist unbegreiflich, daß dieser bravouröse, aber stille Winzer noch nicht an der Spitze der Hitlisten im Piemont steht; er hätte es verdient. So sitzt er auf seinem Wein des Jahrgangs 2002, der herrlich zu trinken ist und burgundische Finesse beweist mit Schmelz, Tiefe und phänomenaler Transparenz und Frische im Trunk. Kein einziger Winzer Piemonts kann dieser brillanten Qualität in diesem Jahrgang Paroli bieten. Kein einziger. Und das ohne die üblichen Manipulationen. Paolo Alliata hat mit 2002 ein Meisterstück abgeliefert und bewiesen, daß er als Winzer Spitze ist. Er produzierte in dem Jahrgang konsequent nur einen einzigen Wein. Die große Barbera „Monsicuro“. Sie stammt von uralten wurzelechten Reben einer seltenen lokalen Varietät, die ob ihrer reifen braunen Stiele von den Alten im Dorf „die Rotstielige“ genannt wird. Die alten Reben, schon damals in extremer Stockdichte gepflanzt, verdauten auf der erstklassigen Hanglage Regen und Feuchtigkeit viel besser als die anderen Lagen der „Villa Terlina“. Also setzte Paolo Alliata alles auf eine Karte und schaffte, was keiner für möglich hielt. 20 % der Ernte trocknete er auf Strohmatten ab, um sie dann erst zu keltern, den Rest vergor er wie immer spontan mit Stiel und Stengel, was bei der alten Massenselektion mit ihren reifen Stielen perfekt funktioniert. Deshalb präsentiert sich sein Jahrgang 2002 heute in souveräner Qualität. Kandierte Früchte schwelgen in einem Hauch von Kakao, Vanille, Zeder, Leder und frischen dunklen saftigen Waldbeeren; ungewöhnlich erfrischend im Mund, auflösbar in der Struktur, nicht mächtig, sondern ungekünstelt und schmeckbar handgemacht; reife, präsente, wohltuend transparente Gerbstoffe breiten sich duftig, nobel und anspruchsvoll auf der Zunge aus, hinterlassen lange Spuren am Gaumen voller Würze und Frucht, einem erstklassigen Burgunder nicht unähnlich. Elegant und raffiniert, schwebend fast, trotzdem dicht, transparent und duftig. Ein Meisterwerk für Kundige.

"Ghiaie Della Furba" Rosso di Toscana IGT

Italien : Toskana : Tenuta di Capezzana

Rotwein : Cabernet Sauvignon & Merlot : 2001

Diesen Wein kenne ich seit Jahrzehnten. Nie hat er mir so richtig zugesagt. Jetzt war ich erstaunt, wie souverän eigenständig sich die legendäre Cabernet-Merlot-Cuvée, in der 10 % Syrah für exotische Würze sorgen, präsentiert. 1979 beschlossen Ugo und Vittoria Contini Bonacossi in Carmignano einen Wein aus Bordeaux-Sorten zu kreieren. Sie legten auf kieseligen Böden nahe des Flußes „Furba“ dazu einen Weingarten an, der 1992 durch einen 100% Cabernet Sauvignon-Weinberg abgelöst wurde, der das Profil des Weines grundlegend veränderte. 1998 kam ein wenig Syrah hinzu und so präsentiert sich der Wein heute: Die tiefdunkle Farbe ist die eines großen Weines. Seine komplexe, tiefgründige Würze erinnert tatsächlich an reifen Bordeaux, dem toskanische Beeren- und Würzaromen in tiefgreifend trockener Grundstruktur wohltuende Würze und Komplexität verleihen. Das Mundgefühl prägen packende Gerbstoffdichte, erfrischende Trockenheit und würzige tiefe Mineralität, die sich, völlig unitalienisch, in der Karaffe selbst über Tage zu echter Persistenz entwickeln. Malolaktik im Barrique, 16 Monate Hefelager, ein weiteres Jahr Flaschenreife. Ein eigenständiger Stoff mit Lustpotential.Ein eigenständiger Stoff mit Lustpotential. Eine der wenigen unverwechselbaren Weinpersönlichkeiten der Toskana.

Collio Bianco DOC "Oslavje"

Italien : Friaul : Az. Agr. Radikon

Weißwein : Chardonnay, Sauvignon Blanc & Pinot Grigio : 1998

Die konsequent biodynamische Arbeitsweise, die Stanko und Suzana Radikon seit sieben Jahren konsequent betreiben, zeitigt ihre Wirkung. Die Weinberge sind in besserem Zustand, die Reife der Trauben, die Qualität von Stiel und Stengel, von Beerenschale und Blattwerk, verändert sich von Jahr zu Jahr und Stanko ist glücklich über seine Entscheidung, beides miteinander kombiniert zu haben. Konsequent und kompromißlos ist dieser Mann, der sich eine Philosophie der Weinbereitung, basierend auf alten Methoden und Erfahrungen, ersonnen hat, die ihn zu einer einmaligen Figur im Weltweinzirkus macht.
Sein junger „Oslavje“ des großen Jahrgangs 2000 aus Pinot Grigio, Chardonnay und Sauvignon Blanc wurde kürzlich gefüllt und zeigt rassige, nervige Textur, komplexe Dichte und eine fast dicke Materie im Mund, durch die aber strahlend brillante Nervigkeit, Frische und Mineralität hindurchblitzt. Man erkennt unschwer, daß der Wein klarer, definierter geworden ist, stilistischer und noch stimmiger in der Konzeption, man muß aber auch feststellen, daß diese Weinbereitung ein Tanz auf Messers Schneide ist. Stanko Radikon hat Partien im Keller, die fehlerhaft sind bzw. sich in Stadien befinden, wo Zweifel angebracht sind, ob sie sich noch einmal in die richtige Richtung bewegen werden oder aber dem Verderb anheim fallen. Dieser Mann geht extremes Risiko ein. Doch wenn es ihm und der Natur paßt, dann präsentiert er singuläre Weinpersönlichkeiten, die zu den größten der Welt gehören – wie dieser extrem gelungene und vielversprechende Oslavje 2000, der vielleicht beste junge Wein aus seinem Keller (optimal reif ab 2008, unbedingt 24 h vor Genuß dekantieren, bei 15° servieren). Die biodynamische Arbeitsweise, die Stanko und Suzana Radikon seit Jahren konsequent betreiben, zeitigt ihre Wirkung. Ihr „Oslavje“ des großen Jahrgangs 2000 aus Pinot Grigio, Chardonnay und Sauvignon Blanc zeigt nervige Textur, komplexe Dichte und fast dicke Materie im Mund, durch die brillante Frische und Mineralität hindurchblitzt. Die riskante Weinbereitung nach Art der alten Georgier ist ein Tanz auf Messers Schneide. Doch wenn sie gelingt, dann präsentiert sie singuläre Weinpersönlichkeiten, wie diesen dunkelgelben, nach reifen Äpfel- und Birnen duftenden Oslavje 2000, der erstaunliche Gerbstoffe durch die lange Maischestandzeit besitzt und der vielleicht beste junge Wein im Keller der Radikons ist (unbedingt 24 h vor Genuß dekantieren, bei 15° servieren).

Barbera d´Alba "Maggiur"

Italien : Piemont : Cascina Luisin

Rotwein : Barbera : 2006

„Maggiur“ 2006, eine ziemlich gute Lagen-Barbera aus großem Jahrgang. Ein geschmeidig süffiger Rotwein, den Roberto Minuto alten Rebstöcken, die direkt hinter seinem Weingut auf steilen West- und Südhängen in idealer Exposition stehen, verdankt. Deren ideal reifes Traubenmaterial verarbeitete er mittels spontaner Vergärung zu einem konzentrierten, mit weichen, molligen Gerbstoffen unterlegten Wein. Der reifte ein paar Monate zur Harmonisierung im Holzfaß und liefert jetzt auf Flasche eine zugängliche Barbera mit viel Regionalcharakter. Pfeffrig und "blau" in der Geschmacksfarbe, mit attraktiven Veilchen- und Pflaumennoten, orientalischen Gewürzen und Wildkräutern im Duft und einem Mundgefühl, das an zweifädigen Flanell erinnert: Außen angenehm rau und kernig, innen seidig und samtig zugleich.

Collio Bianco DOC "Ribolla Gialla"

Italien : Friaul : Az. Agr. Radikon

Weißwein : Ribolla gialla : 1995

Radikon wäre nicht Radikon, würde er nicht auch bei seinen Verpackungen alles anders machen als andere. Zusammen mit Josko Graver entwickelte er Weinkartons für 9 Flaschen – sicher einmalig auf der Welt. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie so einen Karton mal vor sich haben.
Diesen Wein, Stanko Radikons Erstlingswerk in Sachen Naturweinverarbeitung, gab es nie im Verkauf, es gibt nicht einmal ein Etikett für ihn. Er ist ein Experiment, mit dem er nicht an die Öffentlichkeit wollte. Als wir ihn im Glas hatten, war für uns aber klar, daß dieser Wein unbedingt sein mußte, ist er doch der Beweis dafür, daß dieses Weinbereitungskonzept keine Spinnerei ist, sondern Sinn macht. Im Vergleich zu Gravners extremen Amphorenweinen besitzt dieser hier faszinierende Frische und Klarheit, „komplexe Brillanz“ ist die richtige Beschreibung für diesen Wein. Er wirkt weder oxidiert noch müde, sondern knackig frisch, unglaublich trocken, mit einer Brillanz in allen Geschmackskomponenten, die begeistert; Frische, Mineralität und Jugend; kein Hauch von Alter, aber feine Reife; schier unglaubliche Komplexität an Aromen; eine Länge im Mund, die vielen Rotweinen zur Ehre gereichen würde; die Intensität an Vielschichtigkeit und Geschmack, nachhaltig, spürbar angenehm, trinkig, animierend, macht Lust auf den nächsten Schluck - fast zu viel für die Sinne. Ein Naturweinerlebnis besonderer Art. Deshalb haben wir ihn Stanko Radikon buchstäblich aus der Nase gezogen, auch wenn sein Preis zunächst verschreckt. Er ist ohnehin nicht zu „messen“, denn was dieser einmalige Wein an Konzept, an Philosophie, an Einstellung zur Natur, an Arbeit und Geist reflektiert, ist so spannend und atemberaubend, so einmalig, daß der Preis keine Rolle spielt. Seine Ribolla war der erste Naturwein, den Stanko 1995 konzipierte und realisierte. Er war nie im Verkauf, es gibt nicht einmal ein Etikett für ihn. Als wir ihn im Glas hatten, war für uns klar, daß dieser Wein unbedingt sein mußte, ist er doch der Beweis dafür, daß dieses Weinbereitungskonzept keine Spinnerei ist, sondern Sinn macht. Er wirkt weder oxidiert noch müde, sondern knackig frisch, unglaublich trocken, mit einer Brillanz in allen Geschmackskomponenten, die begeistert; Frische, Mineralität und Jugend; kein Hauch von Alter, aber feine Reife; schier unglaubliche Komplexität an Aromen; eine Länge im Mund, die vielen Rotweinen zur Ehre gereichen würde; die Intensität an Vielschichtigkeit und Geschmack, nachhaltig, spürbar angenehm, trinkig, animierend, macht Lust auf den nächsten Schluck - fast zu viel für die Sinne. Ein Naturweinerlebnis besonderer Art für Kenner und fortgeschrittene Genießer, die sich für "entschleunigten", langsamen Wein interessieren.

"Pico" bianco, vino da tavola

Italien : Veneto : Az. Agr. La Biancara

Weißwein : Garganega : 2006

„Pico“ besteht aus 100 % Garganega, die auf Terrassenlagen hoch über Gambellara reift und durch winzige Erträge erstaunliche Konzentration in Duft und Geschmack bringt. Der lange Ausbau ohne Schwefel in gebrauchten Barriques sorgt für gewöhnungsbedürftige Komplexität. „Pico“ ist Originalität, Individualität und Gefühl. „Pico“ schmeckt oxidiert, ohne oxidiert zu sein, ist archaisch im besten Sinne. Seine Farbe ist gelb und trüb, denn die Traubenschalen wurden lange mazeriert, um ein Maximum an Aroma und Substanz zu extrahieren; weder geschwefelt noch filtriert, sollte man den Wein unbedingt drei bis vier Stunden vor Genuß dekantieren, um Hefe- und Oxidationsnoten zu harmonisieren und seine innere Frische zum erstaunlichen Schauspiel für die Sinne zu öffnen. Der Wein besitzt ungewohnt natürliche Ausstrahlung, polarisiert und löst Widerspruch und Emotion aus. Kraftvolle Fülle schmeckt knochentrocken und zeigt feines Säurespiel. Das spröde, merkwürdig erfrischend wirkende Geschmacksbild definiert sich durch Anklänge an Zitrusfrüchte und Mandeln, frisches Brot und reifes Kernobst. Ungewöhnlich komplex, kaum fassbar, breit gefächert, verändern sich Geruch und Geschmack ständig. Intellektuelle Herausforderung für die Sinne. Provokation geschmacklicher Gewohnheiten. Entlarvt Grenzen der Toleranz und öffnet eingeengte Blickwinkel. Wein natürlich, Wein spannend, interessant und originell. Bewußtseinserweiternd demonstriert "Pico" wie eingefahren unsere Weingewohnheiten sind. „Pico“ ist nichts für „typische“ Italienfans. Die geschmackliche Provokation stammt aus 100 Prozent Garganega, die durch gewagten Ausbau in Amphoren und gebrauchten Barriques zu neuer, „anderer“ Komplexität findet. „Pico“ ist Originalität, Individualität und Emotion. Denn Emotionen löst er aus, dieser Weißwein, der oxidiert schmeckt, ohne oxidiert zu sein; der archaisch schmeckt im besten Sinne; dessen trübe Farbe gelb schimmert, weil die Traubenschalen lange auf dem Most mazerierten um ein Maximum an Aroma und Substanz und die für den schwefelfreien Ausbau notwendigen Antioxidantien aus den Schalen zu extrahieren. Knochentrocken schmeckt er, fast mager; dann kommt Fülle in das feine Säurespiel am Gaumen und entfaltet ein sprödes Geschmacksbild, das von tönern-erdig bis fruchtig äpfelig reicht; Anklänge von Zitrusfrüchten und Mandeln, frischem Brot und reifem Obst - komplex, kaum faßbar, breit gefächert, verändert er sich ständig im Glas. Kein einfach wegzuträllernder Fernseh-Wein, sondern komplexe intellektuelle Herausforderung. Eine Bereicherung.

Brunello di Montalcino "Salicutti"

Italien : Toskana : Podere Salicutti

Rotwein : Sangiovese : 2000

Francesco Leanzas großer Brunello des Jahrgangs 2000 hat seine kraftvoll und ungestüm wirkenden Ecken und Kanten abgelegt und sich zu einem faszinierend vielschichtigen Wein großer Ausstrahlung gewandelt. Brunello mit Klasse und Rasse und einer inneren Frische, die sich im ganzen Mundraum ausbreitet. Eindrucksvolle Qualität, die beweist, daß Sangiovese Grosso auf kalkigen Böden und optimaler Exposition und Verarbeitung erstaunliche Affinität zu hochwertigem Pinot Noir entwickeln kann. Diesen Brunello empfehlen wir zu dekantieren, denn der sensibel von Terroir und Herkunft geprägte Wein entwickelt seine balsamische Intensität und kraftvolle Fülle erst in der Karaffe. Sein toskanisch würziger Rahmen öffnet sich im Glas prachtvoll und differenziert in tiefgründigen Geschmackskomponenten, die für Gänsehaut sorgen. Bemerkenswert, wie lange er gebraucht hat, seine spröde wirkende Unruhe in innerer Ruhe und Reife aufgehen zu lassen. So wird Brunello zu einem Weinerlebnis, das ziemlich einmalig ist und seinen Preis durch Individualität und Weinvergnügen rechtfertigt. Ein großer ruhiger Wein souveräner Ausstrahlung und Authentizität.

Rosso di Montalcino "Salicutti"

Italien : Toskana : Podere Salicutti

Rotwein : Sangiovese : 2004

Rosso di Montalcino ist kein Thema, das uns interessiert. Doch es gibt Ausnahmen, deren Authentizität beweist, wozu die Region fähig wäre. Francesco Leanza produziert auf seinen wenigen Hektar Rebfläche gegenüber des Monte Amiata stilistisch präzise Interpretationen jenes kalkigen Galestro-Terroirs, das Sangiovese so unverkennbar prägen kann. Sein charaktervoller, im Holzfaß ausgebauter Rosso di Montalcino des großen Jahrgangs 2004 paßt nicht in das softe Geschmacksideal des modernen Montalcino. Seine dichte warme Textur wirkt kompakt in den feinen Gerbstoffen, die er in Fässern slovenischer Herkunft harmonisiert. Leanzas Rosso spricht eine unkomplizierte Sprache: Toskana im Duft, Toskana im Geschmack; reif, balsamisch mit schwarzen Früchten auf der Zunge, deftig in der Struktur und erfrischend vielschichtig im Mundgefühl. Im komplexen Parfum der wilde Geruch von Wacholder, Pinien, Wildkräutern und sommerlicher Hitze über weitem Land. Ein belebender Rosso für die Seele.

"Dopoteatro" Rosso IGT

Italien : Toskana : Podere Salicutti

Rotwein : Sangiovese & Cabernet Sauvignon : 2004

90 % Cabernet Sauvignon, 5 % Canaiolo und 5 % Sangiovese hat Francesco Leanza zu einem wuchtig balsamischen Rotwein typischer Toscana-Prägung komponiert. Sein wertvolles Bukett atmet den Rauch guter Havanna, die Kräuterwürze heißer Sommerabende und durch langsamen Ausbau im kleinen Holzfaß die balsamische Reife edler Hölzer und reifer Rotweinaromen. Dem Charme und der Ausstrahlung dieses Buketts erliegt man fast automatisch. Toskana pur im Glas. Trotz Cabernetdominanz steht die Herkunft über der Rebsorte. Markant gleiten kräuterwürzige Gerbstoffe über die Zunge, lange Spuren ziehend, die frische Würz- und Holzaromen freisetzen. Der Wein besitzt kühle Adern und spröde Morbidität in geschmeidiger wärmender Substanz. "Dopoteatro", nach dem Theater. Man trinke diesen wertvollen Feierabend- und Meditationswein am besten wohltemperiert bei maximal 16-18° C und serviere dazu ein gegrilltes Côte de Boeuf mit Gemüsen und Olivenöl. Großer Wein, simple Küche, gute Gedanken.

Colli di Salerno rosso IGT "Montevetrano"

Italien : Kampanien : Az. Agr. Montevetrano

Rotwein : Cabernet Sauvignon & Merlot : 2000

„Montevetrano“ - Kultwein mit Ausstrahlung. Was macht den Reiz dieses großen Rotweines des italienischen Südens aus? Zum einen die limitierte Menge von knapp 20.000 Flaschen, die nur in winzigen Mengen abgeben werden. Zum anderen der Wein, der beispielhafte Trinkfreude bereitet und einer der attraktivsten neuen Rotweine des italienischen Südens ist, gekeltert aus Aglianico, Cabernet Sauvignon und Merlot. Er verströmt ein würziges und vielschichtiges Bukett mit einer wunderbaren Kombination von roten und schwarzen Beeren, mit Holz, Zimt- und Vanilletönen, das intensive Kirschfrucht voller Frische und Reife freisetzt. Der Wein ist trotz seiner Fülle elegant und feingliedrig und seine reifen Tannine sind in satte samtig-fleischige Fülle massiven Körpers integriert. Ein origineller Rotwein mit Ausstrahlung und langem Nachklang. Wir trennen uns von dem Betrieb und verkaufen die letzten paar Flaschen nun aus.

Moscato Giallo

Italien : Südtirol : Manincor

Weißwein : Muscat = Muskateller = Moscato : 2006

Muskateller ist eine der ältesten in Südtirol angebauten Rebsorten. Während er von vielen Winzern lieblich bis süß ausgebaut wird, kommt Manincors aromatisch präzise Version trocken ins Glas. Auf den steilen Hanglagen von Mazzon reift die Rebsorte auf idealen Böden zu einer Ausdruckskraft heran, die sie zum besonderen Vergnügen für Wein-Schnüffler macht. Trocken aber saftig, verströmt Manincors Goldmuskateller animierend und expressiv intensive Muskat-Würze in betörendem Duft frischer Rosenblätter. Nicht nur als Aperitif, kalt serviert, macht er eine ausgezeichnete Figur. Auch zu hochwertigen Käsen mundet er vorzüglich. Wie geschaffen aber ist er zu asiatischer Kost, da entwickelt er Qualitäten, die man ihm nicht zugetraut hätte. Ein typisch Südtiroler Weißwein, der nicht nur aromatisch riecht, sondern auch so schmeckt.

"Varvàra" Bolgheri DOC

Italien : Maremma : Castello di Bolgheri

Rotwein : Cabernet Sauvignon & Merlot : 2006

Der erste Jahrgang einer neuen Kreation von Contessa Franca Spalletti Trivelli, gekonnt in Szene gesetzt von unserem Freund Clemente Zileri dal Verme. Seine sanfte Hand in Keller und Weinberg sorgt auch im überraschend preiswerten Bolgheri DOC für Gänsehautausstrahlung. Gewidmet ist der Wein Baronessa Varvára Wrangel, der Frau des letzten Conte Ugolino della Gherardesca, dem Großvater der heutigen Besitzerin Contessa Franca Spaletti Trivelli. Sie muß eine noble Dame gewesen sein, denn selbst ihre Volksversion eines Bolgheri verströmt jenes berühmte edle Zedernholz- und Tabak-Bukett, das die Weine dieser legendären Weinregion so charakteristisch auszeichnet. Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc, Syrah und Petit Verdot von kalkigen Sand- und Steinböden, im großen Jahrgang 2005 präzise auf dem Punkt geerntet und 10 Monate in Barriques auf der Vollhefe ausgebaut, präsentieren sich als nobler Weinadel von balsamischer Reife in erfrischend kühler Würze. Seine Gerbstoffe sind von edel samtigem Zuschnitt und lassen den Wein bereits mit großem Vergnügen genießen. Er besitzt nicht die unergründliche Tiefe des großen Castello di Bolgheri, dafür erfreut er mit erfrischend präzisem, elegantem Bukett und einer Zugänglichkeit, die köstliches Trinkvergnügen beschert. Seine seidig samtigen Wohlfühlgerbstoffe breiten sich in bestechender Frische und Eleganz auf der Zunge aus. Ein echter Bolgheri. Dank Baronessa Varvára Wrangel zum Sozialtarif.

"Castello di Bolgheri" Bolgheri Superiore DOC

Italien : Maremma : Castello di Bolgheri

Rotwein : Cabernet Sauvignon & Merlot : 2004

Bolgheri, dieses fast mystische Dörfchen in der Maremma, das man auf der schönsten und berühmtesten Zypressen-Allee Italiens erreicht, ist umgeben von einigen der legendärsten Weingüter der Welt. Es ist ein stiller Ort. Seine Ausstrahlung ist ein Faszinosum. Schon die Anfahrt hinterläßt bleibenden Eindruck. Mitten in diesem sakralen Ort großer Weine steht Castello di Bolgheri ist ein uralter Besitz, den Contessa Franca Spalletti Trivelli wieder zu neuem Leben erweckte. 1997 begann die Renaissance im Weinberg, 2001 kam der erste Wein neuer Generation als Bolgheri Superiore DOC auf den Markt. Seitdem entsteht in den ehrwürdigen Kellergewölben des Castellos ein großer Maremma-Wein, die übliche Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Merlot, der beruhigende Souveränität in sehr noblen, leisen Tönen ausstrahlt. Noch steht der Wein ganz im Schatten seiner berühmten Nachbarn. Hoffen wir, daß das noch lange so bleibt, denn so bekommen wir einen der großen Weine der Region zum noch sehr fairen Kurs. Besagter Clemente Zileri Dal Verme, Mitglied des weitverzweigten Antinori-Clans, ist auf Castello di Bolgheri nicht nur für die Weinbereitung zuständig, sondern auch für die Weinberge. Er ist die treibende Kraft hinter diesem Riesen von Wein, den er so mystisch wirken läßt, wie das Castello auf den Besucher wirkt. Sein Castello di Bolgheri steht dunkel funkelnd im Glas, verbreitet souveräne innere Ruhe. Seine faszinierend tiefgründigen balsamischen Duftkomponenten machen andächtig. Irgendwas ist doch dran an der Maremma, an Bolgheri. So riecht diese vermeintliche Allerweltscuvée nirgendwo sonst auf der Welt, so balsamisch, so vornehm würzig, so unaufgeregt schmeichlerisch und wertvoll. Mit diesem Wein steht eine der großen Weinpersönlichkeiten Italiens im Glas; dunkelwürzige Natürlichkeit, wilde Seele, ungestüme Wildheit in bestechend natürlicher Eleganz, die die Schönheit und Purezza der Maremma in Weingenuß verwandelt. Ein schonend bereiteter, lange im Holz ausgebauter langsamer Wein voller Charisma und berührenden Sentiments, dessen profunde, unaufgeregte Ausstrahlung nur in wenigen Rotweinen Italiens wieder zu finden ist. Limitiert verfügbar.

Sangiovese IGT Puglia rosso

Italien : Apulien : Antica Enotria

Rotwein : Sangiovese : 2004

Sangiovese ist eine typisch mittelitalienische Rebsorte. Sie ist dünnschalig wie Pinot Noir, fäulnisempfindlich und es gibt eine Vielzahl von Klonen und Varietäten. Um welche es sich hier handelt ist nicht bekannt, der Wein erinnert aber in der Tat an Pinot Noir aus warmem Klima: Expressiv duftig im beerigen Bukett und nicht sehr intensiv in der Farbe, wirkt er im Mund warm, saftig, cremig und fast mollig; eine gute Gerbstoff-Dosis und feine Säure unterstützen sein transparentes, ein wenig kerniges Geschmacksbild, das man als würzige Mischung aus Erdbeeren, Maraschino-Kirschen, reifen Pflaumen und orientalischen Aromen am besten beschreibt. Der Wein wurde 8 Tage auf der Maische mazeriert, reifte anschließend 10 Monate im Edelstahltank und liefert ein für Sangiovese eher feinfühlig strukturiertes Exemplar. Eine interessante weitere Spielart der Rebsorte und eine vollwertige Chianti-Alternative. Der biologische Anbau von Familie di Tuccio garantiert Bekömmlichkeit, Geschmacksvielfalt und Charakter und das zum familienfreundlichen Mehrwert-Preis.

Dolce Sinfonia "Occhio di Pernice" Vin Santo

Italien : Toskana : Tenuta Vallocaia-Bindella

Süßwein : Cuvée (diverse Rebsorten) : 2001

Die Trauben (Malvasia, Trebbiano und Sauvignon Blanc) für diese süße Kostbarkeit, die in Italien legendären Status genießt, werden in reifem, sehr gesundem Zustand geerntet. Zur Trocknung kommen sie auf den Dachboden eines Bauernhauses auf dem Gelände der Azienda Vallocaia. Im Februar sind aus den Trauben getrocknete Rosinen geworden. Diese werden behutsam gepreßt und der daraus gewonnene Saft über ca. einen Monat in kleinen 50 l großen Holzfäßchen vergoren. Der anschließende Ausbau erfolgt ebenfalls in diesen Fäßchen und dauert je nach Jahrgang 3 und mehr Jahre. Erst dann wird der Wein auf die Flasche gezogen.?Durch die lange Oxidationsphase ergibt sich eine intensiv dunkle Bernsteintönung, typisch für "echten" Vin Santo. Üppige Düfte nach Dörrfrüchten, Feigen, Bananen, Aprikosen und Rosinen, aber auch Waldhonig und Tabak, begleitet von feinen Vin Santo-typischen Oxidationsnoten, fügen sich zu einem berauschend vielschichtigen, attraktiv würzigen Bukett zusammen. Am Gaumen wird die betörend intensive Süße von eleganter Säure gepuffert, die für Frische und besondere Trinkfreude sorgt. Auch den Geschmack dominieren getrocknete Feigen, Bananen, Karamel und Waldhonig mit fein unterlegten Holzaromen. Bindellas "Dolce Sinfonia" beweist schier endlosen Nachklang am Gaumen, dem man minutenlang hinterher schmecken kann, und verzaubert den Gaumen mit würziger Finesse. ?Genießen Sie die süße Kostbarkeit klassisch zu Cantuccini, zu hochwertigem Gebäck und entsprechenden Kuchen oder zu Blauschimmelkäse.

Barbaresco "Sori Paolin"

Italien : Piemont : Cascina Luisin

Rotwein : Nebbiolo : 2001

"Sori Paolin" ist eine Lage hinter dem Weingut, deren kalkhaltige Böden man im Frühjahr, wenn die Blätter noch nicht voll ausgetrieben haben, gut erkennen kann, dann schimmern sie hell, fast weiß, durch die Reben hindurch. Hier stehen Roberto Minutos Nebbiolo-Reben für seinen Barbaresco der gleichnamigen Lage. Er wird lange im großen Holzfaß ausgebaut und nähert sich heute beginnender Trinkreife. Grüner Tee und kühle blaue Würzaromen dominieren sein ausladendes Bukett, das mit zunehmender Oxidation im Glas breiter aber auch tiefgründiger wird, weicher und milder, süßer und opulenter. Seinen präzisen Fokus verliert dieser Wein aber nie. Im Mund setzt er geballte Ladungen an Gerbstoffen frei, die aber subtil integriert sind in die duftige, würzige Struktur, beladen und gewürzt mit orientalischen Basararomen. Ein appetitmachender Wein, der noch Kellerpotential signalisiert. Man serviert ihn am besten zu Schmorbraten, sei er vom Hasen oder vom Rind. Sein langer Nachklang macht ihn hochklassig und eindrucksvoll. Ein altmodischer Wein von großer Aktualität und visionärer Modernität. In diesem sehr gelungenen Barbaresco aus exzellentem Jahr kein Widerspruch.

Amarone della Valpolicella "Vigneti Ravazzol"

Italien : Veneto : Ca´La Bionda

Rotwein : Corvina, Rondinella & Molinara : 2004

Amarone. Eine Welt für sich. Unikat im Weinzirkus der Welt. Zu Beginn jeder Ernte liest Familie Castellani die besten, vollreifen, kerngesunden Trauben einzeln Stock für Stock, Traube für Traube, aus, um aus diesen Trauben ihren Amarone zu keltern. Der ist ein Prachtstück und kommt aus der Lage „Ravazzol“ aus 300 m Höhe von 50 bis 70 Jahre alten Corvinone- und Oseleta-Reben. Sie sorgen für enorme Konzentration an Aroma und Zuckergradation. Die Extraktion beginnt Alessandro Castellani bei nur 7° C Celsius. Nach längerer Maischestandzeit erhöht er langsam die Temperatur auf 20 bis 22 ° und versucht die Gärung so langsam wie möglich stattfinden zu lassen. Wenn der Most noch ca. 30 g/l Restzucker hat, wandert er in große Holzfässer, in denen er seinen restlichen Zucker vergärt. Irgendwann ist Schluß mit der Gärung. Der Wein hat dann stramme 16 Volumenprozent und noch immer 6 g/l Restzucker. Ja, Amarone ist mächtig. Trotzdem hat Castellanis Version noch packende Mineralität und Frische in sich. Der spürbare Alkohol wärmt, die opulente Struktur trägt prachtvolle Frucht über die Zunge, keine Spitzen, keine Ecken, keine Kanten. Der richtige Wein für die kältesten Nächte des Jahres. Er läuft wie Öl über Zunge und Gaumen und wärmt die Sinne von innen. Amarone muß man mögen. Ob man ihn je versteht, wage ich zu bezweifeln. Amarone – eine Welt für sich. Für ihn liest Familie Castellani die besten, vollreifen, kerngesunden Trauben heraus, einzeln Stock für Stock, Traube für Traube. Er kommt jedes Jahr aus der Lage „Ravazzol“, auf rund 300 m Höhe, von 50 bis 70 Jahre alten Reben, die nur noch 1 kg Trauben pro Stock produzieren. Sie sorgen für enorme Konzentration an Aromen und Zuckergradation, die beherrscht sein will. Wenn die aufwendige Gärphase vorüber ist und der Wein schließlich im Holzfaß seiner Vollendung entgegenreift, hat er stramme 16 Volumenprozent, noch immer 6 g/l Restzucker, und wirkt mächtig, sein spürbarer Alkohol wärmt, aber seine Struktur trägt die Frucht des Weines duftig über die Zunge, keine Extreme im Geschmack, keine Spitzen, keine Ecken, keine Kanten. Dies ist der Wein für die kältesten Nächte des Jahres, wenn draußen die Wölfe heulen und innen der Kamin seine wohlige Wärme verströmt – dann läuft dieser Stoff wie Öl hinunter und wärmt die Sinne von innen. Diesen Typus von Wein muß man mögen; ob man ihn je verstehen wird, wage ich zu bezweifeln.

"Quorum" Barbera d´Asti

Italien : Piemont : "Hastae"

Rotwein : Barbera : 2001

Aufgepaßt, Freunde italienischer Raritäten! Wir bekamen ein paar wenige Kisten dieser wohl legendärsten Barbera des Marktes. Die atemberaubend tiefgründige Spezialcuvée ist ein Gemeinschaftswerk sechs weltbekannter Betriebe des Piemont (Braida, Berta, Chiarlo, Coppo, Prunotto und Vietti), die den Wein als Hommage an jene Rebsorte verstehen, der sie einen Gutteil ihrer Existenz verdanken. „QUORUM“ ist ihre Vision einer gemeinsam geschaffenen großen Barbera, ist ihre Interpretation einer gehaltvollen, eindrücklich dichten Barbera, deren schmelzige Gerbstoffstruktur extrem fein und nobel wirkt. 2001 fiel als historischer Jahrgang im Piemont entsprechend außergewöhnlich aus. Endlos klingt der Wein würzig im Mund aus. Er ist kraftvoll und edel, seidig und samtig zugleich, weich und satt auf der Zunge, und verhehlt seinen über 10monatigen Ausbau in neuen Barriques nicht. Deren Holzaromen hat er durch 12monatige Flaschenreife nach der Füllung raffiniert in eine intensiv würzige Duft- und Geschmacksstruktur integriert. „Quorum“ ist ein legendäres Experiment, das wir unseren treuen Italo-Fans leider nur in limitierter Stückzahl offerieren können.

Primitivo Tarantino Rosso "I Pastini" IGT

Italien : Apulien : Torre Vento

Rotwein : Zinfandel = Primitivo : 2005

Zwar geht Zinfandel genetisch auf Primitivo zurück, doch kann kein einziger Primitivo mit dem Schmelz und der aromatischen Finesse eines guten kalifornischen Zinfandels aufwarten. Insofern wirkt die anbiedernde Analogie, die manche süditalienischen Produzenten zu knüpfen versuchen, wie der verzweifelte Versuch der Aufwertung einer Rebsorte, an die sie selbst nicht glauben. Zumindest schmecken so die meisten Primitivos. Torre Ventos Exemplar kann mit Würze, kraftvoller Expressivität, mediterraner Simplizität und ursprünglicher Kraft punkten. Richtige Weinfreude vermittelt auch er nur in Verbindung mit einem entsprechend würzigen, deftigen Gericht aus der lokalen apulischen Küche. Primitivo trinkt man zum Essen. Primitivo ist ein robuster Alltagswein, Finesse, feine Gerbstoffe, Spiel und Harmonie kennt die Rebsorte nicht. Primitivo ist eine alte angestammte, autochthone Rebsorte, rustikal zwar und deftig, aber wenn sie seriös bereitet wurde und nicht mit schlechten Holzfaßnoten zugedeckt und kaschiert wurde, dann kann sie mehr Spaß im Glas vermitteln als mancher renommierte Önologentropfen, der vor lauter Punkten, Bechern und Klunkern das Trinkvergnügen vergessen hat.

Aleatico rosso passito

Italien : Toskana : Az. Agr. Massa Vecchia

Rotwein : Aleatico : 2003

Rausch der Sinne. Ein verrückter roter Süßwein aus Aleatico, einer uralten, früher in Mittelitalien weit verbreiteten Tafeltraube, die großartige Süßweine liefert, die aber leider kaum noch zu finden sind. Der Duft dieses tanninhaltigen, kraftvoll süßen Traubenelixiers ist betäubend und intensiv. Orientalische Gewürze, Zimt, Nelken, Süßholz und Muskat entströmen dem Glas, benebeln die Sinne und schmelzen im Mund in endlosem Nachklang langsam dahin. Einer der originellsten Süßweine Italiens, der drei Jahre lang im Holzfaß auf der Feinhefe reifte. Wir bekamen leider nur wenige Flachen zugeteilt. Gesamtproduktion zwei Fässer, rund 500 Liter. Eine rare Kostbarkeit also.

Bianco di Maremma IGT "Massa Vecchia"

Italien : Toskana : Az. Agr. Massa Vecchia

Weißwein : Vermentino = Rolle : 2003

Ein extremer Weißwein aus Vermentino und anderen lokalen Rebsorten. Ihn mazerierte Fabrizio Niccolaini sechs Monate auf den Beerenschalen. Nach Trennung von den festen Bestandteilen reifte er über 18 Monate in gebrauchten Barriques auf der Feinhefe. Der Wein präsentiert sich, ohne Schwefelung während der Weinbereitung, goldgelb und naturtrüb in der Farbe, wie Natur-Apfelsaft. Er zeigt aber keinerlei Anzeichen von Oxidation im Sinne des Verderbs. Im Gegenteil, er muß unbedingt dekantiert werden, um sich entfalten zu können. Nur dann integriert er seine straffe frische Säure harmonisch in die gerbstoffbeladene Textur. Dieser Wein hat tatsächlich Tannine, die durch die Mazeration auf der Maische wirksam werden. Sie machen chemisch-physikalisch Sinn, weil sie als natürliche Anti-Oxidantien wirken. Der in jeder Hinsicht ungewohnte und provozierende, herausfordernde Wein erinnert an traditionellen georgischen Weinbau, der Weißweine in großen Amphoren in der Erde ausbaut, wo sie oft über viele Tage auf Stiel und Stengel mazerieren und gären. Dieser Wein löst Diskussionen aus und ist keiner, den man jeden Tag trinken will, ist auch kein Maßstab und kein Spitzenwein. Aber er ist interessant und spannend und auf jeden Fall eine Bereicherung des Spektrums Weißwein. Italien für Fortgeschrittene. „Massa Vecchia“, ein versteckt liegendes Landgut bei Massa Marittima in der Maremma, gehört Fabrizio Niccolaini und Patricia Bartolini, die dort seit 1985 konsequent organischen Landbau betreiben. Seit 1993 sind sie zertifizierter Biobetrieb. Fabrizio hat seine kleine Cantina zweckmäßig eingerichtet. Die Dimensionen sind klein, angepaßt an die nur 4,5 ha Rebfläche. Seit zehn Jahren hat sich das Paar konsequent der Biodynamik verschrieben; in der praktischen Umsetzung sind sie weiter und kompromißloser, als irgend jemand sonst in Italien. Im Keller probieren wir Weine, die uns vom Hocker hauen. Hier ist ein Meister des Naturweines am Werk. Vom trockenen Vermentino bis zur exotischen süßen Aleatico-Spätlese, alle Weine strahlen vor Purismus und Brillanz. Fabrizio Niccolaini kam zur Biodynamik, weil er kerngesundes Lesegut mit ganz bestimmten Eigenschaften anstrebte. Er praktiziert extrem lange Maischestandzeiten ohne jede Extraktion, um durch entsprechende Antioxidantien und sehr niedrige pH-Werte, ein weiterer Einfluß der Biodynamik, eine Weinbereitung ohne Schwefel zu realisieren. Seine eigenwilligen Weißweine strotzen vor Mineralität, die sie aus den eisenhaltigen Böden der Maremma beziehen, und zeigen Frische und Substanz auf ganz eigene, so noch nie probierte Weise. Die Rotweine überzeugen durch ungewohnte Dichte und Konzentration, durch innere Ruhe und pure Materie, durch berührende Natürlichkeit in Ausstrahlung und Geschmack. Trotz verrückt langer Maischestandzeiten von mehreren Monaten wirken die Weine sensitiv extrahiert. Die Farben sind von eigener Brillanz; die Weißweine sind dunkelgelb, lassen Oxidation erahnen, die aber weder in Duft noch Geschmack evident ist; das Niveau aller Weine im Keller ist faszinierend und überzeugend, ist einmalig; ich habe so etwas in dieser Machart und Expressivität in derart kompetenter Konsequenz noch nirgendwo sonst auf der Welt probiert! Singuläre Unikate, die mit dem egomanischen Kommerzschrott typisch italienischer Weinerei nichts zu tun haben. „Massa Vecchia“, ein faszinierender Betrieb.
„Ariento“, ein Weißwein-Extrem aus 100 % Vermentino. Sechs Monate mazerierte dieser merkwürdige Weißwein auf seinen Beerenschalen. Nach Trennung von den festen Bestandteilen reifte er über 18 Monate in gebrauchten Barriques auf der Feinhefe. Sein „gesunder“ pH-Wert von 3.2 sorgt für Stabilität. Der Wein präsentiert sich, ohne jede Schwefelung, zwar goldgelb in der Farbe, zeigt aber keinerlei Anzeichen von Oxidation im Sinne des Verderbs. Im Gegenteil, straffe frische Säure integriert sich nach dem Dekantieren harmonisch in die gerbstoffbeladene Textur des Weines. Der Wein hat tatsächlich Tannine, die durch die Mazeration auf der Maische wirksam werden, chemisch-physikalisch aber Sinn machen, weil sie als natürliche Anti-Oxidantien wirken. Dieser ungewohnte Wein erinnert an den georgischen Weinbau, der Weißweine in großen Amphoren in der Erde versenkte, wo er auf Stiel und Stengel über lange Zeit vergor. Er wird heiße Diskussionen auslösen und verschreckt und verstört konventionelle Italo-Weißweinfans auf Lebzeiten. Dekantieren Sie ihn ausreichend bevor Sie ihn trinken möchten.

Vendemmia tardiva "Patrizia Bartolini"

Italien : Toskana : Az. Agr. Massa Vecchia

Süßwein : Vermentino = Rolle : 2002

Patrizia Bartolini ist Fabrizio Niccolainis Lebensgefährtin, mit der er seit 1985 das kleine Weingut betreibt. Ihr widmet er diese spektakulär viskose Spätlese aus Vermentino und Sauvignon Blanc, die würzig und cremig die Zunge benetzt. Solche Süßweine sind einsam, denn sie machen einsam. Wer trinkt solche Spezialitäten, wer nimmt teil an diesem Schauspiel, daß eine Passion voraussetzt? Geröstete Nüsse, warme Sommeraromen, getrocknete Blüten, intensive Karamel- und Nougatnoten machen sich breit im Mund. Geschmackserfahrung für Eingeweihte. Aus luftgetrockneten, extrem spät gelesenen Trauben entsteht dieses Wunder der Natur. Drei Jahre Ausbau und Gärung im Faß zügeln es, umrahmen es mit dunkelgelber trüber Farbe und einer aromatischen Intensität und einem sinnlich viskosen Gefühl im Mund, die man in dieser Expressivität und Feinheit nur selten erlebt. Das ist „Patrizia Bartolini“.

Brunello di Montalcino "Salicutti"

Italien : Toskana : Podere Salicutti

Rotwein : Sangiovese : 2001

Francesco Leanza setzt im Jahrgang 2001 markante Akzente. Sein Brunello wirkt fülliger und dichter, vielleicht auch geschmeidiger als der Vorgängerjahrgang. Die rubinrote Farbe setzt sich in intensiv würzigem, tiefgründig balsamischem Bukett fort, das berauschend wirkt in seiner Wildheit und Intensität. Dem Reiz dieses morbid herbstlichen Duftspektrums kann man sich kaum entziehen. Kräuter, Gewürze und Tabak finden da in sanftem animalischem Hauch zusammen, sanft und doch kraftvoll, wild und intensiv zugleich. Im Mund öffnet sich der Wein spröde und widerwillig. Er kann noch ein paar Jahre auf der Flasche vertragen. Doch aus der Karaffe entfaltet er rote, reife Früchte, vor allem reife Kirschen und Vanille, und er setzt morbide Unterholz-Noten und Kakaoaromen frei und entwickelt packende Rasse mit ätherisch wirkender Frische im ganzen Mundraum. Diese duftige und zugleich wilde aromatische Transparenz, gepaart mit warmer Kraft und Würze, machen Francesco Leanzas unmodischen Brunello einmalig und identifizierbar. Spröde und unnahbar in der Jugend, entwickelt er erst mit der Zeit seine balsamische Intensität, die wunderbar ist und Brunello eben doch zu einem großen Weinerlebnis macht.

"Volano" Toscano Rosso IGT

Italien : Toskana : Tenuta Il Molino di Grace

Rotwein : Sangiovese & Cabernet Sauvignon : 2005

„Volano“ ist ein Glücksfall von Wein und Preis. Gerhard Hirmer, Mitbesitzer und Leiter des ehrgeizigen Aufsteigerbetriebes bei Panzano, hat seine Tenuta „Molino di Grace“ in den letzten Jahren erfolgreich an die Spitze des Chianti geführt. Dabei schenkt er seinen Kunden auch bei seinem einfachsten Wein im Portfolio, besagtem „Volano“, bemerkenswert reinen Wein zum fairen Preis ein. Der „Volano“ ist ein leckerer, unkomplizierter Basis-Roter aus den jungen Reben von Molino di Grace und zugekauften Trauben von Nachbarweingütern; er enthält aber auch, und das ist bemerkenswert, jene Cabernet- und Merlot-Partien, die Gerard Hirmer aus seinen Chiantis verbannte, um diese authentischer zu machen. „Volano“ verwöhnt mit einem Niveau, das zu diesem Preis Staunen macht, auch wenn man unschwer schmeckt, daß es sich nicht nur um Sangiovese handelt. Ein erstaunlicher Alltagstropfen von nicht alltäglichem Niveau.

Chianti Classico Riserva "Il Molino di Grace"

Italien : Toskana : Tenuta Il Molino di Grace

Rotwein : Sangiovese : 2003

Guter Chianti kann etwas Nobles, Unverwechselbares haben, eine Ausstrahlung, der man sich, wenn man jemals im Chianti war, kaum entziehen kann. So bezaubert Molino di Graces Riserva mit wohltuenden balsamischen Komponenten im Duft, sinnlich und intensiv, warm und würzig dunkelbeerig im rauchigen Duftprofil. Ihr ätherisches Bukett erinnert an weihnachtliche Aromen, an Laub, Blüten und sinnliche Gewürze, Vergänglichkeit der Zeit. Im Mund etwas spröde aber frisch wirkend, kernig mit samtigen Rändern, sinnliche Würze auch auf der Zunge. Auf diesem Niveau macht Chianti Spaß und da geht auch der Preis in Ordnung, denn mit diesem fast berauschend schönen Wein erfährt man Genuß mit allen Sinnen, erlebt Wein mit Gefühl, Stimmung und Assoziation. Molino di Grace schwingt sich auf an die Spitze im Chianti mit einer Riserva, die unverwechselbar Sangiovese signalisiert und dem geschundenen Image des Chianti wieder auf die Sprünge hilft.

"Gratius" Toscana IGT

Italien : Toskana : Tenuta Il Molino di Grace

Rotwein : Sangiovese : 2003

„Gratius“, das noble Flaggschiff von „Molino di Grace“, ist keiner jener langweiligen Cabernet-Sangiovese-Einheitstropfen, die als „Super Tuscans“ fragwürdigen Eingang in die Weingeschichte Italiens fanden. „Gratius“ ist ein edler Wein mit Seele, Authentizität und Charakter, eine eindrucksvolle Weinpersönlichkeit, deren balsamisches Würz- und Beerenbukett bleibenden Eindruck hinterläßt. Kühl und intensiv entsteigt es sinnlich wärmend dem Glas mit vielschichtigem Spektrum an dunkelblauen, ätherischen Gewürzaromen, wie nur die Toscana sie so hervorbringt. Sangiovese der ältesten Stöcke des Weingutes läßt den sich druckvoll im Mund öffnenden Wein spröde und elegant zugleich aufgehen und lange am Gaumen nachklingen. „Gratius“ ist eindrucksvoll, kein uniformer Gaumenschmeichler, kein entsäuerter, fetter, milder Önologen-Weltwein, sondern ein charaktervoller Landadeliger mit Rückgrat und kraftvoll frischem Tiefgang, typisch für Kalkboden, typisch für Sangiovese auf „Galestro“, nachvollziehbar authentisch und vor allem herrlich trinkig. „Gratius“ entwickelt sich in der Karaffe über Stunden zu selten eindrücklichem Toscana-Erlebnis.

Salice Salentino "Faneros" Rosso DOC

Italien : Apulien : Torre Vento

Rotwein : Negro Amaro : 2005

Richtig, den haben Sie schon im Discounterregal gesehen. Aber nein, unser Salice schmeckt nicht so wie die Billigversion aus großindustrieller Produktion! ! "Negro Amaro" heißt die autochthone Rebsorte, die dem dunkelwürzigen Alltagsroten Charakter, Rustikalität und intensive Farbe verleiht. Mediterran im Geschmack, mit einem Hauch Bitterschokolade und Spuren von gerösteten Kastanien und reifen Pflaumen, läßt dieser Wein nur eines vermissen: Gerbstoffe. Die will der Kunde aber auch nicht, der diesen Wein kauft. Der sucht ein italienisches Weinerlebnis, das nicht anstrengend ist, das ein wenig Frucht und Würze hat und das sich unkompliziert zur Pasta hinunterspülen läßt. Das Geheimnis Italiens sind ursprüngliche, ehrliche Weine wie dieser: Einmalig in der Welt des Weines, sozialverträglich im Preis und stilistisch unverwechselbar - keine Kopien, sondern Originale. Daß diese Originale manchmal etwas bemühter und mit mehr Anspruch realisiert werden könnten, interessiert die Kunden, die diese Weine kaufen, wenig. Also bleibts bei Rustikalität und deftigem Anspruch.

Cerasuolo di Vittoria DOC

Italien : Sizilien : Az. Agr. Cos

Rotwein : Nero D´Avola & Frappato : 2001

„Cerasuolo di Vittoria“ ist ein sizilianischer Rotwein, der in einem breiten Spektrum an Stilen und Qualitäten in der Provinz Ragusa produziert wird. Frappato und Nero d´Avola sind die zwei wesentlichen einheimischen roten Rebsorten Siziliens, die einen angenehm duftigen Rotwein ergeben, der zum Aushängeschild der sizilianischen Weinrenaissance wurde. Während die meisten sizilianischen Weingüter ziemlich technische Einheitstropfen produzieren, die, egal wie sie heißen und wieviele Gläser ihnen der Gambero Rosso verliehen hat, bei uns selten mehr als Gähnen verursachen, machen die Weine der ungewöhnlich artisanal arbeitenden Azienda Agricola Cos Staunen: Nicht heiß und mediterran stellt sich ihr animierend zu trinkender Rotwein dar, sondern erstaunlich transparent, vielschichtig, aromatisch und dabei einfach und unkompliziert wirkt er im Trunk. Auch hier dominiert eine eher spröde Gerbstofftextur, die Appetit anregt und Lust auf den nächsten Schluck macht, sie paßt aber ideal zur begeisternd aromatischen Purezza der Küche Siziliens. Diesen Rotwein trinkt man eben nicht „einfach so“, er entfaltet sein rassiges Spiel erst mit der entsprechenden Küche! Ein Wein mit viel Lokalkolorit. Frappato und Nero d´Avola sind die zwei wichtigsten einheimischen roten Rebsorten Siziliens, die im legendären "Cerasuolo di Vittoria" einen angenehm leichten und duftigen Rotwein ergeben, der zum Aushängeschild der neuen sizilianischen Weinrenaissance wurde. Nicht heiß und mediterran stellt sich dieser leckere, animierend zu trinkende Rotwein dar, sondern transparent, vielschichtig, aromatisch und doch einfach und unkompliziert im Trunk. Auch hier dominiert, wie bei fast allen Rotweinen Italiens, eine eher spröde Gerbstofftextur, die Appetit anregt und Lust auf den nächsten Schluck macht. Diesen Rotwein trinkt man nicht "einfach so", dieser ideale Speisenbegleiter entfaltet sein rassiges Spiel erst mit entsprechend aromatischer Küche. Eine Bereicherung im Sortiment! Die Azienda Agraria "Cos" ist einer der besten Betriebe Siziliens, der mit ungewöhnlichen Qualitäten von sich reden machte und dessen gesamtes Sortiment wir in Zukunft führen werden. Hier zur Einführung ein erster Blick auf einen "Cos"-typischen Wein.

"Gradale" Barbera d´Asti

Italien : Piemont : Villa Terlina

Rotwein : Barbera : 2004

Barbera anderer Dimension. Drücken Sie Ihre innere Reset-Taste und erleben Sie eine Barbera ungewöhnlicher struktureller Dichte und Realisierung. „Gradale“ stammt von jüngeren Reben der „Villa Terlina“ auf einem Hang mit lehmigem Kalkboden. Bestockt mit den üblichen Barbera-Klonen des Piemont. Von ihnen gewinnt Paolo Alliata eine singuläre Barbera. Der exzellente Jahrgang 2004 brachte atemberaubend gute Qualität auf Flasche, die ihresgleichen sucht im Piemont. Sie vereint auf seltene Weise Frische mit Wucht und Körper, Feinheit mit Substanz, und Schmelz mit Kraft und Fülle. Paolo Alliata hat dem Jahrgang raffiniert kühle Seiten abgerungen. Trotz hohen Alkoholgehaltes und dessen wärmender Kraft hat der Meisterwinzer den Jahrgang zu einer feinen, erfrischend kühlen und eleganten Barbera interpretiert, deren innere Qualitäten beeindrucken. Tiefes gesundes Rubinrot funkelt im Glas. Die Nase registriert reife Wald- und Brombeeraromen, edle Hölzer, Tabak und Zeder, unterlegt mit tiefgründigen Kaffee- und Gewürznoten. Bordeaux läßt grüßen. Differenziert frische Textur wirkt kühl im Mund, trotz mächtiger Konzentration, umspült den Gaumen kraftvoll mit seidiger Dichte von erfrischender Substanz. Das kann so kein anderer im Piemont. Herbstliche Würze, kompakte Länge, eigenständiges Profil. Potential für Jahre und nicht nur preislich eine kleine Sensation. Ein Betrieb aus dem Piemont, auf den wir große Stücke halten! Er produziert hochkonzentrierte Barbera im traditionellen Stil, modern aber schonend vinifiziert, kraftvoll und authentisch im Geschmack, und vor allem, und das macht diese Weine einmalig, mit dem unverfälschten seltenen Hauch uralter Reben versehen, den man in Italien so gut wie nicht mehr findet.
Dr. Paolo Alliata studierte Agrarwissenschaften in Florenz, Bordeaux und Beaune, arbeitete in der Pfalz und in Bordeaux, war viele Jahre als önologischer Berater in Italien tätig und kaufte sich 1997 mit seiner deutschen Frau Bettina jenes kleine Weingut, auf dem er sich seitdem wie kein anderer in Italien der authentischen Interpretation der Barberatraube widmet. Er besitzt 80 und mehr Jahre alte Reben vor, die in der sagenhaften Stockdichte von 10.000 Stöcken pro Hektar stehen, einem im Piemont einmaligen Qualitätsfaktor für Konzentration in Aroma und Geschmack. Das Potential dieses leider noch wenig bekannten Betriebes ist mehr als vielversprechend und wir tun alles, um den Ruf dieses Ausnahmebetriebes zu mehren.
Bettina und Paolo Alliata sind dabei, auf Biodynamik umzustellen, was im feucht warmen Klima von Asti eine Herausforderung besonderer Art darstellt und noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Ihre Arbeit im Weinberg ist mustergültig und setzt im technikverliebten Italien einen wohltuenden Kontrapunkt, weil bei Alliatas Qualität im Weinberg entsteht, und nicht im Keller „gemacht“ wird. Unmittelbar nach der Traubenbildung dünnen sie z. B. schwache oder überflüssige Zweittriebe aus, um den starken Primärtrieben bessere Ernährung zu gewährleisten. Im Juli wird ausgelichtet und im August Blattwerk entfernt. Auf diese Weise intensivieren sie die Farbwerte und erreichen verbesserte Homogenität der Traubenreife. Doch lassen wir die Technik. Warten Sie, bis Sie diese Weinwunder im Glas haben. Erleben Sie das in Italien äußerst selten zu erschmeckende Erlebnis alter Reben – jenen dichten Kern auf der Zungenmitte mit den konzentrierten Düften frisch gespitzten Bleistiftes und tiefgründigen Zigarrenkistenaromas. Diesem Weingut prophezeien wir eine brillante Zukunft!
Barbera „Gradale“ 2001. Ein grandioser Jahrgang, eine große Barbera, deren innere Qualitäten begeistern. Das tiefe Rubinrot funkelt teuflisch im Glas. Die Nüstern registrieren intensiven Duft nach Wald-, Heidel- und Brombeeren, unterlegt mit dunklen Kaffee- und Gewürznoten. Im Mund registriert man frische, konturierte Textur, die kühl wirkt, trotz der mächtigen Konzentration im Hintergrund, die den Gaumen mit fruchtiger Frische beschickt. Diese köstliche Barbera füllt den Mund mit feinen, kühlen, frischen Gerbstoffen von morbider Fruchtintensität bis in den hintersten Winkel. Eine eigenständige, unmodische Barbera mit Länge und Profil, mit Eigenart und Charakter, die Potential für Jahre in sich trägt - zu diesem Preis eine Sensation und einer der letzten Geheimtips des Piemont.

Rosso Sicilia Contrade "Labirinto" IGT

Italien : Sizilien : Az. Agr. Cos

Rotwein : Nero D´Avola : 1999

Mit dem Labyrith, dem „Labirinto“, liefert COS den Beweis, daß Nero d´Avola mehr ist als „nur“ eine der vielen autochthonen Rebsorten Italiens. Viele Jahre verweigerten gerade die Offiziellen des italienischen Weinbaus, allen voran der unvermeidliche „Gambero Rosso“ den angeblich unedlen Rebsorten aus alten Tagen jegliche Anerkennung. Die Antwort steht vor Ihnen. Dieser Wein ist ein Gigant im Samthandschuh: Sehr spannendes Bukett, vielschichtig, warm, die Bazare des nahen Nordafrika meint man im Duft zu spüren, würzige getrocknete Kräuterintensität, die Hitze des Tages, aber auch die Kühle des Abends durchziehen das tiefgründige Bukett. Im Mund nicht minder tief und ergreifend, satt und stoffig, zugleich fein und samtig, mit vielen Schichten von Aromen. Es ist kein großer Wein im Sinne raffinierter Eleganz, aber es ist ein großer Wein mit Ursprungscharakter und Ausstrahlung.

Rosso Sicilia "Scyri" IGT

Italien : Sizilien : Az. Agr. Cos

Rotwein : Nero D´Avola : 1999

„Scyri“ ist hundertprozentiger Nero D´Avola, der die Eigenarten der Rebsorten wie unter dem Brennglas fokussiert. „Scyri“ macht Nero d´Avola zur faszinierenden Rebsorte. Satte dunkle Farbe mit dunkelrotem Kern, hoher Alkohol, reiche, opulente Gerbstoffstruktur, Tannine satt und überall, aber den Wein durchzieht eine gerade, klare, feine Säureader, die ihm rassige Länge gibt, die ihm Frische vermittelt und vor allem den Alkohol so gekonnt puffert, daß man sich mit Wonne diesem wärmenden Südwein-Erlebnis hingibt. Im Duft ist er fein, subtil, geradezu ätherisch mit seinen warmen roten Beerendüften, denen gelb-braune Gewürze den Hauch der roten Erde im Bukett vermitteln, auf denen die Reben gediehen. Reife Wärme, durchsetzt mit kühlenden Adern, so könnte man diesen noblen Nero d´Avola, der 14 Monate in Barriques reifte, beschreiben, nur übertroffen vom großen „Contrade“. Spannende Weinerfahrung!

"Réserve del Conte" Rosso IGT

Italien : Südtirol : Manincor

Rotwein : Cabernet Sauv., Merlot & Lagrein : 2006

Des Grafen rote Cuvée, die „Réserve del Conte“, wirkt auf den ersten Schluck „international“ in Duft und Geschmack. Doch schon der zweite offenbart kühlen, kräuterwürzigen Südtiroler Hintergrund. Der Wein trinkt sich angenehm unkompliziert, wirkt kühl und fast erfrischend und erinnert an würzigen, reifen Loire-Cabernet, dem ein Touch Kalifornien die Reife und ein Hauch Bordeaux die Eleganz besorgen. Des Grafen rote Reserve ist animierend und schmeckt „wertig“. Ihr reifes Bukett nach roten Früchten, ihr zarter Hauch von Vanille durch sensiblen Ausbau in Barriques und ihr saftiger Mittelbau auf der Zunge bescheren Trinkfreude in seidigen Gerbstoffen und eleganter, fast kühlender Textur. Ihre charaktervolle Geschmackstiefe rekrutiert sich zu je einem Drittel aus Lagrein, Cabernet und Merlot. Die anspruchsvolle Cuvée bewegt sich zwar selbstbewußt im stilistischen Bild des Weltweines, doch weiß sie sich souverän vom Klischee zu emanzipieren als edler Südtiroler Rotwein mit Eigenart, Stil und Profil. Michael Graf Enzenberg widmet sich eine Cuvée, die zu je einem Drittel aus Lagrein, Cabernet und Merlot besteht. Sie wirkt "international" im Geschmacksbild, doch auf der Zunge entwickelt sie eigenständige Stilistik. Ihr fruchtig-würziges reifes Bukett nach roten Früchten, ihr zarter Vanillehauch durch den gekonnten Ausbau in Barriques und ihr saftiger Mittelbau auf der Zunge, den seidige Gerbstoffe und elegante Textur von charaktervoller Geschmackstiefe prägen, weist ihn als Südtiroler Rotwein aus. Wärmer, zugänglicher und würziger, als es die z. B. ein Bordeaux kann. Die Reserve des Grafen ist ein unkomplizierter, dennoch anspruchsvoller Rotwein, der im stilistischen Bild des Weltweines bleibt, sich dort aber unauffällig und souverän emanzipiert hat. Südtiroler Rotwein mit Eigenart, Stil und Profil. Die "Réserve del Conte" kann sich sehen, riechen und schmecken lassen. Eine gräfliche Empfehlung ohne Risiko und Reue. Unser Rotwein des Jahres 2008. Eine populäre Cuvée eines renommierten Bio-Betriebes aus Südtirol. Michael Graf Enzenberg, der junge und engagierte Eigner des großen Obst- und Weinbaubetriebes "Manincor" mit Sitz in Kaltern kann seit der mutigen Umstellung auf biodynamische Bewirtschaftung bemerkenswerten Qualitätszuwachs verzeichnen, der die Richtigkeit seiner Entscheidung eindrucksvoll bestätigt. So gut und so typisch südtirolerisch war dieser Wein noch nie. Der Jahrgang 2006 markiert damit einen Wendepunkt, denn Cabernet, Merlot und Lagrein finden jetzt zu spannender Identität aus internationaler Stilistik und regionaler Prägung zusammen. In Duft und Geschmack unverkennbar ein Südtiroler Rotwein, schafft Michael Graf Enzenberg sensibel die Balance zwischen Globalisierung und Regionalisierung. Gleichzeitig ist ihm der angestrebte Paradigmenwechsel hin zu Frische und Feinheit, zu angenehmer Trinkbarkeit mit hohem Anspruch, mit diesem Jahrgang endgültig gelungen. Profunde aromatische und strukturelle Substanz weist der gräfliche Rotwein nun auf, sanft wirkt er auf der Zunge und seidig, kühl und kühlend zugleich, und am Gaumen klingt er lange würzig nach. Ein Rotwein ganz eigener Prägung, der intensiv würzig und beerig duftet, der Lagrein läßt grüßen, und der dicht und angenehm transparent wirkt im Mundgefühl, fast leicht und schwebend in feinen, eleganten und erfrischend unaufdringlichen Gerbstoffen, die er sandigen Lehm-, Kalkschotter- und Porphyrschotterböden verdankt, die ihn wie Seide wirken lassen im Mund. Graf Enzenbergs „Reserve del Conte“ ist trotz bemerkenswert hohen Niveaus kein komplizierter Tropfen, sondern ein entspannender, leckerer Rotwein für jedermann und jederzeit, der Anspruch und Wirklichkeit mit Bravour verbindet. Sein eigenständiges Profil trägt er nicht umsonst mit Stolz vor sich her. Ein würdiger Rotwein des Jahres von einem Musterbetrieb mit vielversprechender Zukunft.

Vino Nobile de Montepulciano "Bindella" DOCG

Italien : Toskana : Tenuta Vallocaia-Bindella

Rotwein : Sangiovese : 2004

Vino Nobile ist als Appellation zwar weltberühmt, doch nur selten korrelliert die Qualität auf der Flasche mit dem Image der Region. 2004 war ein exzellenter Jahrgang in Montepulciano. Bindellas Wein beeindruckt deshalb mit sanftem Schmelz in würziger Fülle, seine reifen Gerbstoffe gefallen durch Druck und Präsenz am Gaumen. Im Nachklang wirkt duftige Feinheit in typisch spröder Aromenfülle. Aus Prugnolo Gentile (85%), und 15 % Canaiolo, Mammolo und Colorino gewinnt Bindella einen Vino Nobile, der im traditionellen großen Holzfaß das Licht der Welt erblickte. Dort reifte er 18 Monate zum rustikalen Landadel heran, der als nobler Vino seine künftigen Besitzer mit dem Reiz toskanischer Landschaft im Glas zu verwöhnen versteht.

Barolo „Leon“

Italien : Piemont : Cascina Luisin

Rotwein : Nebbiolo : 2003

Ein Barolo, der endlich einmal überzeugend burgundische Qualitäten besitzt. Weich und süß, cremig, samtig dicht und komplex füllt er den Mund wie ein richtig guter Pinot. Wann haben Sie so einen Barolo das letzte Mal getrunken? Robert Minutos Schmuckstück macht die Analogie zwischen Burgund und Barolo nachvollziehbar, schafft die Brücke zwischen Pinot Noir und Nebbiolo, und bleibt sich dabei selbst treu: Ein stiller, unspektakulär auftretender Individualist, dem die widerspenstige Rebsorte Nebbiolo Charakter und Leben einhaucht. Dabei muß ein Wein wie dieser nicht erst zwanzig Jahre liegen, bis man ihn trinken kann. Roberto Minutos schonende Weinbereitung, traditionell im Sinne des Wortes, von der Spontanvergärung bis zum langen Reifelager im großen Holzfaß, brachte im Ausnahmejahrgang 2003 einen geschmeidigen Barolo-Typus hervor, der von heute an über die nächsten zehn Jahre mit Genuß getrunken werden kann. Dank seines freundlichen Preises kann man ihn sich sogar ab und zu leisten.

Carmignano DOC "Barco Reale"

Italien : Toskana : Tenuta di Capezzana

Rotwein : Sangiovese & Cabernet Sauvignon : 2005

„Barco Reale“, der kleine Bruder des großen Carmignano von Capezzana, ist ein würziger, weicher Rotwein aus Sangiovese, 10 % Cabernet Sauvignon, 10 % Cabernet Franc und 10% Canaiolo. Seine charakteristische Trockenheit wirkt nicht adstringierend oder austrocknend, wie man das von vielen toskanischen Rotweinen kennt, sondern ist hier wesentlich tragendes, geradezu erfrischend wirkendes Element im Geschmacksbild. Für toskanische Verhältnisse ist „Barco Reale“ sogar ein bemerkenswert süffiges Exemplar, geschmeidig, gehaltvoll, gefällt spontan und sorgt für Weinvergnügen in seiner dunklen Würze, die Charakter und Eigenart genüßlich zu verbinden weiß. Der trockene Aspekt im Geschmacksbild zieht sich durch alle Weine von Capezzana, Prägung des kalkig kargen Terroirs, das den Weinen unverwechselbaren Charakter verleiht. „Barco Reale“ ist ein anspruchsvoller Begleiter mediterraner Küche, bekömmlich und charaktervoll. Man trinkt sich schnell in sein exzellentes Preis-Genuß-Verhältnis ein. Italien tut sich schwer mit seinen Weinen in unserem Programm. Mit dem Lugana-Kommerz wollen wir nichts zu tun haben, dazu haben wir sehr viel preiswertere, handwerklich seriös produzierte Weißweine z. B. aus Deutschland im Programm; mit dem üblichen italienischen Önologeneinerlei, weichgespülte Softies ohne Charakter und Herkunft, seelenlose Anonymtropfen mit schönen Etiketten, konnten wir noch nie etwas anfangen. Italien hat seine Wurzeln aus dem Blick verloren. Traurige Tatsache ist, daß man mit einem echten, authentischen italienischen Rot- oder Weißwein den "klassischen Italienerfreund" nicht mehr hinter dem Ofen vorlockt. Dabei gibt es abseits des gruseligen Italienkommerzes noch wahre Weinwerte in Italien. Ein solcher ist die "Tenuta di Capezzana" aus dem toskanischen Carmignano. Ein Klassiker, den wiederzuentdecken sich lohnt. Keine weichen, warmen Softies, sondern herzhafte typisch toskanische Weingenüsse, die Lust auf Saft und Kraft im Glas schüren. Italien von seiner besten Seite. Nicht als überteuerte Nobel-Bouteille, sondern als leckerer, deftiger, trockener, würziger Wein, der im Glas eine lustvoll genüßliche Figur, una bella figura, abgibt, so unkompliziert wie süffig, mit äußerst reellem Anspruch.
„Barco Reale“, ein bemerkenswert realistisch bepreister Carmignano, ist ein herzhafter Roter aus Sangiovese, der 10 % Cabernet Sauvignon, 10 % Cabernet Franc und 10% Canaiolo zum animativ trockenen Mundgefühl verhelfen, das die Zunge mit geschmeidigem Weinvergnügen versorgt. Die typisch toskanische balsamische Würze entsteigt dem Glas; Assoziationen von Zeder, Leder und getrockneten Sommerkräutern reizen die Nüstern, ein Hauch von Weihrauch weht über das Glas; erfrischend die kühlende Ader der Cabernets auf der Zunge; mit jedem Schluck mehr genießt man „Barco Reale“ als süffigen Begleiter angenehm entschleunigter Stunden, der unverwechselbar toskanische Sehnsüchte weckt. Ein Muß zu mediterraner Küche, perfekt am Grill und bekömmlich und charaktervoll wenn es still wird am Abend. Ein exzellenter Rotwein mit exzellentem Preis-Genuß-Verhältnis, eine Ausnahme in Italien, zuverlässig wie wenige, so anspruchsvoll wie preiswert und ein Tip, der Freude macht.

Nero D´Avola "Don Antonio"

Italien : Sizilien : Az. Morgante

Rotwein : Nero D´Avola : 2003

„Don Antonio“ ist das Spitzenprodukt der Familie Morgante, das in Italien legendären Ruf genießt. Mit regelmäßigen Drei Bechern im Gambero Rosso, hohen Parker Bewertungen und dem Schliff des Riccardo Cotarella als Önologen hat dieser Wein bei uns im Programm keinen Platz mehr. Er war ohnehin nur für den Laden gedacht, doch auch dort räumen wir auf und lichten konzeptionell konsequent das Sortiment aus. Wir trennen uns von allen agrarindustriellen Weinen im Programm. „Don Antonio“, das ist 100 % Nero d´Avola, in neuen Barriques über 18 Monate gereift, ultrareif gelesen und dann von der bewährten Hand Riccardo Cotarellas zu weicher Süße und mildem Schliff veredelt. Intensive würzige Frucht im Glas, reife Kirschen, duftige Rosenblätter, süßliche Gewürze, Lakritze und Kakao. Man kennt das von so und so vielen Weinen Italiens, egal, woher sie auch kommen mögen. Die Handschrift des Önologen dominiert den Charakter. Unbestritten: „Don Antonio“ schmeckt superlecker, weich, rund, intensiv, würzig und sexy fruchtbetont. Ein sehr gut gemachter Wein. Aber eben gemacht. Ciao bello. Nero d´Avola, eine aromatisch vielversprechende, uralte, noch immer wenig bekannte, aber hochwertige Rebsorte des italienischen Südens, überzeugt durch originell eigenständigen Charakter. In Verschnitten sorgt ihre dicke Beerenschale für angenehme Fülle an Gerbstoffen und für erstaunliche Haltbarkeit; in dieser reinsortigen Version von "Morgante", die übrigens den italienischen „Wein-Oscar 2005“ für ihr herausragendes Preis-Genuß-Verhältnis gewann, bezaubert ein würziges Bukett mit erstaunlichem Spektrum an Sinneseindrücken, das di