K & U-die Weinhalle-der Weinversand

Kompromißlos handwerklich hergestellte Weine aus seriösem Weinbau

ohne die üblichen und machbaren Manipulationen im Keller

aus Kalifornien, Frankreich, Italien, Spanien, Österreich und Deutschland. Weine voller Charakter und Stil, nicht stromlinienförmig konsumentenfreundlich, sondern mit so viel Geschmack und Ausstrahlung wie möglich; authentisch und vornehmlich aus weniger bekannten Regionen: Von der Loire, aus Cahors, dem Bergerac, dem Languedoc-Roussillon, der Rhone, aus Oregon, Washington State und Kalifornien, aus Apulien oder den Marken, von der Mosel oder dem Mostviertel.

Penedes

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Basilicata

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Burgenland

Das Burgenland ist eine Region von großem landschaftlichem Reiz. Der traditionelle Weinbau bearbeitet im wesentlichen Lagen in der Ebene oder an sanften Hügeln und Hängen. Die besten Weinlagen scheint man dort gerade erst zu entdecken. Das ist gut so, denn trotz enormer Popularität zahlreicher hochdekorierter Winzer und Weine besitzt die Region vinologisch kaum Identität. Das Burgenland zeigt als Weinregion kaum Profil oder Eigenart. Zwar gibt es eine Unzahl schöner Weine, die vornehmlich als Cuvées auf den Markt kommen, typisch österreichische Weine, aufgetunt, mächtig im Alkohol, dunkel in der Farbe, satt im Holzeinsatz, und immer ein bißchen zu laut im Glas – die Presse jubelt und die Winzer sind ausverkauft -, doch haben die meisten mit Herkunftsidentität nichts am Hut. Mostkonzentrationsverfahren und anderes önologisches Feintuning sind dort gang und gäbe, denn der enorme Stoff, die gewaltige Extraktion und die so beliebte laute Konzentration müssen ja irgendwo herkommen.
Wir bieten Ihnen ausschließlich und kompromißlos Weine an, die nicht mit einem der beschriebenen Konzentrationsverfahren hergestellt wurden. Unsere Winzer, es sind deshalb nicht viele, wagen Identität und produzieren Weine mit unverkennbarem Herkunftscharakter. Das ist noch immer die Ausnahme im heutigen österreichischen Weinbusiness. ? ?

Saar

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Oberösterreich

Mâconnais

Mal ganz ehrlich: Geht Ihnen Burgund nicht auch auf die Nerven? Nirgendwo auf der Welt klaffen Anspruch und Wirklichkeit so weit auseinander, wie hier. Zugegeben, man ist sofort wieder mit allen Fehleinkäufen und Katastrophenproben versöhnt, wenn man einen richtig großen Burgunder im Glas hat; da ist man auch versucht, Bordeaux zu vergessen, das dagegen fast monoton, eintönig und standardisiert wirkt. In Anbetracht eines großen Burgunders vergessen auch wir den Ärger mit arroganten Winzern und das Schachern um Mengen. Doch wie oft passiert das? Viel zu selten, und immer ist es ein äußerst teures Vergnügen!
Faktum 1: Pinot Noir ist die wohl delikateste rote Rebsorte. Sie ist hitzeempfindlich, stark Fäulnis sensibel und hat nur eine kurze Periode des Reifeoptimums. Sie neigt je nach Klon zu Über- oder Unterproduktion, bringt aber nur bei Minimalerträgen entsprechende Konzentration. In der Vinifikation reagiert sie empfindlich auf jedweden Eingriff: Schwefelung dankt sie sensibel mit Farbverlust, Aromaeinbuße und sauren trockenen Tanninen; Schönung, Filtration, zu häufiges Umziehen und zu viel Holz bei mangelnder Substanz des Weines führen unmittelbar zum Verlust von Struktur, Charakter und Qualität. Sind deshalb wirklich große rote Burgunder so rar, wie sie teuer sind?
Faktum 2: Viele Winzer produzieren zuviele mittelmäßige Flaschen. Die Rebflächen sind klein in Burgund, zur Produktion hochwertiger Qualitäten verlangt der Weinberg nach viel Arbeit, das Wetter spielt nur in wenigen Jahren wirklich mit, und die Vinifikation fordert Fingerspitzengefühl und Erfahrung. Für die Produktion von Spitzenweinen, mit denen man in der Presse steht, die dem Namen der Domaine Glanz verleihen, und die sich als Imageträger leicht verkaufen lassen, ist entsprechender Aufwand nötig. Klar, daß davon nicht viele Flaschen produziert werden. Doch produziert wird viel mehr mit weniger Aufwand und weniger Sorgfalt. Also ist der Markt voll mit Flaschen, die ihr Geld nicht wert sind. So delikat die Rebsorte, so unüberschaubar der Markt, so divergierend die Qualität des Angebotenen: Ein echtes Mienenfeld für den nicht hundertprozentig Informierten.
Faktum 3: Burgund ist eine traditionelle Weinbauregion. Der Anspruch, überliefert seit Jahrhunderten, ist ungeheuer. Und weil Burgund in Frankreich eine Art Nationaldenkmal in Sachen Wein ist, läuft der Absatz unabhängig von der Qualität mehr oder weniger automatisch. Dadurch fehlt der Ansporn zur Innovation, zur Verbesserung, zur Dynamik. Erst Neueinsteiger, junge Winzer mit Auslandserfahrung und eine kritische Auslandspresse, brachten neuen Wind in die verstaubten Keller Burgunds. Doch noch immer werden Unmengen schlechter Weine, vor allem Weißweine, produziert - und verkauft. Und noch immer wird viel zu wenig miteinander probiert, kommuniziert oder kritisiert. Nur die ohnehin schon etablierten exportorientierten Spitzenbetriebe tauschen sich aus, verkosten und reisen gemeinsam, sind offen für Neues - und werden immer besser.
Faktum 4: Für die Rotweine Burgunds scheint der Jahrgang 1993 den längst fälligen, nun tatsächlich stattfindenden Wandel zu markieren - den prompt und provokant Frankreichs renommierte Fachzeitschrift "Revue du vin de France" (Oktober 1995) mit Michel Bettane an der spitzen Feder dokumentiert: Unter Führung des jungen Önologen Claude Bourguignon hat sich eine Gruppe von 52 Produzenten, darunter viele bekannte und renommierte Betriebe, unter dem Namen G.E.S.T. zu intensivem Erfahrungsaustausch zusammengefunden. Es geht um biodynamischen Weinbau, um niedrigere Erträge, sorgfältigere Weinbergsarbeit (Blattwerksschnitt zur Durchlüftung und besseren Reife im August, grüne Lese für mehr Konzentration, Drainagesysteme zur Erosionsverhinderung, etc) und schonende Vinifikation (Kaltmazeration etc.) ohne Filtration und Schwefelung. Der Jahrgang 1993 markiert in der Tat für bestimmte Betriebe einen Wendepunkt, der sich eindrucksvoll in eklatant verbesserter Weinqualität widerspiegelt.
Faktum 5: Gute Weißweine sind in Burgund noch seltener als große Rotweine. Die Tatsache, daß Dominique Lafon von der Domaine des Comtes Lafon mit die eindrucksvollsten Weißweine der Welt produziert, bedeutet nicht, daß automatisch alle Meursaults von ähnlicher Qualität sind - das Gegenteil ist der Fall. Burgunds ganzer Stolz ist die über Jahrhunderte überlieferte und gewachsene Klassifikation der Lagen, die für die Preisgestaltung auch heute noch verantwortlich zeichnet. Tatsächlich garantiert alleine der Name des Produzenten für Weinqualität, nicht aber die Lage. Eindrucksvolle Beispiele hierfür sind die Domaine Joblot in Givry oder Jean Thevenet in Macon, deren Weißweine viel besser sind, als viele viel teurere Premier Crus aus weit berühmteren Lagen.
Wir sind in Burgund noch immer häufiger als in so manch anderer Region unterwegs. Aber wir haben so viel Spaß mit unseren Weinen aus den weniger bekannten Regionen Frankreichs, in denen fragwürdige Traditionen, Image und Familienrangordnung nicht die Rolle spielen wie im traditionellen Burgund, daß wir keine Lust mehr haben, Weine minderer Lagen kaufen zu müssen, um damit das Anrecht auf ein paar wenige Flaschen der gut verkäuflichen Spitzenlagen zu bekommen. Hat man Chancen sie zu ergattern, dann muß man sie sich entweder mit anderen Importeuren, die den mühsamen Gang des Bettelns und Andienens bereitwilliger als wir auf sich genommen haben, teilen, oder es gibt nur winzige Mengen, oder/und der geforderte Preis steht in keinerlei Relation mehr zum Wein-Erlebnis.
Unser Engagement in Burgund hält sich also in wohldefinierten Grenzen:
Wir offerieren Ihnen ein paar wenige Produzenten, die wir seit Jahren kennen und deren Qualitäten vielleicht nicht die ausgereizte Spitze Burgunds repräsentieren, die aber sehr zuverlässige Weine der Oberliga produzieren. Mit unseren Burgundern kaufen Sie Trinkvergnügen. Unsere Preise haben noch eine nachvollziehbare Relation zum Inhalt, und unsere Weine entpuppen sich auch nach Jahren nicht als Leichen im Keller. Das garantieren wir.
Wir konzentrieren unsere Energien statt auf das mühsame Bohren und Schlangestehen lieber auf interessantere, dynamischere und im besten Sinne preiswertere Regionen, in denen man die Weine bekommt, die man haben will. Burgund muß man derzeit jedenfalls nicht unbedingt haben.

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Champagne

Das Geschäft mit den teuren Blasen ist längst hart umkämpft und macht keinen Spaß mehr. Die großen Marken werden vor allem über den Preis verkauft, selbst vor der Billig- und Ramsch-Großfläche schrecken die angeblich so seriösen Häuser nicht mehr zurück – längst findet man die großen Marken der Champagne im Supermarktregal. Wen wundert da ein schwindendes Qualitätsimage.
Mit teuren Image-Kampagnen wirbt man zwar um neue Kunden, doch das eigentliche Problem lösen sie nicht: Das Interesse an hochwertigem Schaumwein leidet darunter, daß vielen Käufern ziemlich egal ist, was sie im Glas haben, Hauptsache Name, Etikett und Preis stimmen; nach Qualitätskriterien fragt kaum noch jemand, wer hat sie schon!
Wer macht sich noch die Mühe, die vielen Champagnermarken nach Stilistik, Herkunft, Flaschenreife und Dosage zu unterscheiden?

Wer bei K&U einen Champagner kauft, soll hochwertige Ware bekommen, die nicht von der Stange kommt. Sie schmeckt nachvollziehbar nach hochwertigen Grundweinen, die entsprechende Zeit auf der Hefe verbrachten um möglichst individuellen Charakter zu entwickeln.

Egal ob Champagner oder x-beliebiger Schaumwein — nach unserer Qualitätsvorstellung müssen sie alle auf der Zunge durch harmonische Reife und cremige, weiche Textur überzeugen, Frische müssen sie besitzen, und reif und füllig muß man den Wein, aus dem sie einst entstanden, herausschmecken können. Guter Schaumwein kann ein Vergnügen für die Sinne sein, er belebt und erfrischt auf dekadente Art und Weise und offeriert dem kundigen Weintrinker anspruchsvollen Genuß.

Guter Champagner ist haltbar und entwicklungsfähig, ist hintergründig, vielschichtig und anspruchsvoll. Und dabei zugleich so herrlich leicht und unbeschwert zu genießen.
Billiger, und damit schlechter Champagner dagegen ist ein Ärgernis, geprägt von schriller Disharmonie von Säure und Süße auf der Zunge, die einem das Zahnfleisch von den Zähnen nagt und unmittelbar nach "Genuß" dem Magen Probleme bereitet.
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Elsaß

Die Weine des Elsaß tun sich bis auf bekannte Ausnahmen schwer in Deutschland.
Da sind zum einen die unzähligen "Geheimtips" deutscher Elsaßurlauber, die vor Ort einkaufen und jeder für sich glaubt, den wahren Schatz gefunden zu haben.
Da sind zum anderen die viel publizierten Betriebe mit den großen Namen, die heute alle mehr oder weniger süße und zudem entsprechend teuere Monsterweine präsentieren, hochbepunktet von der Fachpresse und teilweise spektakulär im Glas, aber nicht einfach zu trinken, weil sie bewußt akademisch angelegt sind.
Und da ist zum dritten das generelle Imageproblem des Elsaß, das sich mit seinem den deutschen Weinen vergleichbaren Rebsortenspiegel auf dem hiesigen Markt nicht leicht tut mit der Abgrenzung seines spezifischen Charakters.
Authentizität zu wahren bzw. zu finden ist derzeit des Elsaß großes Problem.
Wir sind keine großen Elsaßfans, das geben wir offen zu. Dennoch fanden sich über die Jahre immerhin drei Betriebe bei uns ein, die, jeder für sich, überaus eigenständige, interessante, und wie wir meinen, auch sehr authentische Elsässer Weine präsentieren, so unterschiedlich sie auch in Stilistik, Herkunft und Herstellung sind. Es sind Weine, die eindrucksvoll erschmecken lassen, warum der Begriff "Terroir" im Wein eben doch eine so wichtige Rolle spielt: Drei verschiedene Winzer aus drei verschiedenen Regionen des Elsaß mit völlig verschiedenen Weinen lassen, je nach Terroir, Bodenformation, Exposition und Mikroklima, auf faszinierende Weise eine geschmackliche Reise durch die verschiedenen Charaktere und Stile des Elsaß unternehmen.
Es sind originelle Weißweine, voller Charakter und Anspruch, die wir als Bereicherung unseres Programmes nicht missen möchten, zumal sie gastronomisch hervorragend einsetzbar sind.
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Santa Barbara County

Kaliforniens Central Coast, noch vor wenigen Jahren belächeltes und ungeliebtes Massenanbaugebiet, hat sich zu einem der meistbeachteten neuen Weinbaugebiete Kaliforniens gemausert. Hier ist das Klima vielfältiger, kühler, differenzierter, aber auch unberechenbarer, als im warmen Norden, wo Napa und Sonoma für den Weltruf kalifornischer Weine sorgten. Vor allem Chardonnay, Syrah und Pinot Noir gedeihen in der Central Coast besonders gut. Dabei reicht das Gebiet von Hollister im Norden, wo Calera seit fast 20 Jahren als einer der Terroir-Pioniere Weltklasseweine präsentiert, über Monterey, Paso Robles, Arroyo Grande und Edna Valley bis nach Santa Maria und Santa Barbara. Hier ist das Land noch bezahlbar, die Bodenformationen besonders vielfältig und das Klima sehr unterschiedlich, vor allem aber um einiges kühler als im Norden. Dieses Temperaturgefälle gibt den Central Coast-Weinen besondere Frische, sorgt für weniger Alkohol und feinere Texturen der Weine. ? ?

Napa Valley

Diese weltberühmte Weinbauregion ist so vielfältig, daß es für den Laien schwierig ist, die Unterschiede zu kennen. Immerhin darf sich alles, was aus diesem Tal und den angrenzenden Hügel- und Berglagen kommt mit dem pekuniär so attraktiven Aufdruck "Napa Valley" schmücken. Die tatsächlich aus den Tallagen stammenden Weine sind dabei eher langweilig. Sie gleichen sich sehr und besitzen wenig Terroircharakter oder Spezifik. Einzig die vom südlichen Ende des Napa Valley stammenden Rutherfond Bench-Weine (Opus 1, Harlan, Corison und andere) weisen einen sehr eigenständigen, duftigen und doch aromatisch ungeheuer komplexen Fruchtcharakter auf, der sie einzig unter den Rotweinen der Welt macht. Die interessantesten Weine kommen heute von den Hang- und Berglagen am Howell Mountain, am Diamond Mountain, am Spring Mountain etc. Auch hier also deutlich der Trend zu spezifischer Abstammung mit Charakter, zu Terroir und Mikroklima als Ursprung hochkarätiger Qualitäten. Napa Valley befindet sich mitten in neuem Aufbruch. ? ?

Santa Cruz

Nur wenige Wineries schmücken sich mit dieser Appellation, die sich spektakulär südwestlich von San Francisco hoch über die Bay erhebt, mit einem unglaublich weiten Blick über das Silicon Valley und die angrenzenden Millionenstädte. Der St.-Andreas-Graben läuft geradewegs durch die Appellation und sorgt immer wieder für Unruhe. Das berühmteste Weingut der Santa Cruz Range ist RIDGE VINEYARDS, deren Weine in besonderem Maße das Klima hier oben widerspiegeln. Hier wird rund 2-3 Wochen nach Napa gelesen, es ist deutlich kühler, und entsprechend dunkel und in der Jugend unnahbar präsentieren sich die Weine. Ein faszinierend beeriger Fruchtkern, der sich durch sehr spezifische Würze und Tiefe auszeichnet, sorgt bei den Weinen von Santa Cruz und Umgebung für erkennbar deutlichen Weincharakter. Ridge´s Monte Bello ist einer der "europäischsten" und größten kalifornischen Cabernets von Weltformat, der sich über 10 und mehr Jahre zu faszinierender Größe entwickelt. ? ?

Sonoma / North Coast

Sonoma, das ruhige, noch immer beschauliche Nachbartal des berühmten Napa Valley kann bei weitem nicht mit dessen Renommee mithalten. Und doch kommen auch von hier großartige Weine, die freilich viel vielgestaltiger und differenzierter ausfallen, weil Sonoma insgesamt eine sehr viel vielfältigere Klimastruktur und Geografie aufweist. Sonoma selbst ist nicht gerade berühmt wegen seiner Weine, doch ab Santa Rosa beginnen die diversen Gebiete, von Dry Creek, über Russian River, Valley of the Moon und Glen Ellen, bis nach Lytton Springs. Eine unglaubliche Vielfalt an Stilen und Weinen kommt aus Sonoma, und inzwischen sorgen ein paar renommierte Betriebe wie Kistler, Laurel Glen, Landmark, Ridge und andere dafür, daß Sonoma nicht nur bei Kennern berechtigte Anerkennung findet. ? ?

Languedoc

Das Languedoc wird erwachsen. Aus dem unüberschaubaren Ozean an immer neuen Weinen, neuen Weingütern und einer Vielzahl an Appellationen kristallisieren sich nach hektischen Boom-Jahren einzelne Weine und Weingüter heraus, deren eigenständige Qualitäten und Charaktere eine neue Generation repräsentieren. Sie orientieren sich nicht an internationalen Geschmacksmustern, sondern wagen ursprüngliche Eigenart. Sie huldigen nicht stromlinienförmigen Weincharakteren, die vermeintlichem Kundengeschmack in Übersee konvenieren sollen, sondern wagen unverfälschten, natürlichen Ursprungscharakter, der ihre rauhe Herkunft kompromißlos widerspiegelt. Sie werden nach allen Regeln der Winzerkunst entsprechend international üblichen Qualitätskriterien in Weinberg und Keller produziert, basieren aber auf regionalen angestammten Rebsorten, deren Typizität sie so authentisch wie möglich als Eigenart und Charakter interpretieren. Sie stammen von sorgfältig gepflegten Spitzenlagen, meist bestockt mit alten Reben, die sich über lange Zeiträume als besonders geeignet erwiesen. Es sind nicht viele Winzer und Weine, die man zu dieser neuen Generation im Languedoc rechnen kann. Doch sind die meisten der neuen Spitzenwinzer Quereinsteiger, die nicht aus der Region stammen. Sie sind also nicht an vermeintliche "Traditionen" gebunden, sondern besitzen mehr Gespür für Terroir und Herkunftscharakter, als der typische Vater/Sohn-Betrieb, der nur zu oft gefangen wirkt in den lähmenden "Traditionen" des noch immer straff genossenschaftlich organisierten Languedocs. Diese Newcomer verstanden es, mit Gespür, Leidenschaft und technischem Know-how bequemen Genossenschaftswinzern die unliebsamen, weil arbeits- und kostenintensiven Spitzenlagen, die nicht mit der Maschine zu bearbeiten sind, meist für wenig Geld abzukaufen. Selbst heute noch kosten maschinenbearbeitbare Talflächen in Südfrankreich das Vielfache gegenüber hochwertigen Hang- und Steillagen, die von Hand zu bearbeiten sind. Deshalb überleben dort oft alte Rebstöcke, meist allerdings in tristem Zustand. Was zeichnet die neuen Qualitäten aus dem französischen Süden aus? Nach mühsamen Jahren des Lernens, in denen die Qualitätsschwankungen im Keller über die Jahrgangscharakteristika dominierten, weshalb man mit älteren Jahrgängen aus dem Languedoc grundsätzlich vorsichtig sein sollte, versteht man es nun, den unverwechselbaren Charakter der Lagen in entsprechend singulären Weincharakter umzusetzen – über die üblichen, ermüdend uniform wirkenden typischen "Garrigue"-Aromen des französischen Südens hinaus. Besagte Spitzenweine neuer Generation, um die es uns hier geht, präsentieren sich präsent und intensiv in den Gerbstoffen, wirken aber fein und nobel, schmecken ungewöhnlich kühl und elegant, fast erfrischend in den Gerbstoffen, und ersetzen ihre einst geschmacklich dominierende mediterrane Hitze, mit entsprechend massiven, stets etwas rustikalen Gerbstoffen, durch charakteristische Intensität der Aromen und subtile Integration unverkennbar deutlichen Ursprungscharakters. Sie besitzen ein weiteres Spektrum an Expression und Typizität als früher und können sich in Textur, Struktur und Geschmacksqualität mit jedem großen Wein der Welt, der nicht aus der üblichen Winemaker-Retorte stammt, messen. Sie verlangen lediglich ein wenig Offenheit, Neugierde und Geschmackserfahrung. Man kann diese Weine neuer Generation durchaus, trotz ihres originären Charakters, z. B. mit einem großen Bordeaux oder Kalifornier vergleichen, auch wenn sie grundlegend "anders" schmecken. Der Eindruck aber, den sie im Mund hinterlassen, ist vergleichbar konsistent, ist ähnlich subtil und in seinen komplexen Bestandteilen ähnlich nachhaltig und schlüssig. Damit trennt sich im Languedoc die Spreu vom Weizen und entwickelt, abseits modisch-langweiliger Syrah-Omnipräsenz, Identität auf höchstem Niveau. Diese Entwicklung hat unser Interesse am Languedoc wieder neu entfacht. Wir fanden viele Weine in letzter Zeit uniform, ermüdend in Stil und Geschmack, wenig spannend. Vielleicht haben wir uns am Languedoc "übertrunken"? Mit unserer Auswahl an Weinen neuer Generation betreten wir Neuland, sie reizen uns persönlich sehr, weisen sie doch den Weg in eine neue, andere Zukunft des Languedoc, auf einer neuen Stufe von Qualität, die nicht langweilig werden wird. Das Languedoc wird erwachsen, wir repräsentieren diese positive Entwicklung mit unserem "Languedoc-Programm 2004". © Martin Kössler/K&U 2003 Das Languedoc wird erwachsen. Aus dem unüberschaubaren Ozean an immer neuen Weinen, neuen Weingütern und einer Vielzahl an Appellationen kristallisieren sich nach hektischen Boom-Jahren einzelne Weine und Weingüter heraus, deren eigenständige Qualitäten und Charaktere eine neue Generation repräsentieren. Sie orientieren sich nicht an internationalen Geschmacksmustern, sondern wagen ursprüngliche Eigenart. Sie huldigen nicht stromlinienförmigen Weincharakteren, die vermeintlichem Kundengeschmack in Übersee konvenieren sollen, sondern wagen unverfälschten, natürlichen Ursprungscharakter, der ihre rauhe Herkunft kompromißlos widerspiegelt. Sie werden nach allen Regeln der Winzerkunst entsprechend international üblichen Qualitätskriterien in Weinberg und Keller produziert, basieren aber auf regionalen angestammten Rebsorten, deren Typizität sie so authentisch wie möglich als Eigenart und Charakter interpretieren. Sie stammen von sorgfältig gepflegten Spitzenlagen, meist bestockt mit alten Reben, die sich über lange Zeiträume als besonders geeignet erwiesen. Es sind nicht viele Winzer und Weine, die man zu dieser neuen Generation im Languedoc rechnen kann. Doch sind die meisten von ihnen Quereinsteiger, die nicht aus der Region stammen. Sie sind also nicht an vermeintliche "Traditionen" gebunden, sondern besitzen mehr Gespür für Terroir und Herkunftscharakter, als der typische Vater/Sohn-Betrieb, der nur zu oft gefangen wirkt in den lähmenden "Traditionen" des noch immer straff genossenschaftlich organisierten Languedocs. Diese Newcomer verstanden es, mit Gespür, Leidenschaft und technischem Know-how bequemen Genossenschaftswinzern die unliebsamen, weil arbeits- und kostenintensiven Spitzenlagen, die nicht mit der Maschine zu bearbeiten sind, meist für wenig Geld abzukaufen. Heute kosten maschinenbearbeitbare Talflächen in Südfrankreich das Vielfache gegenüber hochwertigen Hang- und Steillagen, die von Hand zu bearbeiten sind. Deshalb überleben dort oft alte Rebstöcke, meist allerdings in tristem Zustand. Was zeichnet die neuen Qualitäten aus dem französischen Süden aus? Nach mühsamen Jahren des Lernens, in denen die Qualitätsschwankungen im Keller über die Jahrgangscharakteristika dominierten, weshalb man mit älteren Jahrgängen aus dem Languedoc grundsätzlich vorsichtig sein sollte, versteht man es nun, den unverwechselbaren Charakter der Lagen in entsprechend singulären Weincharakter umzusetzen – über die üblichen, ermüdend uniform wirkenden typischen "Garrigue"-Aromen des französischen Südens hinaus. Besagte Spitzenweine neuer Generation, um die es uns hier geht, präsentieren sich präsent und intensiv in den Gerbstoffen, wirken aber fein und nobel, schmecken ungewöhnlich kühl und elegant, fast erfrischend in den Gerbstoffen, und ersetzen ihre einst geschmacklich dominierende mediterrane Hitze, mit entsprechend massiven, stets etwas rustikalen Gerbstoffen, durch charakteristische Intensität der Aromen und subtile Integration unverkennbar deutlichen Ursprungscharakters. Sie besitzen ein weiteres Spektrum an Expression und Typizität als früher und können sich in Textur, Struktur und Geschmacksqualität mit jedem großen Wein der Welt, der nicht aus der üblichen Winemaker-Retorte stammt, messen. Mit unserer Auswahl an Weinen neuer Generation betreten wir Neuland, sie reizen uns persönlich sehr, weisen sie doch den Weg in eine neue, andere Zukunft des Languedoc, auf einer neuen Stufe von Qualität, die nicht langweilig werden wird. Das Languedoc wird erwachsen, wir repräsentieren diese positive Entwicklung hier im Programm. ?

Loire

Noch vor wenigen Jahren konnten wir den Weinen der Loire nicht viel abgewinnen. Heute widmen wir der Loire ganz bewußt einen programmatischen Schwerpunkt, der dem unter anderem auch durch die Preisexplosion in Bordeaux ausgelösten grundlegenden Wandel in dieser unwahrscheinlich vielfältigen Region versucht gerecht zu werden.
Dabei interessieren uns vor allem die weniger bekannten Appellationen der Loire, wie z.B. Chevergny, Quincy, Reuilly, Savennieres, Montlouis, Coteaux de L´Aubance, Coteaux du Loir, Coteaux du Layon und Jasnières, neben den bekannten Vouvray, Saumur, Saumur-Champigny und Chinon.
Das Zusammentreffen großer Jahrgänge an der Loire mit einer weltweit reichlich verrückten Nachfrage und Preisentwicklung für Renommierweine und solchen, die Qualität durch hohe Preise suggerieren wollen, läßt gerade die Rotweine der Loire interessanter denn je erscheinen. Junge Winzer, die z. T. aus anderen Regionen hierher kamen, weil Grund und Boden noch erschwinglich waren, führten in den letzten Jahren der Region neue Ideen zu, sorgten für wichtige Impulse und setzten Maßstäbe.
Das wohl faszinierendste an der Loire aber sind die verschiedenen Terroirs (Bodenformationen), die, wie wohl nirgendwo sonst, vor allem die Weißweine so unmittelbar und nachvollziehbar eigenständig schmecken lassen. Alleine die unglaubliche Vielfalt der verschiedenen Charaktere von Sauvignon Blanc, einer Rebsorte, der wir bisher weniger Aufmerksamkeit widmeten, ist direkt mit deren Herkunft zu korrelieren. Und daß die Chenin Blanc-Traube bei uns noch wenig bekannt ist ändert nichts an der Tatsache, daß sie unzweifelhaft zu den originellen und großen der Weißweinwelt gehört. Sie bringt freilich nur hier an der Loire jene Größe und Stilistik, die sie so faszinierend vielfältig, so außergewöhnlich eigenständig, so lager- und entwicklungsfähig macht, sei es ob sie trocken oder edelsüß ausgebaut wurde. Sie zog uns mit ihren unterschiedlichen Weinen schnell in ihren Bann, steht sie doch wie keine andere Rebsorte der Welt für Individualität und Charakter im Wein, abseits aller modischer Trends — entsprechende Qualität vorausgesetzt. Daß sowohl Sauvignon Blanc wie Chenin Blanc ein Meer von unglaublich langweiligen charakterlosen Massenweinen zu verantworten haben, liegt weniger an den Rebsorten, als an deren Herstellung.
Immer mehr Weinfreunde sind offen für Neues, suchen nach Individualität im Meer der stromlinienförmigen Wein-Schönlinge, und sind nicht mehr nur fixiert auf Bordeaux oder Burgund. Sie suchen nach hochwertigen Alternativen, die man noch bezahlen kann. Diesen Kennern möchten wir Abwechslung bieten mit neuen, originellen und eigenständigen Qualitäten aus unserem Loire-Programm, die für uns eine erstaunliche Bereicherung darstellen. Manche rissen uns bei unseren Besuchen vor Ort gelegentlich buchstäblich vom Hocker, so verblüfft waren wir von Qualität und Vielfalt. Bleibt uns nur, Ihnen unseren Spaß auf Ihrer Loire-Entdeckungsreise zu wünschen

Die Rotweine der Loire: Keine anderen Rotweine Frankreichs sehen wir als so direkte Alternative zu den Hochgewächsen Bordeaux, ähneln die hochkarätigen Rotweine der Loire doch in Geschmack und Charakter auf verblüffende Weise so manchem guten Pomerol oder Graves. Dabei gehört die an der Loire dominierende Cabernet Franc nicht gerade zu den attraktivsten roten Rebsorten, obwohl man ihr eine direkte Verwandtschaft mit der weltweit so populären Cabernet Sauvignon nachweisen kann. Sie neigt zu massiver Überproduktion des Blattwerkes, was sich unmittelbar in jenen unattraktiven Kräuter- und grünen Paprikaaromen manifestiert, die von so manchem Loirefan zwar als "typisch" geschätzt werden, die wir aber als Zeichen von Unreife hassen wie die Pest. Das gute an Cabernet Franc ist aber, daß sie, entsprechende Bearbeitung und Zügelung im Weinberg vorausgesetzt, auch in kühleren Klimata wie an der Loire früh zu physiologischer Reife gelangt. Dann kann ihr erdiger, kräuterwürziger mineralischer Charakter voller dunkler Beerenfrüchte im Bukett spannende und eigenständige Weine hervorbringen, durchzogen von jenem Hauch Süße in Frucht, Gerbstoffen und Geschmack, die für uns Zeichen vorbildlicher Weinbergsarbeit mit entsprechender Reife sind. Nur diese Weine interessieren uns.
Dazu müssen die Reben auf ein Minimum zurückgeschnitten werden; durch gezielte Ausdünnung des Blattwerkes kann man die grünen, unattraktiv vegetalen Kräuteraromen unterdrücken, weil die so erzielte Exposition der Trauben zu einem Gleichgewicht zwischen Blattwerks- und Traubenwachstum führt, das erst jene physiologische Vollreife der Trauben ermöglicht, die nicht nur für ein viel reiferes Aroma des Weines sorgt, sondern auch für deutlich feinere und reifere Gerbstoffe.
Der anschließende Ausbau mit vollständiger Vergärung im Holzfass führt nicht nur zu viel bekömmlicherer Weinchemie, sondern macht auch den Geschmack attraktiver, weil intensiver, reiner, weicher und subtiler; die gesamte Gerbstoffstruktur verändert sich überaus positiv durch einen derartigen Ausbau im Holzfass.
Die Weißweine der Loire: Abseits der berühmten Appellationen Sancerre und Pouilly Fumé hält die Loire eine ganze Reihe unbekannterer Appellationen für den Weinfreund bereit, in denen derzeit überall selbstbewußt zum Aufbruch geblasen wird. Dominierende Rebsorten sind:
Die bekannte Sauvignon Blanc, die hier ein weites Spektrum von Charakteren aufweist, von bekannt simpel und hocharomatisch bis zu faszinierend vielschichtig, geprägt von den einmaligen Bodenformationen der Loire, wie z. B. in Quincy.
Die sehr viel intellektuellere und faszinierend vielseitige Chenin Blanc bringt einerseits einige der feinsten und langlebigsten süßen Weißweine der Welt hervor, andererseits ist sie verantwortlich für herrlich frische, lebendige und attraktive trockene Weißweine, die so langlebig wie entwicklungsfähig sein können. Nirgendwo sonst, wie hier im kühlen Anjou-Touraine, wo der Maximalertrag per Gesetz auf nur 45 hl/ha beschränkt wurde, bringt Chenin Blanc jedenfalls den so animierend säurebetonten lebendigen Charakter, dessen attraktiver Duft nach Honig und frischem Obst höchst eigenständige Qualität signalisiert.

Den hierzulande kaum populären Weinen der Loire widmen wir seit Jahren einen programmatischen Schwerpunkt. Waren in der Vergangenheit die Jahrgangsschwankungen das große Problem der Loire, sorgt seit ein paar Jahren der Klimawandel für eine noch nie dagewesene Folge exzellenter Jahrgänge; man kann die Loire als den Nutznießer des Klimawandels im europäischen Weinbau ansehen. Eine Vielzahl junger Winzer, die z. T. aus anderen Regionen an die Loire kamen, weil Grund und Boden noch erschwinglich waren, sorgte in den letzten Jahren für enormen qualitativen Aufschwung, setzte neue Impulse, vor allem auch im Bioanbau, und schuf neues Interesse.
Das faszinierendste an der Loire ist ihre Vielfalt an Appellationen, basierend auf entsprechend unterschiedlichen Bodenformationen. Sie sorgen wie nirgendwo sonst auf der Welt für bunte Vielfalt und selbstbewußte Ausdruckskraft in den Weinen.
Die verschiedenen Charaktere der populären Sauvignon Blanc-Traube z. B. entstehen auf sehr unterschiedlichen Böden, die sie stilistisch und geschmacklich von jedem anderen Anbaugebiet der Welt unterscheiden.
Die bei uns wenig bekannte Chenin Blanc-Traube entwickelt an der Loire seltene Größe und Stilistik; faszinierend vielschichtig, extrem haltbar und entwicklungsfähig und bewundernswert eigenständig, ob trocken oder edelsüß, wird sie an der Loire zu einer der originellen und großen Rebsorten der Weißweinwelt, die nirgendwo sonst vergleichbar eigenständiges Niveau erreicht. Sie zog uns nachhaltig in ihren Bann, steht sie doch wie keine andere Rebsorte der Welt für Individualität und Charakter im Weißwein, abseits modisch globaler Trends.
Die guten Rotweine der Loire ähneln in Geschmack und Charakter auf verblüffende Weise so manchem guten Pomerol oder Graves. Die an der Loire dominierende Cabernet Franc gehört nicht gerade zu den attraktivsten roten Rebsorten, obwohl man ihr die direkte Verwandtschaft mit der populären Cabernet Sauvignon nachweisen kann. Sie neigt zu massiver Überproduktion des Blattwerkes, die sich in jenen unattraktiven Kräuter- und grünen Paprikaaromen manifestiert, die von so manchem Loirefan zwar als "typisch" geschätzt werden, die wir aber als Zeichen von Unreife strikt ablehnen. Doch Klimawandel und verbesserte Bearbeitung und Zügelung im Weinberg lassen die Trauben neuerdings ausreifen, und so beweist ein guter Cabernet Franc von der Loire solitäres Niveau in erdig frischem, kräuterwürzig mineralischem Charakter voller dunkler Beerenfrüchte im Bukett, durchzogen von jenem Hauch würziger Süße in Frucht und Geschmack, der nicht nur Zeichen vorbildlicher Weinbergsarbeit, sondern auch entsprechender Reife ist.
Die Haltbarkeit großer Cabernet Francs ist legendär, ihre Frische bezaubernd, ihr Niveau eindrucksvoll.
Immer mehr Weinfreunde sind offen für Neues. Sie suchen nach Individualität im Meer der stromlinienförmigen Industrieschönlinge, nach Alternativen, die man bezahlen kann, nach Abwechslung durch originelle und eigenständige Qualität, die nachvollziehbar ist. Die guten Weine der Loire sind alles andere als massenkompatibel; sie wagen Individualität, Vielfalt und Charakter wie wenige andere — und sind deshalb eine Bereicherung für neugierige und interessierte Weinfreunde. ?

Madiran

In Anbetracht der internationalen Preisentwicklung für hochwertige Rotweine, nicht nur in Bordeaux, sondern auch in Spanien, Italien und Kalifornien, verwundert es nicht, daß sich Weinkenner nach Alternativen umsehen. Sie sind dabei flexibler geworden, offener für Neues. Denn diese Alternativen müssen nicht mehr unbedingt ihrem bisherigen Weinideal entsprechen, sie sollten aber einen Charakter aufweisen, der sich in das Geschmacksbild des Cabernet Sauvignon einfügt. Die spezifische Tanninstruktur des Cabernet Sauvignon hat nun mal die Zungen der meisten Weintrinker geprägt.
Die für uns sich aufdrängende Alternative "Loire" scheint vielen noch zu abwegig. Es wird noch ein wenig dauern, bis sich die Spitzenbetriebe dort als entsprechende Alternative darstellen können. Ob das gestiegene Interesse an Madiran nur an der Nähe zu Bordeaux liegt, ob es die Bordeaux sehr ähnliche Gerbstoffstruktur der Weine ist, oder ob es die attraktiven Preise sind, die hier seit fast 10 Jahren mehr oder weniger konstant blieben, Tatsache ist, daß sich die eigenwillig tanninbetonten, äußerst lagerfähigen Roten dieser jahrelang vergessenen Region im Herzen der malerischen Gascogne inzwischen großer Beliebtheit erfreuen. Diese neue Popularität verdanken sie im wesentlichen dem berühmtesten Wein der Region: Chateau Montus. Dessen Besitzer, Alain Brumont, sorgte mit großem Marketingaufwand für weltweite Popularität seiner Besitztümer. Viele Weintrinker kennen deshalb zwar Chateau Montus, sie wissen aber nicht, daß es sich dabei um einen Madiran handelt, geschweige denn, daß sie wüßten wo Madiran liegt.
Immerhin haben im Fahrwasser des großen Montus nun auch die anderen hochkarätigen Weingüter Madirans die Chance, sich als eine der großen preiswerten Rotwein-Alternativen des Weltmarktes zu etablieren. Eine der innovativsten Weinregionen Frankreichs ist es allemal, denn Madirans zeichnet eine Besonderheit aus: Die Spitzencuvées Madirans bestehen zu 100 % aus der Rebsorte Tannat. Sie ist die vielleicht tanninhaltigste Rebsorte der Welt: Kleinbeerig, mit sehr dicker harter Beerenhaut, also wenig Saft, aber viel Haut.
Zur Zähmung ihrer in der Jugend deshalb oft brutalen Tanninstruktur entwickelte Patrick Ducournau, Eigner einer der Spitzendomainen Madirans, die sogenannte Mostoxidation, Mikrooxygenation genannt, mit der er weltweit für Furore sorgte. Bei dieser Methode pumpt man gezielt winzige Mengen Sauerstoff in den Most, was zu einer beschleunigten Polymerisation der Anthocyan- und Polyphenolketten im Wein führt, mit anderen Worten, man verlängert auf diese einfache Weise die Gerbstoffpolymere, was sie weicher, saftiger und reifer schmecken läßt. Dieses Verfahren wird heute weltweit für das Tanninmanagement gerbstoffdominanter Rebsorten eingesetzt. Man spart sich damit das aufwendige und arbeitsintensive Umziehen von Barrique zu Barrique.
Alain Brumont trimmte seinen Montus mit viel Holz auf das Geschmacksbild Bordeaux. Die meisten Produzenten Madirans versuchen dagegen, echte authentische Madirans zu produzieren. Das bedeutet aber, daß ihre Weine ähnlich viel Zeit wie große Bordeaux brauchen, bis man sie mit Genuß trinken kann. Selbst für die Standardcuvées, die meist mit Cabernet oder Merlot versetzt sind, um frühere Trinkreife zu erzielen, sind 4-5 Jahre obligat. Für die Spitzencuvées würden wir 5-8 Jahre Reifezeit einplanen. Dann aber kann ein großer Madiran mit butterweicher, saftiger Tanninstruktur überzeugen, voller pfeffriger Kräuterwürze und einer tintigen, an hochkarätige Tempranillo erinnernden Frucht- und Gerbstoffstruktur, die dem Geschmacksbild eines hochkonzentrierten Bordeaux aus dem Medoc sehr nahe kommt.
Dem enormen Interesse an Madiran tragen wir mit der vermutlich größten Auswahl hierzulande Rechnung — im genau richtigen Augenblick, denn die Jahrgänge 1995 bis 1998 gehören zu den durchgängig hervorragend gelungenen.
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Oregon

Oregon, jener im Nordwesten der Vereinigten Staaten liegende populäre Aussteiger-Staat, bietet landschaftliche Reize in Hülle und Fülle. Jedes Jahr bereisen mehr Touristen die Oregon Coast, jenen spektakulär schönen Küstenabschnitt, den der Highway 1/101 passiert und der den viel bekannteren kalifornischen Streifen leicht in den Schatten stellt, auf der Suche nach Landschaftserlebnis und Einsamkeit. Oregon hat aber auch kulinarische Genüsse im Überfluß zu bieten: seine Haselnüsse, sein Obst und seine Pilze sind ebenso begehrt, wie es für seine Bierbraukunst berühmt ist.
Salem, die Hauptstadt, ist ein sauberer, kleiner und ruhiger Verwaltungsort, während Eugene als sympathisch quirlige Universitätsstadt mit ungewöhnlich lebendiger und vielseitiger Kulturszene aufwarten kann. Portland schließlich, Oregons größte Stadt – rund die Hälfte der rund vier Millionen "Oregonians" lebt hier im Großraum – fesselt den Besucher mit einer Mischung aus moderner Weltmetropole und gemütlich-familiärer Kleinstadtatmosphäre. Portland nennt sich stolz "Microbrew Capital of the World": tatsächlich ist man nirgendwo im Stadtgebiet mehr als 10 bis 15 Minuten von einem Brew Pub oder einer Klein-Brauerei entfernt. Portland ist aber auch die "City of Roses" aufgrund des ältesten Rosengartens Nordamerikas, ist Heimat des größten Buchladens der USA, "Powells City of Books", und des größten amerikanischen Freiluftmarktes – des Portland Saturday Markets. Portland ist eine lebenslustige Stadt, die mehr Kinos und Restaurants pro Einwohner zählt als jede andere amerikanische Stadt - und Portland ist Weinstadt, genauer gesagt die amerikanische Hauptstadt des Pinot Noir.
Unter Weinkennern in aller Welt genießt Oregons Willamette Valley (Betonung auf a !) großen Ruf: Oregons Wine Country gilt inzwischen als eines der wichtigsten Pinot-Noir-Anbaugebiete der Welt mit dem Ruf, das „amerikanische Burgund“ zu sein. Die Hauptweinbauregion Oregons liegt nordwestlich der Hauptstadt Salem und südwestlich von Portland, kaum zwei Autostunden von der Küste entfernt. Seinem guten Ruf wird das Willamette Valley gerecht. Pinot Noir, die empfindlichste Rotweinsorte der Welt, hat sich als ideal für das kühle, feuchte Klima Oregons erwiesen. Dabei ist die Geschichte des Weinbaus jung, 1965 erst entstanden hier die ersten Weinberge. Oregons lange Wachstumsperiode, also die lange Hänge- und Reifezeit der Trauben am Stock, sorgte für schnelle Aufmerksamkeit unter Weinkennern, weil die Weine sich als ungewöhnlich stilistisch erwiesen: saftiger und tiefgründiger oft als in Burgund, ähnlich ungleichmäßig in den Jahrgängen, stilistisch aber zielgerichteter und sehr zuverlässig reifend. Wie in Burgund ist auch in Oregon Klasse nicht gleich Masse: Die besten Betriebe sind klein, die Produktion winzig, die Nachfrage enorm. Oregons Rebfläche umfaßt nur knapp 3200 ha, das sind weniger als 2 % der Rebfläche Kaliforniens!
Oregons überschaubare Weinszene wirkt sympathisch verschroben. Hier kämpft, mitten im Cabernet verseuchten Amerika, ein Häufchen Unentwegter gegen modische Geschmackstrends um die Anerkennung der unbequemsten und diffizilsten roten Rebsorte der Welt. Während das weltberühmte Burgund auf eine Jahrhunderte alte Reputation bauen kann, die für unbeirrte Anerkennung sorgt, so enttäuschend und teuer viele Weine auch sein mögen, ist das unbekannte Oregon neue Welt, besitzt keine Tradition, keine Vergangenheit. Oregons Winzer mussten sich ihre Anerkennung mühsam erarbeiten. Vielleicht sind deshalb viele Oregonians so angenehm entspannte Typen, weil es ihnen in der Tat gelungen ist, gegen die dominierenden geschmacklichen Trends unserer Zeit fragile, differenzierte Pinot Noirs souverän eigenständiger Stilistik zu stellen, die nicht auf eine berühmte Lagenklassifikation bauen, sondern die gut schmecken. Es sind Weine für eine winzige Marktnische, für emanzipierte Kenner, die hochwertige Pinot Noirs zu schätzen wissen.

Was ist "hochwertiger Pinot"? Der Weinfreund sucht in Pinot Noir den "typischen" Burgundergeschmack - was immer das sein mag. Die Vorstellung des vermeintlich „typischen“ scheint bei Pinot Noir ausgeprägter zu sein als bei anderen Rebsorten. Pinot Noir ist in seiner Charakteristik stark abhängig von Standort, Klima, Wachstumsbedingungen und, in noch stärkerem Maße, von der Weinbereitung und dem Ausbau. Pinot Noir ist die ständige Herausforderung in Weinberg und Keller. An Sensibilität mit Cabernet oder Merlot nicht vergleichbar, die dagegen wie Bauerntrampel wirken, aber vielleicht genau deshalb leichteren geschmacklichen Zugang ermöglichen, hat man als Winzer bei Pinot Noir mit vielen Parametern und Widrigkeiten zu kämpfen. Die dünne Beerenschale der Trauben ist empfindlich und anfällig gegen Krankheiten; Düngemittelüberfluß und Mineralienmangel im Boden straft sie ebenso, wie zu viel Sonne oder zu viel Regen. Pinot Noir braucht, um aromatisch komplex und interessant zu wirken, klimatische Spannung und Abwechslung. Die Erträge müssen gering sein, um Konzentration und Aroma in den Wein zu bringen, die Vinifikation ist sensibel und bedarf einer Menge Erfahrung, um die empfindlichen Farbpigmente zu erhalten und die subtilen Aromen mit der Weinstruktur in Balance zu bringen. Qualität und Ertrag schwanken von Jahrgang zu Jahrgang, der wirtschaftliche Erfolg hängt buchstäblich am seidenen Faden. Pinot Noir ist für den Winzer der ewige Kampf gegen die Natur und gegen sich selbst.
Dieses Szenario haben nicht nur Oregons Winzer, sondern auch das abwechslungsreiche Klima im Griff. Nach großen Anfangsschwierigkeiten gelingt es Oregons besten Winzern heute im Konzert der großen Pinots der Welt mitzuspielen. Dabei kommt ihnen zugute, daß es im Sommer über längere Zeit warm ist, wodurch die Hängezeit der Trauben deutlich länger ist als in Burgund; damit können die Trauben in guten Jahrgängen besser ausreifen und mit dickerer Beerenhaut eingebracht werden, was die hohe Farbausbeute und Extraktion oregonischer Pinots erklärt, die expressive Aromatik und Intensität verströmen. Gute oregonische Pinots besitzen ausgeprägtes und intensiv beerig-würziges Bukett, wie man es in Burgund nur selten in sehr reifen Jahrgängen findet. Oregonischen Pinots fehlt die oftmals unharmonische Süße-Säure-Balance so vieler Burgunderweine; deren faszinierender Lagencharakter, deren Terroireinfluß, geht ihnen natürlich ab. Oregon-Pinot ist mehr Klima- als Lagenwein.
Weil Oregon so spannend eigenständiges Pinot-Potential bietet, haben sich dort viele Franzosen auch und gerade burgundischer Abstammung niedergelassen. Sie ziehen Oregons freie Atmosphäre und loyale Kollegialität ihrem oft engstirnigen, in fragwürdigen Traditionen verhafteten Heimatland vor. Tatsächlich ist heute der Einfluß Oregons auf die Weine Burgunds weitaus stärker, als es der Weinfreund hierzulande weiß und vielleicht auch wahrhaben will. Heute gehören Oregons gute Pinot Noirs zu den seriösen Exemplaren ihrer Art, weshalb wir Ihnen nach längerer Pause wieder Spitzen-Pinot Noirs aus Oregon anbieten.

Siehe "Cristom Vineyards"

© Copyright K&U ? ?

Provence

So schön sich die Provence landschaftlich präsentiert, so unterschiedlich ihre topografischen Formationen auch sein mögen, und so ungebrochen ihre Popularität als Reiseland ist, die Vielfalt der Weine kann nicht entfernt mit der Vielfalt ihrer Landschaften mithalten. Zumindest im Vergleich mit der südlichen Rhone, die ja auch zur Provence gehört, oder dem Nachbarn Languedoc-Roussillon, präsentieren sich die Weine der Appellation Provence viel homogener und deutlich weniger diversifiziert in Stil und Charakter. Hier spielen Mikroklimata und Terroirs längst nicht die Rolle, wie bei den genannten Nachbarn. Ausnahmen wie die Gegend um Les Baux mit der berühmten Domaine de Trevallon bestätigen nur diese Regel. ? ?

Südrhône

Die Rhône – Profil zum fairen Preis
Der faszinierenden Vielfalt der verschiedenen Terroirs des Rhônetals widmet man sich in Deutschland noch nicht lange mit Kompetenz. In der Tat ist das weitläufige Weinbaugebiet zwischen Lyon und Avignon an Unüberschaubarkeit und qualitativer Heterogenität kaum zu überbieten. Bis auf Châteauneuf-du-Pape und die ewig gleichen Großproduzenten und Handelshäusern sind die anspruchsvollen Winzer der Rhône deshalb hierzulande noch immer eher unterrepräsentiert in den Angeboten des Weinhandels. Und wenn, dann werden leider vor allem jene von der internationalen Presse hochgehandelten, überextrahierten und ausgezehrt schmeckenden Publikumslieblinge angeboten, die auch an der Rhône modisch den Markt verunstalten. Sie ist wie eine Seuche, diese Extraktionsmode, die seit dem Jahrgang 1998 an der südlichen Rhône wütet und vor allem an der Côtes de Ventoux, der Côtes de Lubéron und der nördlichen Côtes du Rhône die meisten Weine zur Untrinkbarkeit verdammt. Es ist eine provinzielle Region, in der zahlreiche verkostungsunerfahrene Winzer einem vermeintlich populären Weingeschmack huldigen, von dem sie glauben, er würde die für den Verkauf so wichtigen Parker-Punkte bringen. Eigenständiges Profil? Fundierte Geschmackserfahrung? Önologische Kompetenz? Fehlanzeige! Die unsägliche Mode des Verzichts auf Schwefelung (unabhängig vom pH-Wert) paßt perfekt ins gleiche Bild. Guter Wein läßt sich nicht nach Rezept herstellen. Deshalb rutschen besagte Weine trocken am Gaumen und massiv auf der Zunge von Gerbstoffen umrahmt hart, rauh und unattraktiv über dieselbe. Sie können nicht schmecken – dennoch werden sie gekauft. Allerdings nicht von uns. Wir haben die Nase voll von den zahllosen viel zu spät gelesenen, uniform nach Pflaumenmarmelade riechenden, durch viel zu viel Maischetauchen (Pigeage) und Umpumpen (Remontage) überextrahierten, maßlos tanninbetonten Unweinen, die kein Trinkvergnügen sondern Ärger bereiten – ein Mysterium, daß sie unbeirrt angeboten und verkauft werden.
Konsequent haben wir jene Winzer der Südrhône aus dem Programm verabschiedet, die meinten, diesem Trend folgen zu müssen. Wir führen Winzer, die sich Finesse und Spiel in ihren Weinen verschreiben und ohne überflüssige Extraktion aus reifen Trauben gehaltvolle, aber spielerisch feine und deshalb authentische Côtes du Rhône-Weine produzieren, die frisch wirken, die Spaß im Trunk machen und dennoch Gerbstoffpräsenz besitzen – positive, feine Tannine, die ihre Information raffiniert und nobel am Gaumen verteilen. Wir führen Weine, die authentischen Regionalcharakter aufweisen; wir sind der Meinung, daß nicht alles nach Bordeaux schmecken und wie Bordeaux wirken muß. Ich finde es höchst bedauerlich, daß z. B. in Châteauneuf du Pape unentwegt Syrah gepflanzt wird, um die Weine in Zukunft dichter, schwärzer und damit „marktkompatibler“, will sagen uniformer, zu machen. Kann den niemand mehr die wunderbare Transparenz und Duftigkeit der Grenache wertschätzen? Gerade sie kann, einem großen Burgunder gleich, nachhaltig und dicht, raffiniert und sanft, tiefgründig und komplex die Sinne reizen, weit weniger laut und simpel als viele Syrahcuvées.
Seit rund 15 Jahren engagieren wir uns an der Rhône. Wir widmen den guten Winzern der Rhône nicht umsonst seit vielen Jahren einen Schwerpunkt in unserem Programm, den wir ständig der Entwicklung anpassen.
Das Rhônetal bietet zwei wesentliche Anbaugebiete, die grundlegend verschieden sind und miteinander nicht viel zu tun haben: Die Nordrhône, von der Syrahtraube dominiert, und die südliche Rhône, maßgeblich von der Grenachetraube geprägt.

Die Südrhône beginnt südlich von Montelimar, dort, wo sich das Rhônetal zu eindrucksvoller Breite öffnet, mit dem großen Anbaugebiet der Côtes du Rhône, deren Weine über viele Jahrzehnte ein unbeachtetes Billigdasein vor allem als Füllstoff für Supermarktregale fristeten. Einzig Châteauneuf-du-Pape, bis Ende der fünfziger Jahre wesentlicher Verschnittlieferant Burgunds, besitzt seit eh und je ein eigenständiges und unverkennbares Qualitätsprofil. An der Côtes du Rhône bestimmt der Mistral, der heftig blasende kalte Wind des Rhônetals, den Rebsortenspiegel: Dort trotzt die Grenache mit kräftigem Holzwuchs, der maschinelle Lese schwierig macht, auch stärksten Windböen und dominiert deshalb den breiten, windumtosten Talgrund der Rhône.
Geschmacklich haben Nord- und Südrhône miteinander nichts zu tun. Die Grenache der Südrhône neigt, vollreif gelesen, zu relativ hohem Alkohol, besitzt weit weniger massive Gerbstoffe als die Syrah, damit hellere Farbe und niedrigere Säure, und ist deshalb meistens auch jung schon zu genießen. Ihr würziger Duft nach frisch gemahlenem weißem Pfeffer und reifen roten Früchten, mit einem mehr oder weniger ausgeprägten Hauch von Rumtopf, charakterisiert sie unmißverständlich. Über Jahrzehnte hinweg hielt man die oxidationsempfindliche dünnschalige Rebsorte für minderwertig und verschnitt sie deshalb mit höherwertiger geltenden Rebsorten wie Syrah, Mourvedre, Counois und anderen. Erst seit wenigen Jahren widmet man der durchaus der Pinot Noir-Traube vergleichbaren Grenache neue Aufmerksamkeit; sie steht vor ihrer verdienten Renaissance, der wir mit unserem Programm Rechnung tragen.

Die Südrhône: Von Bollène aus erreicht man über St. Maurice bzw. Vinsobres den weniger bekannten Norden der Côtes du Rhône. Die bekannteren Gemeinden wie Cairanne, Rasteau, Seguret, Gigondas, Vacqueyras und Châteauneuf-du-Pape liegen entlang der Weinstraße gen Süden. Auf dieser reizvollen Fahrt läßt sich das spannende Spektrum der Côtes du Rhône erfahren, ertrinken und erkunden, das, wie an der Nordrhône, nachvollziehbar zur Funktion seiner Herkunft wird. Seit ein paar Jahren gelingt es einigen besonders talentierten Winzern die Charakteristika der Lagen und Böden in unverwechselbare Individualität und Stilistik umzusetzen. Village-Weine werden deutlich schmeckbar als höherwertig erkennbar, die Unterschiede der Herkünfte treten zunehmend zutage und eröffnen dem kundigen Genießer ein spannendes Betätigungsfeld — zu Preisen, wie sie weltweit kaum fairer anzutreffen sind. Noch. Erste Ausreißer sprengen bisherige Preisgrenzen, setzen zugleich aber qualitative Maßstäbe, die vom enormen Potential der malerischen Region verkünden.
Jenseits der Rhône, im Westen der Appellation, also an der Ardèche und im Departement Gard, dominiert wieder die Syrah auf tiefen steinigen Lehmböden und sorgt dort für ein völlig anderes Profil an Geschmack und Charakter – Vielfalt pur als Funktion von Boden, Klima und Rebsorte – eben Herkunft.
Die vielfältigen Weine der Südrhône, egal ob vom östlichen oder westlichen Ufer der Rhône, stellen nicht ohne Grund ein wesentliches Rückgrat unseres Sortimentes dar: Sie sind einmalig preiswert in des Wortes bestem Sinne. Gute Côtes du Rhônes sind bereits jung mit Genuß zu trinken, entwickeln sich aber über 2-4 Jahre; anspruchsvolle Villageweine wie Vacqueyras oder Gigondas reifen, je nach Ausbau, über vier bis zehn Jahre hervorragend, und große Châteauneufs sind erst im Alter von acht und mehr Jahren so richtig auf der Höhe. Das stilistische Spektrum erreicht dabei gerade in Châteauneuf-du-Pape ob einer breiten Palette an Rebsorten und Ausbauarten ungeahnte Vielfalt — den Châteauneuf gibt es ohnehin nicht, statt dessen präsentiert jeder Produzent seinen Stil, der von 100%-Grenache-Weinen à la Rayas und Charvin bis zu 100 % Mourvedreweinen à la Beaucastel reicht. Das macht die Suche für den Weinfreund kompliziert, aber eben auch interessant (bei unseren Châteauneufs weisen wir auf das jeweils prägende Stilmittel hin). Ihren einstmals warmen, mediterranen, vom Alkohol dominierten Geschmack haben die besten Weine der Südrhône, abhängig vom Jahrgang, zugunsten eines frischeren, deutlich feineren, eleganteren Geschmacksbildes getauscht, ohne authentischen Charakter zu verlieren – im Gegenteil: Gekonnte Weinbereitung, richtiger Lesezeitpunkt und die Adaption der entsprechenden Rebsorten an die besten Lagen führten in den letzten Jahren zu deutlich mehr Charakter und Individualität, gepaart mit Finesse und Kraft, Saft und Spiel. Viele Weine der Südrhône sind hervorragend zu einem breiten Spektrum an Gerichten in der Küche kombinierbar, weil ihnen die unangenehme Adstringens und Bitterkeit so vieler anderer tannindominanter Rotweine abgeht; sie sind würzig, saftig, beerig, anspruchsvoll und vielfältig, ohne zu überfordern oder anstrengend zu sein — sie passen in das heutige moderne Geschmacksbild, ohne daß sie darauf hingetrimmt worden wären, denn sie schmecken einfach gut - entsprechende Auswahl vorausgesetzt. Es gibt noch immer zu viele katastrophale Billigtropfen an der Côtes du Rhône, die den Korken in der Flasche nicht wert sind. Die preiswerten, also guten Rotweine der Rhône aber sind für uns die vielleicht spannendste Alternative der Welt in Sachen „Wein für jeden Tag“. Wenn es darum geht, sie mit modernern regionaler Küche zu verbinden, leisten sie Erstaunliches. Deshalb führen wir ausgesuchte Weingüter der Region mit Vergnügen. ? ?

Martinborough

Katalonien/Catalunya

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Jura

Der französische Jura • Individualität pur

Zwischen dem weltberühmten Burgund und der Grenze zur Schweiz liegt eine wenig beachtete Weinregion Frankreichs, der französische Jura. Seine Lage scheint so isoliert vom restlichen Weingeschehen Frankreichs, daß sich die landschaftlich sehr reizvolle Region eine eigenartige und durchaus auch eigenwillige Geschmackskultur in in jeder Hinsicht „merkwürdigen“ Weinen bewahrt hat. Zumindest unterscheiden sie sich selbstbewußt von bekannten Geschmacksmustern und pflegen ausgeprägten Regionalcharakter.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war der Jura eine große Weinbauregion, die rund 20.000 ha Rebfläche umfaßte. Heute stehen nur noch rund 1500 ha zwischen 250 und 450 m Höhe im Hügelland zwischen der berühmten Bresse und dem Jura-Gebirge unter Reben. In tieferen und flacheren Lagen dominieren Ton, Lehm und Kiesböden, in höheren und steileren Lagen sorgt Kalkstein für deutlich schmeckbaren Terroireinfluß, ähnlich wie an der gegenüberliegenden Côte d´Or Burgunds. Das Klima des Jura ist noch kontinentaler als in Burgund, wobei die Winter sehr viel kälter werden können. Im wesentlichen prägen fünf Rebsorten die Weine des Jura. An erster Stelle rangieren die bekannten Pinot Noir und Chardonnay, die hier aber anders ausfallen, als man es von ihnen erwartet und kennt. Für ungewöhnliche Rotweinerlebnisse sorgen die kaum bekannten regionalen roten Rebsorten Poulsard und Trousseau, deren spröder Charme voller Lokalkolorit und Faszination steckt und mit selbstbewußt eigenwilligem Charakter für sichere Verblüffung sorgt, nicht selten auch für Ablehnung und Unverständnis. Die markanteste Rebsorte des Jura aber ist „Savagnin“, jener vermutete Vorläufer oder besser Abkömmling des bekannten Traminers bzw. Gewürztraminers, der hier ganz anders ausfällt als gewohnt, nämlich typisch „Jura“. Savagnin prägt das charaktervolle Geschmacksbild des „Vin jaune“, jenes gelben Weines von Arbois, der einem feinen, trockenen Sherry sehr ähnlich ist, hierzulande aber nur wenige Liebhaber hat.

Allen Weinen des Jura gemein ist der unverkennbar ausgeprägte Regional-Charakter, der vor allem auf den lokalen Rebsorten beruht. Doch auch der globalisierte Chardonnay gelingt hier anders als anderswo, ist einmalig in Duft und Geschmack, identifizierbar, polarisierend, hochklassig, mineralisch, exemplarisch frisch und ausdrucksstark wie nirgendwo sonst. Auf die Weine des Jura muß man sich einlassen, will man sie verstehen und genießen lernen. Wer die erste Hürde übersprungen hat, dem öffnet sich dann aber eine höchst originelle Bereicherung der Weinszene, zumal, wenn sie von einem Könner wie Stephane Tissot in Szene gesetzt wird.

Washington State

Mit Washington State verbindet kaum jemand Weinbau. Man kennt vielleicht noch die Äpfel, die auch in unseren Supermärkten ausliegen, man kennt die berühmten Walla Walla-Zwiebeln, und ansonsten subsummiert man diesen Bundesstaat unter "ganz weit oben im Norden", wenn man denn überhaupt weiß, wo er liegt (im Gegensatz zu Washington D. C., das an der Ostküste liegt). Und doch, gerade in Sachen Wein befindet sich Washington State in einem faszinierendem Aufbruch, den wir bei Gelegenheit ausführlich vorstellen werden. Vorläufig bekommen wir nur wenig Wein und deshalb berichten wir nur in Kürze, um keine größeren Begehrlichkeiten zu wecken.
Nachfrage und Bedarf sind im eigenen Staat so groß, daß die meisten Winzer nicht an Export denken, was auch der Grund für das vergleichsweise hohe Preisniveau der Weine ist. Seattle ist eine quicklebendige Stadt, die in ihrer Lebenslust an San Francisco erinnert, voller Restaurants, Kaffees und Kneipen, und voller Geld durch die Software- und Multi Media-Industrie. Es wird noch dauern, bis die Betriebe, hinter denen wir her sind, uns größere Mengen zur Verfügung stellen, weil sie in Seattle einen so einfachen Markt vor der Haustür haben: Alleine der Großraum Seattle, der übrigens am schnellsten wachsende ganz Nordamerikas, verbraucht den Großteil der noch immer winzigen Weinproduktion Washingtons. Lediglich die bekannten Riesenbetriebe, die auch hierzulande präsent sind, haben ausreichend Wein für den Export zur Verfügung.
Wir sind in diesem nördlichsten Bundesstaat der Westküste regelmäßig unterwegs, denn unser Engagement vor Ort kommt nicht von ungefähr, und wir werden nicht locker lassen in unserem Bemühen, die besten Weine zu bekommen.
Es sind die besonderen klimatischen und geographischen Verhältnisse in Washington State, die für eine ganz spezifische Gerbstoff- und Fruchttextur in den Rotweinen sorgen, die wir einfach begeisternd finden, weil sie so charakteristisch und einmalig sind. Dabei tun sich zwei Rebsorten besonders hervor: Washingtons Merlots und Cabernets gehören unbestritten zur Weltspitze — freilich nur von jener handvoll Winzer, die ihre zur Überproduktion neigenden Weinbauern unter Kontrolle haben.
Keiner der Spitzenwinzer verfügt vorläufig nämlich über eigene Weinberge, sie alle müssen Trauben kaufen. Die wenigen guten Weingärten Washingtons (Klipsum, Red Mountain, Ciel de Cheval, Pepperbridge etc) liegen alle im kargen, wüstenhaften Osten des Landes, auf dem Hochplateau östlich der Cascade Mountains zwischen Yakima und Walla Walla. Die besten Winzer leben aber dort, wo sie ihren Markt vor der Haustür haben, nämlich rund um Seattle. Die Trauben legen also lange Strecken zurück, und die Winzer ihrerseits sind viel unterwegs, um ihre Traubenquellen unter Kontrolle zu haben. Das ist Amerika.
Der einmalige und identifizierbar typische Charakter der Merlots und Cabernets Washingtons manifestiert sich in traumhaft fruchtbeladenen, reifen, seidigen Gerbstoffen, die den ganzen Mund- und Rachenraum mit Frucht austapezieren. Diese in der Rotweinwelt einmalige Dichte an Fruchtkonzentration resultiert aus extrem langer Hänge- und Reifezeit der Trauben am Stock, die das gleichmäßige Klima möglich macht. Auch wenn sich die Weine der verschiedenen Lagen deutlich voneinander unterscheiden, es scheint weniger das Terroir den Charakter der Weine zu prägen — die meisten Böden sind hier, weil sandig und tief, zwar ausgezeichnet drainiert, aber weniger von Mineralien geprägt, als in Kalifornien oder Europa — als vielmehr die durch die besonderen klimatischen Verhältnisse besonders ausgereifte dicke Beerenhaut, die für die aromatischen Komponenten eines Weines wesentlich verantwortlich ist.
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Rioja

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Pfalz

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Bergerac / Perigord

Bergerac ist zwar als Region bekannt, doch die Weine der Appellation kennt kaum jemand. Das liegt ganz gewiß am weit berühmteren westlichen Nachbarn Bordeaux, der mit gleichem Rebsortenspiegel aufwarten kann, weit mehr Chateaux und ausgezeichnete Weine in die Waagschale werfen kann, und eine ganz andere Marketingmaschine besitzt, wie das noch immer stark ländlich geprägte Bergerac, in dem ein paar wenige Einzelkämpfer erstaunliches leisten. Das, was diese paar Ausnahmewinzer auf Flasche bringen, gehört allerdings zu den wirklich herausragenden Weinen Frankreichs, die sich auch im internationalen Weinsee durch Charakter und große Eigenständigkeit auszeichnen. Die Region an sich beweist damit also immenses Potential, doch ein Qualitätsprofil, das für die ganze Region steht, konnte das Bergerac bis heute nicht entwickeln. Ein Meer von uniformen Cabernet-Merlot-Weinen überschwemmt nach wie vor die Region und macht sie für den Nichtkenner undurchschaubar, uninteressant und langweilig. Dabei sind die Terroirs spannend in ihrer Vielfalt und stehen an Qualität denen Bordeaux in nichts nach. Für Sauvignon Blanc und Semillon eignen sich die kargen "argilo-calcaire" Böden ausgezeichnet und auf den tieferen Lehm- und gut drainierten Kieselböden gedeihen Cabernets und Merlots vorzüglich. Alleine die Weinbereitung und die Arbeit im Weinberg scheint im Bergerac noch Jahre zurück, hier befindet man sich noch immer in den technikgläubigen 60iger und 70iger Jahren, und so schmecken denn die meisten Weine auch. Die Ausnahmen freilich wie Luc de Contis "Tour des Gendres", "La Colline" und Christian Roches "Ancienne Cure", um nur einige zu nennen, zeigen einen neuen, sehr vielversprechenden Weg für die Zukunft des Bergerac auf. ? ?

Mosel

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Rheinhessen

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Sauternes (edelsüß)

1996 und 1997 waren ausgezeichnete Jahrgänge für die noblen Süßweine des Bordelais. Natürlich gibt es auch hier die bekannten Qualitätsschwankungen von Weingut zu Weingut, weil der Lesezeitpunkt entscheidend war für die Qualität der Weine. Aber wer spät lesen konnte, Ende Oktober, der brachte Weine von unglaublicher Konzentration ein. Die Zuckerwerte waren rekordverdächtig und die Botrytis (die Edelfäule) hatte perfekt zur rechten Zeit eingesetzt.
Leider ist auch im Sauternais der Trend zur Technik im Keller, die die Natur im Weinberg ersetzt, in ähnlichem Tempo zu gange, wie im Medoc. Da wir mit den neuen Techno-Sauternes mit Cryoextraktion und anderen Anreicherungsverfahren nichts am Hut haben, bieten wir Ihnen absolut seriöse Betriebe an, die Ihnen aber nicht unbedingt etwas sagen müssen.
1996 besitzt ähnliche Qualität wie die großen Süßwein-Jahrgänge 1989 und 1990, ist aber sehr viel haltbarer durch seine frische Säure, die man wunderbar balanciert in den guten Weinen des Jahrgangs findet. Selbst kleinere Süßweine sind außergewöhnlich haltbar, was diesen Jahrgang so interessant macht für die Freunde Sauternes. 1997 ist ganz anders. Die Weine haben sehr viel mehr Körper, viel mehr Zucker und weniger Säure. Hier konserviert der Zucker, nicht die Säure. Stilistisch ist 1997 ein großer Sauternesjahrgang, der sich etwas schneller entwickeln wird, aber sehr konzentrierte Weine mit viel Stoff brachte.

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Central Coast

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Beaujolais

Das Beaujolais ist eine landschaftlich äußerst reizvolle Region, die einen Besuch unbedingt lohnt. Das nördlich angrenzende Burgund ist mit romanischen Kirchen und Klöstern gesegnet, auch im Maconnais gibt es landschaftlich und kulturell viel zu sehen und zu besuchen. Die Küche des Beaujolais ist stark beeinflußt von Lyon - deftig, aber schmackhaft, bodenständig und grundsolide, kein Chi-Chi, etwas fett, viel Fleisch und Wurst, deutlich regional verwurzelt. Die Weine des Beaujolais, die hierzulande leider das Image des Primeurweines prägt, was nicht gerade die beste Referenz ist, leiden maßgeblich unter der antiquierten Handelsstruktur der Region, die dominiert wird von einigen wenigen großen Handelshäusern, die Qualitäten und Preise diktieren. Das ist dem wenig attraktiven Image des Beaujolais unter Weinkennern ebenfalls wenig dienlich. Dabei hätte der ehrliche Beaujolais, den es sehr wohl gibt, viel mehr Beachtung verdient. Gewiß - Beaujolais besitzt einen ausgeprägten Regionalcharakter, wie trockener deutscher Riesling ja auch, was beide zum idealen Begleiter regionaler Küchen prädestiniert. Seine bekömmlich angenehme Säure, sein niedriger Alkoholgehalt und seine ausgeprägte Frucht und Frische machen ihn zum idealen Begleiter der fetten, saftigen, deftig bodenständige Küche der Region rund um Lyon. Dort paßt er hin, dort hat er seinen Ursprung. Gamay heißt die weniger bekannte Rebsorte, die den Charakter aller roten Beaujolais prägt. Sie ist kaum lagerfähig und bringt von Natur her wenig Alkohol mit. Deshalb wohl wird im Beaujolais so wild aufgezuckert. Die kargen, kühlen Böden des südlichen Beaujolais liefern darüber hinaus weniger bekannten weißen Beaujolais auf der Basis von Chardonnay, die hier sehr frisch, leicht und erstaunlich eigenständig und attraktiv ausfallen können. Wir zumindest halten unsere Beaujolaisweine für eine ungemein interessante und unglaublich preiswerte Alternative für den täglichen bekömmlichen Weingenuß, und pflegen unsere Geschäftsbeziehung zu einem der wenigen seriösen handwerklichen Winzer der Region deshalb sehr bewußt! ? ?

Piemont

Das "Land zu Füßen der Berge" besitzt unter Weinkennern den Ruf einer konservativen, traditionsbewußten Region. Tatsächlich wurde in den Hügellandschaften, die vom Bogen der französisch-italienischen Alpen und vom ligurischen Apennin hufeisenförmig umschlossen werden, stets auch hochwertiger Tischwein erzeugt. Anders als die meisten anderen Weinbauregionen Italiens mit ihren über lange Zeit sehr einfachen Weinqualitäten, sank das Piemont niemals auf das Niveau eines bloßen Zechweinlieferanten. Insbesondere der Barolo, der für sich den Namen "Wein der Könige und König der Weine" beansprucht, sorgte auch in politisch und wirtschaftlich schwierigen Zeiten für eine gewisse qualitative Kontinuität. Auf ihn waren die Weinbauern in den Hügeln südwestlich von Alba stets stolz, er galt ihnen als Erbe der Altvorderen, das es zu bewahren galt. Ohne radikalen Traditionsbruch konnte deshalb die Region im Zuge der allgemeinen Entdeckung italienischer Weine insbesondere in den Ländern nördlich der Alpen ihr Image als Weinbauregion allererster Güte begründen.

Geschichte
Der Weinbau kam vermutlich im 4. oder 5. vorchristlichen Jahrhundert durch griechische Kaufleute ins Piemont. Eine erste Blüte dürfte er zur Zeit der Römer erlebt haben, die auch hier das sogenannte etruskische Pflanzprinzip einführten: die Reben wuchsen an Bäumen oder hohen Pfählen empor. Schon zu dieser Zeit entstanden unterirdische Weinkeller. Auch die Königsrebe des Piemont, der Nebbiolo, dürfte in dieser Zeit seinen Ursprung haben. So erwähnt Plinius der Ältere in seiner Naturgeschichte eine spät reifende Traubensorte von tiefer Farbe, die gegenüber kalten Temperaturen besonders widerstandsfähig sei. Die Weine aus dieser Rebe galten als so gut, daß sie sogar nach Rom verschickt wurden. Nach dem Untergang des römischen Reiches verfiel auch das Piemont und mit ihm sein Weinbau für viele Jahrhunderte. Die Region wurde zunächst zum Durchzugsgebiet und dann zum Spielball konkurrierender Mächte. Der piemontesische Wein überlebte in dieser Zeit hinter hohen Klostermauern. Erst im 13. Jahrhundert erlebte der Weinbau einen neuen Aufschwung. Neben der Kultivierung von "Nibiol" wurden Rebsorten wie Malvasia und Moscato angepflanzt. Auf die Zerstörung von Rebanlagen standen harte Strafen – ein Zeichen für die große Wertschätzung des Weins in dieser Zeit. Auch in den Jahrhunderten der savoyischen Herrschaft blühte der Weinbau im Piemont. Seine Reputation war schließlich so groß, daß er auch am französischen Hof getrunken wurde. 1758 erließ Alba ein Edikt, das die Einfuhr und das Verschneiden mit Weinen von außerhalb der Region untersagte und das Datum des Lesezeitpunkts festlegte – ein Vorläufer des heutigen DOC-Gesetzes. Knapp 100 Jahre später experimentierte man in der Region bereits mit neuen Vinifikationstechniken. Nebbiolo wandelte sich vom süßen zum trockenen Wein und wurde erstmals unter der Bezeichnung Barolo auf Flasche gefüllt. Süße und zum Teil perlende Weine kelterte man von den Rebsorten Freisa, Grignolino, Brachetto und Malvasia. Die Reblaus erreichte das Piemont um die Jahrhunderwende. Sie zerstörte das Gros der Rebgärten und bedeutete für so manche lokale Weinspezialität das Aus. Die Rebsorte Nebbiolo jedoch ging gestärkt aus der Krise hervor. Erst die rasche Industrialisierung der Städte in der Po-Ebene versetzte dem Weinbau im Piemont einen schweren Schlag: die junge Generation wollte das Land ihrer Väter nicht mehr bestellen und wanderte in die Industrie-Zentren ab. Der 2. Weltkrieg dann degradierte den "Wein der Könige" zum Wein der Bauern, der sich nur noch auf dem lokalen Markt absetzen ließ. Überquellende Weinlager führten schließlich zu einem drastischen Preis- und in Folge Qualitätsverfall. In den 50er und 60er Jahren wurden Weintrauben im Piemont angebaut wie Gemüse und Obst und die Ernte wurde an die Genossenschaften geliefert. Erst Anfang der 80er Jahre begannen einige jüngere Winzer die Suche nach einer neuen Qualität für den kränkelnden Wein ihrer Väter. Relativ rasch zog neue Technik und neue Techniken in die Keller. Nebbiolo-Weine sollten nach dem Willen der jungen Winzerschar nicht länger rustikal und tanninüberladen sein. Gegen den Widerstand zahlreicher Traditionalisten lösten die jungen Wilden eine Revolution im piemontesischen Weinbau aus.

Piemont ist für viele Weinfreunde gleichbedeutend mit dem rebenbedeckten Hügelland südlich des Po. Für viele reduziert sich das Piemont gar auf die Langhe, wo sich in elf Gemeinden die begehrten Barolo-Lagen erstrecken. Das Flaggschiff der piemontesischen Rebsorten, Nebbiolo, gedeiht jedoch auch in vielen anderen Regionen, von denen Barbaresco, Gattinara und Ghemme die bekanntesten sind. All diese Weine bilden das imagefördernde Rückgrat des piemontesischen Weinproduktion. Bei genauerem Hinsehen freilich zeigt sich, daß die Flaggschiffe des Piemont mengenmäßig eine vollkommen untergeordnete Rolle spielen. Lediglich elf Gemeinden in der Langhe (Provinz Cuneo) dürfen die Ursprungsbezeichnung Barolo führen. In gerade einmal vier Gemeinden gibt es Barbaresco-Lagen. Auch die unbekannteren Nebbiolo-Weine Gattinara und Ghemme wachsen nur in wenigen Bereichen. Das Gros, nämlich etwa die Hälfte der gesamten Rebfläche des Piemont ist mit Barbera bepflanzt. Die Rebsorte ist ausgesprochen vielseitig. Ein beachtlicher Teil wird als DOC-Wein abgefüllt, was jedoch daß aus ihr leichte, säuerliche Konsumweine ebenso entstehen Daneben gibt es im Piemont eine Fülle anderer, zum Teil seit vielen Generationen hier heimischer Rebsorten, die je nach Lage und Ausbau zum Teil hochwertige und ausgesprochen eigenständige Weine hervorbringen.
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Douro

Trentino

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Veneto

Armes Veneto • Industrie statt wahrer Tradition . . .

Das Veneto besitzt keine Qualitätsgeschichte des Weinbaus. Aus der schönen Region rund um Verona kamen und kommen moderne Massen- und Konsumweine, die, nach neuesten Erkenntnissen der Önologie hergestellt, in riesigen Mengen als Inbegriff italienischen Weines in alle Welt exportiert werden. Traurige Realität, denn die meisten venezianischen Weine, egal ob aus dem Piave, aus Lugana, Bardolino, Soave oder Valpolicella, sind kaum mehr als massenkompatible Techno-Tropfen: Im besten Falle wohlschmeckend und teuer, von Önologenhand gekonnt auf- oder entsäuert, mit Gummi Arabicum geschönt und weichgemacht, mit neuem Holz oder Aromaenzymen bis zur Unkenntlichkeit getunt und bewußt ent-regionalisiert, stets trinkbar und durstlöschend, immer urlaubserinnernd; im schlechtesten Fall so belanglos und minderwertig, daß einem das Wort Wein bei ihrem „Genuß“ nicht in den Sinn kommt. Trotzdem genießen die Appellationen des Veneto große Popularität, zumindest rund um Verona, wo die vielen allemannischen und bajuwarischen Neubürger ihren in aller Regel seelenlos anonymen Weiß- und Rotweinen fröhlich zusprechen. Zu Hause halten sie dann Lugana & Co selbstverständlich die Treue, die Urlaubstage waren ja so schön.

Konfrontiert man einen der oft bemerkenswert selbstbewußten Veneto-Weinlaien mit der Realität, erntet man fast immer Unverständnis. Diese Spezies Weintrinker will von ihrer schönen heilen Urlaubsweinwelt nicht abrücken. Dabei hat das Veneto wahre Qualitäten zu bieten. Die allerdings sind so rar, wie sie ungewöhnlich sind. Ihr ursprünglich charaktervoller, über Jahrhunderte gewachsener Nationalcharakter ist direkt korreliert mit der deftigen Regionalküche des Veneto, die zu den besten Italiens gehört; regionale Nudelarten und -formen, allen voran Tortellini, herrliche Wurstwaren, raffiniert simple Gemüsepräparationen, Risotti, diverse Fisch- und Meeresfrüchtezubereitungen und deftige Schmorbraten verlangen nach entsprechend bekömmlicher Weinbegleitung. Es ist nicht einfach, im Veneto abseits der genormt wirkenden Reinzuchthefetieftemperaturedelstahlturbotropfen noch jene wahren Regionalweine zu finden, die in Anbetracht des massenkompatiblen Einerleis fast unbequem und anstrengend wirken in ihrem selbstbewußt raren Herkunftscharakter. Und doch schmecken gerade sie erfrischend anders, weil sie tatsächlich Frische haben und Säure wagen, weil sie Ecken und Kanten zu unmißverständlichem Herkunftscharakter vereinen. Echter Valpolicella? Soave? Garganega? Wer weiß schon, wie diese Exoten, die heute, ganz ehrlich, kein Kenner freiwillig anrühren würde, wirklich schmecken können?

Unser kleines aber feines Veneto-Programm stellt Ihnen souveräne Veneto-Originale vor. Sie sind mit dem leider inzwischen üblichen Verkostungs-Habitus, der alle Weinverkostungen zwischen „Essen & Trinken“ und „Vinum“ geschmäcklerisch dominiert, nicht zu erfassen. Sie verlangen mehr. Mehr an Erfahrung, mehr an Neugier und Toleranz, mehr an Wissen über regionale Küche und regionale Trink- und Eßgewohnheiten. Weine wie diese sind verwurzelt in ihrer angestammten Regionalküche, wollen sie gekonnt begleiten, werden nicht abends am Kamin gesüffelt, sondern sind pure und ausschließliche Essensbegleiter. Sie wollen keine großen Weine sein, sondern sind expressive Botschafter ihrer Herkunft. Sie sind mehr als nur oberflächlich simple Urlaubsbekanntschaft. Damit sind sie in Italien inzwischen leider die Ausnahme. ? ?

Toskana

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Abruzzen

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Kamptal

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Niederösterreich

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Südtirol

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Marken

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Apulien

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Nordrhône

Die Rhône – Profil zum fairen Preis.
Der faszinierenden Vielfalt der verschiedenen Terroirs des Rhônetals widmet man sich in Deutschland noch nicht lange mit Kompetenz. In der Tat ist das weitläufige Weinbaugebiet zwischen Lyon und Avignon an Unüberschaubarkeit und qualitativer Heterogenität kaum zu überbieten.
Bis auf Châteauneuf-du-Pape und die ewig gleichen Großproduzenten und Handelshäusern sind die anspruchsvollen Winzer der Rhône deshalb hierzulande noch immer eher unterrepräsentiert in den Angeboten des Weinhandels. Und wenn, dann werden leider vor allem jene von der internationalen Presse hochgehandelten, überextrahierten und ausgezehrt schmeckenden Publikumslieblinge angeboten, die auch an der Rhône modisch den Markt verunstalten. Sie ist wie eine Seuche, diese Extraktionsmode, die seit dem Jahrgang 1998 an der südlichen Rhône wütet und vor allem an der Côtes de Ventoux, der Côtes de Lubéron und der nördlichen Côtes du Rhône die meisten Weine zur Untrinkbarkeit verdammt. Es ist eine provinzielle Region, in der zahlreiche verkostungsunerfahrene Winzer einem vermeintlich populären Weingeschmack huldigen, von dem sie glauben, er würde die für den Verkauf so wichtigen Parker-Punkte bringen. Eigenständiges Profil? Fundierte Geschmackserfahrung? Önologische Kompetenz? Fehlanzeige! Die unsägliche Mode des Verzichts auf Schwefelung (unabhängig vom pH-Wert) paßt perfekt ins gleiche Bild. Guter Wein läßt sich nicht nach Rezept herstellen. Deshalb rutschen besagte Weine trocken am Gaumen und massiv auf der Zunge von Gerbstoffen umrahmt hart, rauh und unattraktiv über dieselbe. Sie können nicht schmecken – dennoch werden sie gekauft. Allerdings nicht von uns. Wir haben die Nase voll von den zahllosen viel zu spät gelesenen, uniform nach Pflaumenmarmelade riechenden, durch viel zu viel Maischetauchen (Pigeage) und Umpumpen (Remontage) überextrahierten, maßlos tanninbetonten Unweinen, die kein Trinkvergnügen sondern Ärger bereiten – ein Mysterium, daß sie unbeirrt angeboten und verkauft werden.
Konsequent haben wir jene Winzer der Südrhône aus dem Programm verabschiedet, die meinten, diesem Trend folgen zu müssen. Wir führen Winzer, die sich Finesse und Spiel in ihren Weinen verschreiben und ohne überflüssige Extraktion aus reifen Trauben gehaltvolle, aber spielerisch feine und deshalb authentische Côtes du Rhône-Weine produzieren, die frisch wirken, die Spaß im Trunk machen und dennoch Gerbstoffpräsenz besitzen – positive, feine Tannine, die ihre Information raffiniert und nobel am Gaumen verteilen. Wir führen Weine, die authentischen Regionalcharakter aufweisen; wir sind der Meinung, daß nicht alles nach Bordeaux schmecken und wie Bordeaux wirken muß. Ich finde es höchst bedauerlich, daß z. B. in Châteauneuf du Pape unentwegt Syrah gepflanzt wird, um die Weine in Zukunft dichter, schwärzer und damit „marktkompatibler“, will sagen uniformer, zu machen. Kann den niemand mehr die wunderbare Transparenz und Duftigkeit der Grenache wertschätzen? Gerade sie kann, einem großen Burgunder gleich, nachhaltig und dicht, raffiniert und sanft, tiefgründig und komplex die Sinne reizen, weit weniger laut und simpel als viele Syrahcuvées.
Seit rund 15 Jahren engagieren wir uns an der Rhône. Wir widmen den guten Winzern der Rhône nicht umsonst seit vielen Jahren einen Schwerpunkt in unserem Programm, den wir ständig der Entwicklung anpassen.


Das Rhônetal bietet zwei wesentliche Anbaugebiete, die grundlegend verschieden sind und miteinander nicht viel zu tun haben: Die Nordrhône, von der Syrahtraube dominiert, und die südliche Rhône, maßgeblich von der Grenachetraube geprägt.

Die Nordrhône beginnt in Vienne, unmittelbar südlich von Lyon, und endet hinter Valence. Ihre Weine sind hierzulande zwar populär, Appellationen wie Hermitage oder Cote Rôtie sind auch Nichtkennern geläufig, doch gekauft und getrunken werden sie nur von Liebhabern. Die Syrahtraube entwickelt hier, wie nirgendwo sonst auf der Welt, aromatische Eigenart, die sie einer breiteren Öffentlichkeit verschließt: Provokativ (aber zutreffend) könnte man ihr aromatisches Spektrum in der Jugend irgendwo zwischen frischem Pferdemist und blutigem Fleisch ansiedeln. Gute Nordrhône-Syrahs reifen außergewöhnlich gut und ähneln dann im Alter in Textur und Aroma verblüffend mehr einem Bordeaux, als einem typischen Rhônewein. Daß es nicht so einfach ist, wirklich gute und überzeugende Nordrhône-Syrahs zu finden, liegt an der Betriebsstruktur der nördlichen Rhône. Die Region wird dominiert von einer handvoll großer, weltweit bekannter mächtiger Handelshäuser, die mit viel Geld und Marktmacht zu verhindern wissen, daß kleine Handwerksbetriebe sich vergrößern oder an Marktgewicht gewinnen. Deshalb hält sich die Dynamik der Region durchaus in Grenzen, deshalb präsentieren sich die Sortimente weit weniger vielfältig und breit, als an der Südrhône. Dennoch – abseits des Parkerschen Geschmacksbildes, dem man leider auch hier zunehmend Tribut zollt, gibt es eine kleine Gruppe seriöser Produzenten, die ehrgeizig an individueller Stilistik und Qualität arbeitet. Die Zeit der Überextraktion und des zu vielen neuen Holzes ist auch hier noch nicht ganz vorbei, aber Frische, Finesse und Spiel finden allmählich Einzug ins Geschmacksbild und werden deshalb von uns besonders herausgestellt.

Die Jahrgangsunterschiede fallen an der nördlichen Rhône deutlich aus und sind mit der südlichen Rhône selten korreliert. Die überragenden Jahrgänge der letzten Dekade waren hier 1991, 1999 und 2001. 1998 und 2000 präsentieren sich zwar reif, delikat und durchaus gelungen, insgesamt aber fielen sie bei den Rotweinen leichter und transparenter aus als die massiven 2001er. Der Jahrgang 2002 ist an der Nordrhône allerdings so delikat, wie an der Südrhône. Nur wenige Weine sind dort einen Einkauf wirklich wert. Mittlere Syrah-Jahrgänge sind eher trink- und genießbar. Sie zeigen optimale Trinkreife im Alter von drei bis acht Jahren. Große Jahrgänge aus den renommierten Appellationen fangen erst im Alter von 6-10 Jahren an richtig genußreif zu werden und entwickeln sich lange.
Die berühmten Weißweine der Nordrhône, Condrieu (aus 100 % Viognier) und St. Joseph (aus Roussanne und/oder Marsanne), sind dagegen kaum haltbar, in der Jugend aber um so attraktiver. Sie schmecken am besten im Alter von ein bis vier Jahren.

Schon die alten Römer (Plinius & Co) schätzten die Weine der nördlichen Rhône so, daß sie sie nicht nur exportierten, sondern deren Qualitäten sogar ausführlich beschrieben. Damit dürfte die nördliche Rhône eines der ältesten Weinbaugebiete Europas sein, das wie nur wenige andere heute eindrucksvoll den faszinierenden Zusammenhang von Herkunft und Weinqualität demonstriert.
An der nördlichen Rhône darf nur eine rote Rebsorte angebaut werden, die Syrah, die keine große Klonenvielfalt kennt. Auf keiner einzigen Flasche der Nordrhône (und vieler anderer Weinbaugebiete Frankreichs) wird die Rebsorte auf dem Etikett ausgewiesen (außer auf den Vin de pays). Das liegt daran, daß sich über die Jahrhunderte eine Qualitätshierarchie entwickelte, die sich über die Herkunft der Weine definierte: Die verschiedenen Terroirs aus Granit, Schiefer und kalkhaltigen Böden liefern tatsächlich derart unterschiedliche Charaktere und Geschmacksnuancen, daß man z. B. die Syrahs aus „Cornas“ deshalb nach deren Herkunft benannte, weil sie völlig anders schmecken als z. B. die Syrahs von den steilen Terrassen hoch über der Rhône bei Ampuis, die man ob deren sehr spezifischen Charakters „Cote Rôtie“ nannte.
So entstand jenes unverwechselbar französische Appellationssystem, das die Qualität und den Geschmack der Weine unmittelbar mit deren Herkunft korreliert. Ein St. Joseph, ein Cornas, ein Crozes Hermitage, ein Hermitage und ein Cote Rôtie sind alle aus Syrah gekeltert, schmecken aber völlig unterschiedlich, reifen grundverschieden und kosten unterschiedlich. Innerhalb der Appellationen sind die Geschmacksmuster nachvollziehbar und vergleichbar, was dieses Qualitäts-Herkunftssystem logisch und zwingend macht. Weinqualität bedeutet nun mal: die richtige Rebsorte am richtigen Standort. Das mag im heutigen simplen Rebsortenzeitalter nicht zeitgemäß erscheinen und als zu kompliziert gelten. Wir finden es faszinierend und der besonderen Beachtung wert.
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Friaul

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Alentejo

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Kastilien

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Andalusien

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Bajo Aragon

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Kalabrien

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Sizilien

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Franken

Rheingau

Baden

Bordeaux & Premières Côtes

Médoc & Haut-Médoc

Margaux

Pauillac

Saint Julien

Graves & Pessac-Leognan

St. Estèphe

Rive droit

Die sogenannte "Rive droit", das rechte Ufer der Gironde, dient uns seit Jahren als ausgezeichnete Quelle hochwertiger, zugleich aber mustergültig preiswerter Rotweine des Bordelais. Das Médoc, renommiert, weltberühmt und die Sortimente aller Weinhändler der Welt unbeirrt dominierend, genießt zwar Weltruhm mit seinen Weinen, doch seine kargen Kieselterroirs, ignorant und schlicht falsch als besser geltend als die heterogenen lehm- und kalkhaltigen Böden der "Rive droit", sind deutlich schwieriger in konstant gute Weinqualität umzusetzen, als die späte Reifung bedingenden Böden der rechten Uferseite. Fakt ist, daß die rechte Seite, von Handel und Presse ganz bewußt oder schlicht aus Unwissenheit und Uninformiertheit knapp hundert Jahre lang klein gehalten, nie das Geld hatte, um in bessere Kellerwirtschaft und Reberziehung investieren zu können, um so den Nachteil ihrer Böden, die spätere Reifung, in einen Vorteil zu verwandeln. Das gelang und gelingt erst seit etwa zehn Jahren. Seitdem aber wird hier Geschichte neu geschrieben und die Zukunft wird zeigen, wer hier bei offenkundiger Klimaverschiebung die besseren Weine für bessere Preise produzieren wird. Bordeaux verändert sich derzeit sehr dynamisch in einer Subkultur, die sich vor allem in den Satelliten rund um St. Emilion und an der "Rive droit" herauskristallisiert: Die Côtes de Bourg, die Côtes de Blaye und vor allem Fronsac und sein Hinterland besitzen ein gigantisches Potential erstklassiger, reifer, wohlschmeckender Rotweine zu äußerst fairen Preisen. Deshalb engagieren wir uns hier besonders und bieten Ihnen die ehrlichen, engagierten Winzer der Region an, die vom internationalen Weinhandel, mehr noch aber vom arroganten Handel vor Ort, kaum ernst- bzw. wahrgenommen werden. Das wird sich ändern, denn ihre Weine liefern enormes Trinkvergnügen, sind von absolut gleichwertiger Qualität, wie viele berühmte Weine der gegenüberliegenden Nobelseite, aber weit preiswerter im besten Sinne des Wortes, ganz abgesehen davon, daß die guten Exemplare einfach oft besser schmecken und sorgfältiger produziert sind, als ihre berühmteren, höher bewerteten Nachbarrn. Der Blick in die Weinberge sagt alles, er sollte viel mehr Bedeutung bekommen in der Bewertung von Weinen! Es wird Zeit, daß die "Rive droit" bekannter wird, besser schmecken tun ihre visionären Vorzeigeexemplare nämlich allemal.

St. Emilion

Libournais / Castillon

Pomerol

Südwestfrankreich

Bis vor kurzem galt Frankreichs wilder Südwesten, auch bekannt als „Rebsortenmuseum Frankreichs“, als die nach dem Languedoc-Roussillon vielversprechendste Aufsteigerregion Frankreichs. Das scheint vorerst Vergangenheit zu sein. Viele, vor allem kleinere Winzerbetriebe des Südwestens sehen sich plötzlich mit Existenzängsten konfrontiert. Sie kämpfen durch die sich weltweit abgekühlte Konjunktur mit dem Überleben, weil die meisten Importeure das Risiko scheuen, schwer verkäufliche, weil kaum bekannte und aus weitgehend unbekannten Rebsorten stammende, dem internationalen Weingeschmack diametral entgegengesetzt schmeckende Weiß- und Rotweine anzubieten. In Zeiten des weltweiten Überangebotes an Wein, in denen schon der Absatz kommerzieller Standardweine stagniert, tun sich Handel und Winzer schwer mit individuellen Qualitäten, die erklärungsbedürftig sind. Gerade der französische Südwesten birgt aber wahre Schätze in sich, die in einigen Jahren, wenn sich die weltweite Ökonomie und das Konsumverhalten wieder einigermaßen normalisiert haben werden, zu den gesuchten, weil originellsten und originärsten des Weltmarktes gehören werden – wenn die besten Produzenten bis dahin zu überleben verstehen. Es ist traurig, daß das geänderte Konsumverhalten sich nur noch am Preis, und gar nicht mehr am Inhalt, also an der Qualität der Produkte, orientieren mag. Auf diese Weise gehen viele gewachsene, durchaus erhaltenswerte Strukturen auf dem Markt kaputt. Tausende kleiner Winzer sind bereits an der Loire, in Bordeaux und im Südwesten Frankreichs vom Konkurs bedroht, noch viele andere werden folgen. Ihnen allen fehlt es an Vertriebskraft, an Handelslobby, und natürlich oft auch ganz schlicht und ergreifend an der nötigen Qualität.
Wir wagen es und bauen, wenn auch nur in kleinen Schritten und sehr behutsam, unser Südwest-Sortiment weiter aus. Wir schätzen dabei besonders die ungewöhnlichen Rebsorten, die einen völlig eigenständigen Weingeschmack liefern, der im Tenor der weltweinigen Eintönigkeit für aufregende Abwechslung sorgt.
Bei den Weißweinen ist das vor allem eine Frische und Mineralität, die man aus anderen Regionen Frankreichs so kaum kennt. Rebsorten wie Petit Courbu oder Gros – und Petit Manseng mögen unbekannt sein, die Weine, die sie liefern, sind höchst eigenständig, nicht alltäglich und in besonderem Maße originell, und haben deshalb Aufmerksamkeit verdient.
Den Rotweinen des Südwestens ist eine spezifische Gerbstoffstruktur gemein, die massiver und dominanter erscheint, als in anderen Regionen Frankreichs. Das kühle Klima und karge, kühle Böden sorgen, in Verbindung mit den entsprechenden alten, angestammten lokalen Rebsorten wie Tannat, Malbec, Arbouriou, Fer Savadou, Negrette etc. für ungestümen Tanninreichtum, den zu zügeln nur wenigen Spitzenbetrieben gelingt. Es sind allesamt keine Weine für den schnellen Konsum, sondern Langläufer, die Geduld brauchen, auch insofern sind sie alles andere als zeitgemäß. Die Geduld aber belohnen sie mit facettenreichem Reichtum an Aroma, an Geschmack und an Charakter, wie man ihn so nirgendwo anders auf der Welt antrifft. Die Rotweine des Südwestens vereinen auf faszinierende Weise atlantische Kühle und Finesse mit dem aromatischen und strukturellen Reichtum des Südens. Es sind Weine für Leute mit selbstbewußtem Geschmack, die über Erfahrung verfügen und Toleranz in Sachen Geschmack, und die offen sind für Neues.
© Martin Kössler (2003)

Jurançon

Aus dieser stillen, schönen Vor-Pyrenäen-Landschaft zwischen Madiran und dem Baskenland kommen faszinierende Süßweine, die weit mehr als nur eine interessante Alternative zu Sauternes sind: Jurançons (nicht zu verwechseln mit den Weinen der anderen Seite Frankreichs, dem Jura!) feiern fröhliche Triumphe in aller Welt. Sie besitzen nämlich eine erfrischende Säure, die sie leichter und angenehmer trinkbar macht, zumal ihr Alkoholgehalt sehr viel niedriger liegt, als der vieler Sauternes. Ihre charakteristisch-fruchtigen Aromen nach exotischen Früchten wie Mango, Papaya und Granatapfel resultieren aus den eigenwilligen Rebsorten: Petit- und Gros Manseng. Es sind köstliche Süßweine, die sich zu vielen Fruchtdesserts und -cremes und zu Gebäck hervorragend kombinieren lassen, die aber auch "einfach so" genossen großen Spaß machen.
Süßwein hat in Deutschland noch immer keinen nennenswerten Markt. Die ideologischen Trockenwein-Trinker dominieren unverbesserlich die Nachfrage, auch wenn gerade sie mehr über trockene Weine reden, als sie sie dann trinken. Daß hochwertige Süßweine tatsächlich großes Trink-Vergnügen bereiten können, muß sich noch herumsprechen.

Cahors

Burgund

Wenn sich K&U nach vielen Jahren der Abstinenz wieder in Burgund engagiert, dann sollte es etwas besonderes sein.
Doch Burgund ist und bleibt, trotz intensivster Beschäftigung über viele Jahre, ein Minenfeld. Es ist eine frustrierende Erkenntnis, daß Image auf dem Markt und Realität in der Flasche nirgendwo eine größere Diskrepanz erleben, als im teueren Burgund. Es erscheint unerklärlich, daß sämtliche Skandale der letzten fünfzig Jahre eingefleischte Burgunderkäufer nicht zu verschrecken vermochten. Überall auf der Welt wären sie in Scharen davongelaufen, hier nicht. Sie akzeptieren bereitwillig viel zu hohe Erträge, vor allem bei den Weißweinen; sie nehmen brutale Schwefelattacken hin; sie stören sich nicht an entstellenden Auf- und Entsäuerungsorgien; sie lassen sich Grand Crus von Dorflagen-Niveau unterjubeln und hinterfragen ein Klassifikationssystem, das Preise und Nachfrage bestimmt, nicht nach qualitativen Kriterien. Sie stabilisieren ein System, das von Marktrealität weit entfernt ist - in jeder Hinsicht.
Burgund ist bäuerliches Mysterium. Burgund scheint heile Welt in einem Markt, der aus den Fugen gerät. Burgund ist Chaos, denn hier kommt es nur und ausschließlich auf den Produzenten an. Er ist der einzige Garant für Qualität. Jahrgang, Herkunft, Klassifikation – alles zweitrangig. Das macht eine seriöse Beschäftigung mit Burgund nicht einfach.

In den letzten fünf, sechs Jahren scheint ein neues Bewußtsein zu entstehen. Daß einzelne Betriebe (wie z. B. Leroy) Weltklasse-Pinots produzieren, muß nicht extra erwähnt werden. Wir sprechen hier von der Regel, nicht von der Ausnahme. Über Jahrzehnte hinweg wurden in Burgund mit extremer Überdüngung und irrwitzigem Chemieeinsatz viel zu hohe Erträge erwirtschaftet, die nicht nur zerstörte Böden hinterließen, sondern auch für dünne, uninteressante, schlechte, und viel zu teuere Weine verantwortlich waren.
Die Historie dieser Fehlentwicklung ist wenig bekannt. Aus dem zweiten Weltkrieg heimgekehrt, fanden viele Winzer ihre Weinberge verwahrlost vor. Die Böden waren ausgelaugt und die Reben brauchten Pflege und Nährstoffe. Man begann die Weinberge zu regenerieren. Wer es sich leisten konnte düngte, um das Wachstum der Reben zu fördern, mit Kalium. Mitte der 50iger Jahre befanden sich die Böden wieder in biologischer Balance, die Erträge waren niedrig, und die Weinberge produzierten einige der großen Weine dieses Jahrhunderts. Doch wie überall auf der Welt etablierte sich auch in Frankreich in dieser Zeit die fortschrittsgläubige Agrarchemie. Sie empfahl den Winzern nun zu spritzen und mit Kali zu düngen. Während eine gewisse Dosis Kalium in jedem Boden vorkommt und für gesundes Rebwachstum unabdinglich ist, führt eine zu hohe Dosis zu sinkenden Säurewerten in den Trauben. Während man nun unbeirrt über dreißig Jahre düngte, stiegen die Konzentrationen in den Böden, und damit natürlich auch die Erträge. Eine Studie der INAO konnte kürzlich belegen, daß die Erträge an der Côte d´Or in den letzten 30 Jahren von 29 hl/ha — von 1951 bis 1960 üblicher Durchschnittsertrag — auf 48 hl/ha stiegen — von 1982 bis 1991 üblich. Dieser massive Ertragszuwachs führte zwangsläufig zu Weinen mit weniger Aroma und Konzentration. Doch das kümmerte viele Winzer kaum, man düngte, sprayte und pflanzte sogar noch Klonen mit höheren Erträgen, der großen Nachfrage wegen. So kamen selbst von Lagen, die über Jahrhunderte hinweg Burgunds Ruhm ausmachten, immer schwächere dünne uninteressante Weine.
Bis auf wenige Ausnahmen (z. B. 1978) waren die meisten Weine der 60iger und 70iger Jahre in Burgund dünn, leicht, mager und schlecht haltbar - von den üblichen Ausnahmewinzern abgesehen, die es immer gab und gibt.
Es hat lange gedauert, bis man verstand, warum die Weine dieser Periode so schlecht waren. Das unbeirrte Düngen hatte dazu geführt, daß die Traubenhäute so dünn wurden, daß sie schon beim geringsten Regen aufplatzten und verschimmelten. Zudem verhindert zu viel Kalium die Aufnahme von Kalzium in der Traube, das entscheidend zur Resistenz gegen Graufäule beiträgt. Im lesenswerten (leider inzwischen vergriffenen) Buch „Burgundy“ von Anthony Hanson (Simon & Schuster), dessen Erscheinen man in Burgund damals mit juristischen Mitteln zu verhindern suchte, wird der Teufelskreis, in dem sich viele Winzer befanden, beschrieben: Mehr Kalium, ursprünglich gegen Fäulnis eingesetzt, führte zu mehr Fäulnis, und damit zu immer schlechteren Weinen. Die für Qualität im Wein notwendige Säure entsteht normalerweise zu Beginn der Wachstumsperiode der Traube. Sie sinkt fast linear ab, wenn sich durch Sonneneinstrahlung zunehmend Zucker in der Traube bildet. In Burgund fand man nun aber auch in schlechten Jahrgängen mit niedrigen Zuckerwerte dramatisch niedrige Säurewerte. Und wieder war die Kaliverseuchung der Weinberge verantwortlich für die sinkenden Säurewerte, die unbalancierte, dünne Weine ohne Aromen ergaben. Inzwischen hatte die Agrarchemie den Winzern Besserung gelobt: Man spritzte mit Herbiziden das angeblich störende Grün aus den Rebzeilen, statt es aufwendig unterzupflügen. Das führte zum Gegenteil: Die Wurzeln der Rebstöcke dehnten sich im Oberflächenbereich aus, wo sie die hohen Kalidosen noch besser aufnehmen konnten (beim aufwendigen Umpflügen kappt man diese Oberflächenwurzeln und zwingt den Rebstock damit tiefer zu wurzeln, wo die Kaliumkonzentration deutlich niedriger ist).
Der Teufelskreis setzte also erst richtig ein. War der Rebstock erst einmal aus der Balance geraten, wurde er anfällig für Krankheiten, und man mußte noch mehr spritzen. Claude Bourguignon, der mit seiner G.E.S.T.-Gruppe viele Top-Domainen auf dem Weg zurück zur Balance im Weinberg berät, meint, daß diese Weinberge weniger Mikroorganismen enthielten, als der Sand der Sahara-Wüste.
Die Geschichte ist noch nicht zu Ende! Um die zu niedrige Säure zu kompensieren, säuerten viele Domainen ihre Weine über Jahre hinweg auf, verbotenermaßen. Die Polizei überführte noch 1994 eine erstaunliche große Anzahl von Winzern, darunter auch einige berühmte Spitzendomainen, der illegalen Aufsäuerung des Jahrgangs 1991. Außerdem waren allerlei üble Manipulationen bis zu Beginn der 80iger Jahre an der Tagesordnung: Lastzugweise wurden aus dem Beaujolais Gamay-Trauben angekarrt, die mit den eigenen zusammen vinifiziert wurden; riesige Mengen an Wein kamen aus Chateauneuf du Pape nach Burgund und hektoliterweise wurden kleinere, billigere Appellationen zu höherwertigen teureren umgemünzt. Das angeblich so ausgeklügelte System der „Appellation Contrôlée“ verleitete viele Winzer zu derartigen Fälschungen, denn ein System, in dem der Preis eines Weines automatisch steigt, wenn er nur aus der nächst höheren Appellation stammt, ist geradezu dazu angetan, Weine „aufzuwerten“.
Erstaunlicherweise wurden diese „Burgunder“ deren „Erzeugern“ über Jahrzehnte hinweg aus den Händen gerissen, es gab keine Absatzkrise in dieser Zeit. Selbst die zahlreichen Prozesse und Skandale, die zwischen 1983 und 1987 die üblen Machenschaften von Winzern, Händlern und Importeuren aufdeckten, konnten die Nachfrage nicht brechen.
Erst der Katastrophenjahrgang 1987 sorgte für ein Erwachen der Winzerschaft auf breiter Front, denn in diesem Herbst nahmen die Manipulationen einfach überhand. Zahlreiche Winzer bangten um ihre Existenz in Anbetracht einer Ernte, die aufgrund viel zu hoher Erträge, miserablen Wetters und verschimmelten und verfaulten Lesegutes extrem niedrige Mostgewichte brachte. Nach französischem Recht, so mutmaßen Experten heute, hätte vermutlich der Großteil aller Weine Burgunds zu einfachen Dorflagen degradiert werden müssen. Also griff man reichlich zum Zuckersack und zu illegaler Aufsäuerung mittels Weinsäure und „verbesserte“, was die Natur nicht geliefert hatte. Exemplarisch hart ging die Justiz 1989 dann z. B. gegen das Handelshaus Bouchard Pere et Fils vor, in dessen Keller man unglaubliche Manipulationen vorfand, die der Kellermeister auch noch penibel in seinem Kellerbuch dokumentiert hatte.
Aufgerüttelt durch die drakonischen Strafen erkannten viele Winzer damals, daß es so nicht weitergehen konnte. Die vielen Prozesse und Skandale waren Fanal für eine neue Generation von Winzern, die sich der Rückbesinnung auf den Weinberg als Ursprung aller Weinqualität verschrieb. Sie erarbeiten sich heute wieder Konzentration aus niedrigsten Erträgen, sie experimentieren mit biodynamischer Landwirtschaft, um die malträtierten Böden wieder zu regenerieren, und liefern Qualitäten, die „Pinot Noir“ wieder zur Ehre gereichen. Burgund scheint auf dem Weg zu besseren, natürlicher produzierten Weinen. Bio-dynamischer Weinbau, niedrige Erträge, sorgfältige Weinbergsarbeit (Blattwerksschnitt zur Durchlüftung und besseren Reife im August, grüne Lese im September für mehr Konzentration, Drainagesysteme zur Erosionsverhinderung, etc) und schonende Vinifikation (Kaltmazeration etc.) ohne Filtration und mit minimaler Schwefelung sind keine Ausnahme mehr, sondern werden ganz langsam und hoffentlich zur Regel.

© Martin Kössler/K&U 10.2004 Wenn sich K&U nach vielen Jahren der Abstinenz wieder in Burgund engagiert, dann sollte es etwas besonderes sein. Burgund ist und bleibt, trotz intensivster Beschäftigung über viele Jahre, ein Minenfeld. Es ist eine frustrierende Erkenntnis, daß Image auf dem Markt und Realität in der Flasche nirgendwo eine größere Diskrepanz erleben, als im teueren Burgund. Es erscheint unerklärlich, daß sämtliche Skandale der letzten fünfzig Jahre eingefleischte Burgunderkäufer nicht zu verschrecken vermochten. Überall auf der Welt wären sie in Scharen davongelaufen, hier nicht. Sie akzeptieren bereitwillig viel zu hohe Erträge, vor allem bei den Weißweinen; sie nehmen brutale Schwefelattacken hin; sie stören sich nicht an entstellenden Auf- und Entsäuerungsorgien; sie lassen sich Grand Crus von Dorflagen-Niveau unterjubeln und hinterfragen ein Klassifikationssystem, das Preise und Nachfrage bestimmt, nicht nach qualitativen Kriterien. Sie stabilisieren ein System, das von Marktrealität weit entfernt ist - in jeder Hinsicht. Burgund ist bäuerliches Mysterium. Burgund scheint heile Welt in einem Markt, der aus den Fugen gerät. Burgund ist Chaos, denn hier kommt es nur und ausschließlich auf den Produzenten an. Er ist der einzige Garant für Qualität. Jahrgang, Herkunft, Klassifikation – alles zweitrangig. Das macht eine seriöse Beschäftigung mit Burgund nicht einfach.

Roussillon

New South Wales

Rias Baixas

Somontano

Mendoza

Mendoza, die wichtigste Weinregion Argentiniens, liegt auf einer Höhe von 800 bis 1150 Metern. Die Böden sind sandige Lehmformationen mit felsigem Untergrund, der auch die Basis für die naheliegenden Anden liefert. Die ph-Werte der Böden sind basisch und damit als einzige in Südamerika denen Europas vergleichbar. Das Klima ist kontinental, kann aber sehr turbulent werden, dann nämlich, wenn das Zusammentreffen von warmen, feuchten Winden aus dem Norden mit den kühlen trockenen Winden aus dem Süden und den feuchten Winden aus dem Westen heftige Wetterreaktionen verursacht.
Die Anden, stets spektakulär in Sichtweite im Hintergrund der Szenerie, tragen das ganze Jahr hindurch Schnee. Die Sommer in Mendoza sind warm, mit trockenen, kühlen Nächten, die für die physiologische Ausreifung der Trauben von großer Bedeutung sind.
Das alles entscheidende Kriterium in Mendoza aber ist der Hagel.
Er entsteht, weil es während der gesamten Wachstumsphase der Reben durch kollidierende warme und kühle Winde aus verschiedenen Himmelsrichtungen zu schweren Stürmen kommt, die blitzschnell die Ernte zerstören können. Manchmal sind die Hagelschauer so stark, daß sie gleich zwei Jahre in Folge beeinflussen, weil sie das Holz der Rebstöcke empfindlich treffen und in Mitleidenschaft ziehen.
Dem versucht man Herr zu werden durch Hagel-Netze über den Rebzeilen. Das ist nicht nur teuer, sondern beeinflußt auch die Sonneneinstrahlung auf die Trauben, wodurch das Reifeverhalten negativ beeinflußt wird. Außerdem wird dadurch entscheidend die Durchlüftung der Reben behindert, was zur Schimmel- und Fäulnisbildung führen kann.
Die Weinberge in Mendoza werden mittels eines ausgefuchsten Kanalsystems bewässert. Mendoza ist trocken, die Böden sind sandig, nicht sehr tief und entsprechend mager; und weil normalerweise außerhalb der beschriebenen Stürme nur wenig Regen innerhalb der Saison fällt, haben die Argentinier, anders als Chile, über Tausende von Jahren ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem entwickelt, das über ein raffiniertes Mikro-Management den Ertrag und das Wachstum der Reben erstaunlich differenziert steuern läßt. Argentinien, besser Mendoza, liefert enormes Versprechen für die Zukunft. Noch stimmt vieles nicht in der Organisation der Betriebe und der Vitikultur, doch das Potential von Mendoza, und damit Argentiniens, ist riesig!

Korsika

Zinfandel

Kampanien

Tirol

Algarve

Galizien

Navarra

Russian River

Württemberg

Weinviertel

Das Weinviertel – mit etwa 16.000 ha das größte Weinbaugebietes Österreichs – liegt als nördlichstes Weinbaugebiet Österreichs im Spannungsfeld zwischen pannonischen Klimaeinflüssen, mit heißem, trockenen Sommer, und denen Kontinentaleuropas, mit kühlem, langem Herbst. In Verbindung mit den unterschiedlichsten Bodenarten ergibt dies typische Weine, die nirgends sonst auf der Welt gewachsen sein können.
Deren Potential liegt vor allem in feiner Aromatik und harmonischer Säure. Die Weine sind dadurch einerseits gut lagerfähig, andererseits gut trinkbar - trotz reifebedingt höherer Alkoholgehalte.
Unter der Bezeichnung „Weinviertel DAC“ oder auch „Weinviertel Districtus Austriae Controllatus“ gibt es ab 1. März 2003 Weinviertler Weine aus der österreichischen Traditionssorte „Grüner Veltliner“, deren Trauben nur aus dem Weinviertel kommen dürfen. Diese Qualitätsweine müssen strenge Vorgaben erfüllen und werden mehrfach geprüft, ehe sie als „Weinviertel DAC“ angeboten werden dürfen: Neben einer hell- bis grüngelben Erscheinung, dem typischen Sortenbukett, sowie dem fruchtig-pfeffrigen Geschmack darf der Weinviertel-Veltliner weder einen Holzton aufweisen (z.B. durch Barrique-Ausbau) noch einseitig alkoholisch wirken. Mindestens 12% Alkohol gilt jedoch als Voraussetzung. Eine analytische Untersuchung und die eigens geschulte Kostkommission garantieren, dass die DAC-Weine auch wirklich den Auflagen entsprechen. Damit möchte man dem „Weinviertel DAC“ einen weltweit einzigartigen Weinstil mit klarer Geschmackscharakteristik verleihen. Alle anderen Qualitätsweine dieses Weinbaugebiets werden ab der Ernte 2003 „Niederösterreich“ auf dem Etikett ausweisen. Die Vielfalt der Sorten und die individuellen Weinstile der Weinviertler Winzer sind damit gesichert.

Normandie

Puisseguin St. Emilion

Südburgenland

Das Südburgenland ist eine faszinierende Region, die auf den ersten, und vielleicht auch noch auf den zweiten Blick, verschlafen wirkt, ein wenig ärmlich und kaum attraktiv. Die Architektur ist ungarisch geprägt und hat durchaus Charme, im Sommer ist es sengend heiß, auch wenn ständig ein angenehmer Wind weht, und man fühlt sich ein wenig einsam, wenn man ohne Ziel und Anlaufpunkt durch die Region fährt. Fahrradurlauber kreuzen in Scharen den Weg, die Touristik ist ganz allgemein dominiert von Billigurlaubern, die rund um den Neusiedlersee preiswert nächtigen und speisen wollen. Noch haben die typischen Weintouristen diese Region nicht für sich vereinnahmt, noch gibt es unzählige romantische Plätze gerade im Nationalpark rund um den Neusiedlersee und erste gute Restaurants machen auf und warten auf die neue Kundschaft. Man ißt preiswert regional inspirierte Küche, die großen Spaß machen kann, und die Weinkarten zeigen teilweise erfreulich hohes Niveau. Wer sich auskennt, kann im Südburgenland tatsächlich höchst individuelle Kellerschätze heben. So abgeschieden und ursprünglich die Landschaft sich zeigen mag, beim Wein hat sich in den letzen Jahren ein Quantensprung vollzogen. Im Herzen des Gebietes - rund um Deutsch-Schützen und den Eisenberg - haben eigenwillige Winzer einen Weinstil entwickelt, der die erdig-mineralische Charakteristik der schweren eisenhaltigen Lehm-und Tonböden mit modernster Technologie vereint und sehr eigenständig zum Ausdruck bringt, speziell bei der heimischen Sorte Blaufränkisch. Man muß sich allerdings auskennen, denn noch konzentriert das gesamte Burgenland seine Rot- und Weißweine mit Vakuumverdampfern und Osmosetauschern, was das Zeug hält. Im kleinsten Weinbaugebiet Österreichs sind also die Uhren nicht stehen geblieben, auch wenn die Technikgläubigkeit der meisten Winzer in Anbetracht der natürlichen idealen Wachstumsbedingungen bizarr wirkt; der österreichische Nationalgeschmack bevorzugt nun einmal im Augenblick dicke, alkoholreiche, fette Rotweine, die zu erzielen mit moderner Technik zunächst einfacher ist, als mit entsprechend aufwendiger und profunder Arbeit im Weinberg. Vielleicht ändert sich das ja in den nächsten Jahren wieder zum Guten.

Emilia Romagna

Steiermark

Noch vor fünfzehn Jahren war die Steiermark ein kaum über die Grenzen Österreichs hinaus bekanntes Weinbaugebiet, heute zählen Steirische Weine zu den Aushängeschildern Österreichischer Weinkultur. Dabei machten sich die Steirer schnell einen guten Namen mit leichten, trockenen Weinen von kristallklarer Reinheit und expressiver Sortentypizität. In den letzten Jahren aber kommen die Weine technisch derart perfekt gestylt und aromatisch glatt daher, daß sie durch von Aromahefen und Aromaenzymen geprägte Kaltvergärungs-Uniformität zum sterilen Opfer ihres eigenen Erfolges zu werden drohen.

Heute steht die Steiermark in ihrer Gesamtheit, Ausnahmen bestätigen nur die Regel, für technisch perfekte Stilistik von leider ziemlich austauschbarem, uniformem Weincharakter.

In keinem anderen Weinbaugebiet Europas werden so viele Weinsorten kultiviert, wie in der Steiermark. Sehr unterschiedliche Landschaftsformen mit auf engem Raum wechselnden Bodenformationen sind vermutlich Ursache für diese große Sortenvielfalt. Abgesehen von der Konzentration vieler Winzer auf einen sehr technischen Ausbau der Weine, hat man in der Steiermark stets kompromißlos die Erträge im Weinberg reduziert, was der Qualität der Weine insgesamt sehr zugute kam.
Die Steiermark ist unter den vier Weinbauregionen Österreichs die kleinste. Ihre Anbaufläche beträgt nur 4.200 Hektar, auf denen ein durchschnittlicher Ertrag von nur 46 Hektolitern produziert wird. Damit hat die Steiermark 9 % Anteil an der gesamtösterreichischen Weinbaufläche und etwa 7 % Anteil am österreichischen Wein. 77 % der Weinbaufläche werden für Weißweinsorten, 12 % für Rotweinsorten und 11 % für die Roséspezialität Schilcher genutzt. Die bekanntesten Rebsorten der Steiermark sind der Welschriesling, der Weißburgunder, noch immer Müller-Thurgau, natürlich der Morillon (Chardonnay), der Sauvignon blanc, der Traminer sowie die regionale Spezialität Schilcher und als Rotwein der Zweigelt.

Das Weinland Steiermark unterteilt sich in drei Weinbaugebiete:

- Die Südoststeiermark,
ein Gebiet, das von der Mur, dem größten Fluß der Steiermark, bis zum Wechsel reicht, weist mit weitem Abstand die meisten Weinbaubetriebe mit einer Gesamtrebfläche von 1400 Hektar auf.
Im „Steirischen Vulkanland“ gedeihen auf Basaltverwitterungsböden Traminer von internationalem Ruf. Eine besondere Spezialität dieses Gebietes sind auch Gewürztraminer, dessen Bukett hier sehr ausgeprägt ausfällt, Welschriesling, Weißburgunder, Grauburgunder, Riesling, Müller-Thurgau und es gedeihen hier ein paar exzellente Rotweine. Im „Oststeirischen Hügelland“ erreicht der Weinbau die 600 m-Grenze, hier befinden sich die höchstgelegenen Weingärten Österreichs. Die hier bevorzugt angebaute Weißweinsorte ist der Welschriesling, im hier intensiv betriebenen Rotweinanbau dominiert der Blaue Zweigelt.

- Die Südsteiermark, das mit 2300 Hektar Rebfläche größte zusammenhängende Weinbaugebiet, liefert einige der besten Weißweine des Landes: Vor allem Sauvignon blanc oder Muskat Sylvaner (sonst in Österreich kaum verbreitet) gelingt hier zu ganz eigener Größe und Charakter und auch der beliebte Welschriesling erreicht hier, trocken ausgebaut, bemerkenswerte regionale Stilistik und Qualität. Dazu kommen Weißburgunder und Morillon (Chardonnay), der frühreife Müller-Thurgau sowie Traminer und Gewürztraminer und der einst ungeliebte Gelbe Muskateller feiert hier in den letzten Jahren die verdiente Renaissance mit Weinen von famoser Finesse und expressiver Aromatik.

- Im berühmten Schilcherland in der Weststeiermark, also um Graz und Umgebung, Voitsberg und Deutschlandsberg, liegt das mit nur 500 Hektar kleinste steirische Weinbaugebiet. Dort ist der Schilcher beheimatet, ein wahrlich merkwürdig regional geprägter Wein mit einem Charakter, den man mögen muß. Gesetzlich geschützt, darf er nur aus der Rebsorte Blauer Wildbacher bereitet werden und ergibt einen ungewohnt schmeckenden und riechenden zwiebelfarbenen bis rubinroten Wein, der im Sommer vor Ort ganz köstlich mundet. Doch baut man in der Weststeiermark auch Weißburgunder, Welschriesling, Sauvignon, Müller-Thurgau und Zweigelt an.

© K&U

Maremma

Ligurien

Brda

Jumilla

Bierzo

Côtes du Forez

Die „Côtes du Forez“ ist die südlichste Appellation der Loire und wurde erst 1999 zur Appellation erklärt. Sie ist mit knapp 200 ha eine der kleinsten Appellationen Frankreichs und liegt zwischen Lyon und Clermont-Ferrand, also westlich von Lyon. Die Böden sind hier von Granit und anderen vulkanischen Gesteinen und Mineralien dominiert und sorgen für packende Mineralität in den Weinen.
Die "Côtes du Forez" wird fälschlicherweise in vielen Weinbüchern der Rhône zugeordnet, was vielleicht daran liegt, daß sie so etwas wie das Bindeglied zwischen dem nicht weit entfernten Beaujolais und der nördlichen Rhône ist: Die Rotweine der Côtes du Forez werden aus d e r klassischen Rebsorte des Beaujolais gekeltert, der Gamay, und die Weißweine bestehen aus d e r weißen Rebsorte der nördlichen Rhône, der Roussanne.

Latium

Malaga

„Vino de la Montana“, „Mountain Wine“, nannten die Engländer im 17. Jahrhundert jene edelsüßen Weine aus Malaga, die sie damals eifrig ex- bzw. importierten. Die Muskatellertraube gedieh auf den steilen Schieferterrassen von Malaga derart vortrefflich, daß Malaga-Moscatel damals als einer der besten Süßweine der Welt gehandelt wurde. Anschließend fielen nicht nur Malagas Süßweine geschmacklichen Moden zum Opfer, zuletzt der pseudomodischen Trockenweinwelle. Betörend, berauschend, unvergleichlich fein, sinnlich und konzentriert - dieser würzige Süßwein ist originell und einzigartig, allerdings gibt es nur noch wenige Exemplare, die den einstigen Ruf rechtfertigen.

Setubál

Carnuntum

Ribera del Duero

Gumpoldskirchen/Thermenregion

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Saint Croix du Mont (edelsüß)

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Priorat

Monsant DO

Graubünden


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