aus Kalifornien, Frankreich, Italien, Spanien, Österreich und Deutschland. Weine voller Charakter und Stil, nicht stromlinienförmig konsumentenfreundlich, sondern mit so viel Geschmack und Ausstrahlung wie möglich; authentisch und vornehmlich aus weniger bekannten Regionen: Von der Loire, aus Cahors, dem Bergerac, dem Languedoc-Roussillon, der Rhone, aus Oregon, Washington State und Kalifornien, aus Apulien oder den Marken, von der Mosel oder dem Mostviertel.
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Vor ein paar Jahren gelang der Nachweis, daß Cabernet Sauvignon eine Kreuzung von Cabernet Franc und Sauvignon Blanc ist. Noch vor wenigen Jahrzehnten war Cabernet Franc, früher reifend und wetterresistenter als Sauvignon, die unbestrittene Basis in Bordeaux. Er glich die Kapriolen der Partner Merlot und Cabernet Sauvignon gekonnt aus. Die moderne Merlot-Seuche verdrängte dann den zickigen Franc, der Klimawandel könnte jetzt wieder zu ihm zurückführen. Cabernet Franc ist stärker im Wuchs als Sauvignon, braucht aber einen längeren Anschnitt, weil er kleinere Erträge liefert. Sein Hang zum Verrieseln sorgt oft für natürliche Ertragsreduzierung. Die dickschalige Rebsorte ist anfällig für Pilzkrankheiten und hat ein kleines Reifefenster, in dem sie gelesen werden muß, um interessantes Aromaprofil zu liefern. Wenn Cabernet Franc reif gelesen wird, begeistert er mit einem dunkel-würzigen, komplexen Aromaprofil von frischem grünem Pfeffer, animierenden Kräutern und kühlem Hauch von Süßholz und Veilchen. Jene unattraktiv kräuterig grünen, harten Noten in Duft und Geschmack, die ihm in den neunziger Jahren schlechten Ruf einbrachten, sind Indiz für schlechte Laubarbeit im Sommer, zu frühe Lese, unreifes Traubenmaterial und viel zu hohe Erträge. In Reinkultur findet man Cabernet Franc heute vor allem an der Loire; in Chinon, Bourgueil, Saumur-Champigny und Bressac bewirkt der Klimawandel wahre Wunder: noch nie waren rote Loireweine so aufregend, so reif und so gelungen, wie in den letzten fünf, sechs Jahren. ? ?
Tannat – vermutlich handelt sich beim Tannat um eine alte, autochthone rote Varietät aus dem Baskenland, die dort heute zwar noch angebaut wird, ihre noch immer eher lokale Berühmtheit verdankt sie aber mehr den Rotweinen aus dem benachbarten Madiran, denn z. B. der winzigen Appellation Irouleguy, von wo sie vermutlich stammt.
Zumindest weiß man, daß es baskische Auswanderer waren, die Mitte des 19. Jahrhunderts den "Tannat", zuammen mit anderen baskischen Rebsorten wie z. B. dem weißen "Manseng", nach Uruguay brachten, wo er, anders als im Madiran oder im Baskenland, einen eher fruchtbetonten elegant würzigen Typ von Wein hervorbringt, der früher trinkreif ist und sich insgesamt charmanter präsentiert, als sein südwestfranzösisches Pendant. Man wird bestimmt vom Tannat aus Uruguay noch mehr hören in Zukunft, und vielleicht verhilft ja irgendwann mal die zugänglichere Überseevariante der unmodisch sperrigen europäischen Variante zum Durchbruch.
Verdient hätte sie es.
Tannat ist ein altmodischer Wein, denn er hat einen langen Atem und braucht langen Atem, fordert er doch ungewöhnlich viel Zeit und Geduld im Keller. Er ist in seiner Jugend ungestüm und introvertiert zugleich, und er ist anspruchsvoll. Und das ist in unserer heutigen schnellen Zeit eher unzeitgemäß, weshalb "Tannat" heute weitgehend verdrängt wurde von Cabernet Sauvignon und Franc, die im Madiran, dem Béarn und den Côtes de Saint-Mont bei gleich hohen Erträgen, im weiten Feld vinologischer Mittelmäßigkeit, besser abschneiden, weil sie populistischeren Weingenuß liefern, als die doch eher speziellen Tannat-Weine.
Tannat, reich an ungehobelter Substanz durch kleinbeerige Trauben, die aber große Beerenkluster liefern, die reich an Extrakt, Farbe und Gerbstoffen sind, braucht kleine Erträge und vor allem eines: langen Ausbau in Holzfässern mit gezielter Oxidation der massiv vorhandenen Gerbstoffe.
Es hat Jahre an Experimenten und unzufriedenen Weintrinkern bedurft, bis die Tannat-Traube so weit zivilisiert war, daß man sie auf Flaschen füllen konnte, um sie mit entsprechender Geduld irgendwann genießen zu können. Vor allem Cuvées mit Cabernet Franc und Sauvignon dominieren heute den Markt, nur wenige Spitzencuvées des Madiran werden überhaupt reinsortig als Tannat gefüllt.
Die konzentriertesten und besten Madirans sind erst nach zehn und mehr Jahren langsam trinkreif, liefern aber im Stadium der Reife Trinkgenuß von der Güte eines großen Bordeaux. Cuvées mit Cabernet Franc oder Sauvignon sind schneller trinkreif und liefern charmanteren Weingenuß, ohne es aber an Originalität fehlen zu lassen. Deshalb haben sie sich heute auf dem Markt durchgesetzt. Sie sind sozusagen Kompromiss "pro Trinkvergnügen" ohne jahrelanges Warten. Tannat, wenn sorgfältig bereitet, liefert immer die Basis für hochoriginellen Rotweingenuß, wie er heute fast vom Aussterben bedroht ist. Alleine die Dosis Cabernet entscheidet über den Charakter; es gibt nach wie vor kaum preiswertere Rotweine, als die durch Cabernet "ziviliserten" Basiscuvées aus dem Madiran – eine perfekte Symbiose! ? ?
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Über kaum eine andere rote Rebsorte herrscht derzeit so ausgeprägte Uneinigkeit bezüglich ihrer qualitativen Eigenschaften, wie über "Carignan", die in Italien als "Carignano", in Spanien als "Cariñena", "Mazuela", "Sams" oder "Crujillon" bekannt ist, und auch in Amerika als "Carignane" durchaus ein beachtliches Dasein fristet.
In Jancis Robinsons Standardwerk "Rebsorten und ihre Weine" (Hallwag Verlag, 1996) z. B. wird Carignan unkritisch und uninformiert geradezu in Grund Boden verdammt: "Ihr Wein bietet alles reichlich: Säure, Tannin, Farbe, Bittergeschmack – aber weder Aroma noch Charme. Dadurch hat sie den doppelten Nachteil, für frühen Verbrauch ungeeignet, doch für langen Ausbau unwürdig zu sein ....." und weiter: "...eine quantitativ bedeutende, qualitativ aber eher dürftige Rebsorte, die trotz großzügigster Subventionen, die für ihre Rodung und damit für die Verringerung der europäischen Weinüberschüsse gezahlt werden, nach wie vor die Rebfläche des Languedoc dominiert." usw. usw.
Das ist ausgemachter Blödsinn, wie einige höchst erstaunliche und erfreulich eigenständige, vor allem aber überaus hochklassige 100%-Carignan-Weine aus dem französischen Süden und Spanien beweisen.
Carignan ist noch immer die meistangebaute Rebsorte Frankreichs. Dabei ist sie extrem empfindlich gegen echten und falschen Mehltau, sie ist anfällig für Fäulnis und leidet häufig unter Würmerbefall, womit die Verbreitung der Sorte der Agrochemie-Industrie in den letzten dreißig bis vierzig Jahren große Gewinne bescherte. Sie wird noch immer auf falschen und ungeeigneten Lagen angebaut und dort zu viel zu hohen Erträgen genötigt, was zu dünnen, sauren, simplen Landweinen führt, die das schlechte Image der Rebsorte untermauern. Die systematische Vergärung per Kohlensäuremaischtechnik (Maceration carbonique) in achtziger und neunziger Jahren maskierte den dünnen und sauren Charakter der Rebsorte bei hohen Erträgen etwas und lieferte zahlreichen fruchtige, attraktiv simple Rotweine, die schnell getrunken werden mußten. Erst Ende der neunziger Jahre besann sich eine kleine Schar bewußter Winzer der positiven Eigenschaften dieser interessanten Rebsorte und begann, uralte Rebstöcke auf besten Lagen wieder zu regenieren, um daraus hochinteressante, eigenwillige und spannende Rotweine zu keltern, die alles andere als sauer, dünn oder langweilig waren, sondern ein ganz neues Interesse an der Rebsorte entfachten, die heute eine erfreuliche Renaissance, zumindest unter Kennern, erfährt. Mit der Rundumkeule auf diese alte, ehrwürdige Rebsorte einzuschlagen, erscheint uns deshalb wenig angebracht.
Eigenschaften: Carignantrauben halten fest am Stock, sie sind also für Maschinenlese kaum geeignet, zumal Carignan traditionell meist als einzelner Busch und nicht an Drähten gezogen wird, was sorgfältige Handlese nötig macht. Sie reift extrem spät aus und ist stark fäulnisempfindlich. Ihre große Popularität basierte vor allem auf den 50er bis 70er Jahren, wo ihr Ertragsreichtum (bis zu 200 hl/ha!) eine wahre Weinschwemme auslöste, die noch heute so manchen Genossenschaftswinzer inspiriert.
Tatsache ist: Wo Carignan auf sorgfältig gepflegten, gut durchlüfteten Lagen an Hängen oder auf windigen Plateaus steht, also auf ausgewählten, schwachtriebigen Lagen mit der entsprechenden schwachwüchsigen Unterlage, sind Carignan-Weine von großem singulärem Charakter mit Ausstrahlung und Eigenart möglich, die aus heutiger Sicht eine echte Erholung darstellen im zunehmend uniformer werdenden Syrah-Einerlei des "modernen" Languedoc.
Wir bieten einige 100% Carignan-Weine (bzw. von Carignan dominierte Cuvées) an, die zu den besonders spannenden Weinen unseres Programms gehören und weit größere Aufmerksamkeit verdient hätten, als ihnen zuteil wird (vgl. Domaine de la Garance, Cos de l´Orri, Domaine de Perrieres et. al.)! ? ?
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Chardonnay - diese alles andere als rare Rebsorte kann mineralisch geprägt sein, straff in der Textur, komplex im Geschmack – eben typisch Chardonnay. Dabei ist der Name dieser bekanntesten Rebsorte der Welt Weintrinkern in aller Welt so vertraut, daß sie kaum noch darüber nachdenken, daß sich dahinter eine Rebsorte verbirgt. Im französischen Burgund, der vermutlichen Heimat der Rebsorte, ist man seit Jahrhunderten so auf die geographische Bezeichnung der Weinherkunft als wesentlichem Geschmacksmerkmal fixiert, daß der Sortenname eigentlich nur den Winzern bekannt war. Auch uns passiert es immer wieder, daß Kunden nicht wissen, daß Chablis, Chassagne oder Puligny Montrachet aus Chardonnay bereitet werden. Für Sie ist „Chardonnay“ fast schon eine Marke, was die Verbreitung der Rebsortenangabe auf den Etiketten, besonders bei Überseeweinen, Ende des 20. Jahrhunderts maßgeblich zementierte. Der Name „Chardonnay“ ist so populär, daß die zahlreichen Synonyme für die Rebsorte kaum noch gebraucht werden, alleine in Österreich beharrt man sympathisch auf dem alten Begriff „Morillon“.
Es dürfte der relativ hohe Alkoholgehalt der Rebsorte sein, der das Gefühl von feiner Süße und cremiger Weichheit vermitteln kann, der zur weltweiten, von nationalen Geschmacksvorlieben losgelösten Popularität der Rebsorte wesentlich beitrug. Die wie bei keiner anderen weißen Rebsorte mögliche Integration von Faßaromen und Eichenholzgeschmack wird als weiterer Grund für die immense Verbreitung der Rebsorte vermutet.
Chardonnay besitzt stets attraktive goldene Farbe und einen breiten, durchaus gefälligen, aber nicht einfach zu beschreibenden Geschmack. In wissenschaftlichen Analysen stellte sich gerade Chardonnay als aromatisch schwer zu fassen dar: Das Spektrum reicht, je nach Ausbau, von Himbeeraromen über Tabak, Vanille, tropische Früchte und Pfirsicharomen zu reifen Tomaten, Tee und Blütendüften.
Besonderes Kennzeichen der Rebsorte ist, weshalb sie von Kellermeistern in aller Welt so geschätzt wird, ihre einmalige Eignung zur individuellen Gestaltungsfähigkeit durch Anwendung bestimmter Kellertechniken. Chardonnay spricht wie keine andere Rebsorte auf die Art der Weinbereitung an. Sie läßt sich reduktiv kalt vergären, also im technischen Sinne industriell verarbeiten, und ergibt dann frische, rassige Weine mit angenehmer Säure. Sie läßt sich aber auch genau so gut „oxidativ“ im kleinen Eichenfaß vergären und lange auf der Hefe lagern; besonders hochwertiges Lesegut verträgt sogar wie keine andere Rebsorte lange Lagerung und Reifung in neuem Holz, ohne dessen unangenehme Aromen aufzunehmen, sondern brilliert dann besonders durch Komplexität und Dichte. Über seine Neigung zu malolaktischem Säureabbau und sein ungewohnt starkes Ansprechen auf Hefesatzaufrühren („Battonage“; dabei rührt man im Holzfaß den trüben Bodensatz der Hefe mit einem Stab stark auf, man "schlägt" die Hefe richtiggehend auf und emulgiert sie auf diese Wiese, je häufiger man dies tut, um so cremiger und weicher wird der Wien) hat sich Chardonnay zum Liebling der Kellermeister entwickelt. Zwei Schulen an Verarbeitung haben sich heute von Burgund bis Kalifornien herauskristallisiert, die genau diese Eignung für eine besondere Stilistik nutzen: es gibt die „modernen“ Winzer und Kellermeister, die durch starkes und häufiges Hefesatzaufrühren dicke, weiche, cremige, fette Chardonnays produzieren, die der Imagination des „typischen“ Chardonnays entsprechen, wie er heute vor allem aus Übersee kommt, aber auch in Burgund, ja überall in Europa, der Idealvorstellung dieser Rebsorte entspricht. Dem stehen jene Winzer entgegen, die bewußt auf das Aufrühren der Hefe verzichten. Sie forcieren die aromatische Komplexität der Rebsorte dadurch, daß sie die Mineralität und Straffheit, die Rasse und strukturelle Eigenartigkeit der Rebsorte dadurch herausarbeiten, daß sie die Hefe gezielt nicht aufrühren (wie z. B. Coche-Dury in Burgund oder Au Bon Climat in Kalifornien), um deren markantes Aromenprofil (Aromen von frischem Brot, Hefeteig, geröstete Mandeln und Haselnüsse etc.) in ein besonders frisches und nachhaltiges Geschmacksbild zu integrieren.
In der Champagne, wo Chardonnay wichtigster Bestandteil der größten Schaumweine der Welt ist, entwickelt sich die Rebsorte auf der Flasche hervorragend über Jahrzehnte, obwohl (oder weil) sie dort besonders früh gelesen wird. Sehr späte Lese verträgt Chardonnay durchaus auch, wird dann aber sehr säurearm, sehr alkoholisch, und hat durchaus auch schon sehr achtbare Süßweinexemplare hervorgebracht, die die Edelfäule für sich nutzen konnten.
Immer, egal ob die Erträge hoch und die Lese früh, oder die Erträge niedrig und die Lese spät erfolgten, zeigt Chardonnay, zumindest in gewissem Rahmen, eigenständigen, erkennbaren Sortencharakter, der, wenn man ihn genau analysiert, erstaunlich wenig ausgeprägt daherkommt (z. B. im Vergleich zum Riesling, zu Sauvignon Blanc oder Chenin Blanc).
Wenn man Chardonnay von jungen Rebstöcken erntet und, wie in Italien, von den hohen Erträgen profitiert, die die Rebsorte mühelos bringt, kann er wäßrig und unbedeutend dünn, fast neutral, schmecken. Einfacher Chardonnay ist ein säuerlicher, dünner, an grüne Äpfel oder Melonen erinnernder Saufwein, der in unzähligen Billigcuvées mit Semillon, Chenin Blanc, Ugni Blanc/Trebbiano oder Colombard verschnitten, den Markt in beliebiger Qualität überschwemmt.
Ähnlich dem Riesling kann aber Spitzen-Chardonnay wie kaum eine andere weiße Rebsorte den Charakter der Lage reflektieren, in der er gedeiht.
Niedrige Erträge, eine erstklassige Lage, vor allem basische Böden, nicht zu niedrige Säure aus optimal reifem und nicht überreif gelesenem Lesegut, und eine sich bewußt zurücknehmende Kellertechnik können großartige, individuelle Chardonnays hervorbringen, die über Jahrzehnte reifen und sich zu echter Grandezza entwickeln. Anders als Riesling, der große Gegenspieler, eignet sich Chardonnay aber nicht für wirklich hochwertige Süßweine, er kann die Botrytis für sich nicht nutzen.
Chardonnay reift, wie bereits beschrieben, wie keine andere weiße Rebsorte unter verschiedensten Klimabedingungen und bringt dort stets gute Ernteerträge. Das ist wohl der wahre Grund für seine weltweite Verbreitung und Beliebtheit bei Winzern. Bei Erträgen über 80 hl/ha leidet seine Qualität allerdings beträchtlich. Unzählige billige Industrie-Chardonnays vor allem aus italienischer, aber auch australischer und südamerikanischer Produktion mögen als Beispiel dafür dienen. Wenn diese Weinchen dann auch noch Holzeinsatz vorgaukeln, sollte man vorsichtig sein. Chips und Eichenspänelösungen sind bei Chardonnays unter 10.- Euro heute eher die Regel als die Ausnahme. Hochwertige Qualität entwickelt Chardonnay erst bei Erträgen unter 30 hl/ha. Die erreichen Spitzenproduzenten über hohe Pflanzdichte (8-10.000 Stöcke pro Hektar) und aufwendige Laubpflegemaßnahmen. Nur dann bringt Chardonnay jene unvergleichliche Fülle, entwickelt jenen eigenständig intensiven Charakter, der die Rebsorte edel und neben Riesling zur größten Weißweinsorte der Welt macht.
Der große Nachteil des Chardonnay ist sein früher Austrieb, der in der Champagne und in Burgund durch späte Fröste gefährlich sein kann. Die dünne Beerenhaut der Rebsorte sorgt für Fäulnisempfindlichkeit, wenn es zur Lese regnet. Der Vorteil der Rebsorte? Sie gedeiht in allen Klimazonen der Welt, vom nördlichen Chablis, bis zum heißen Australien. Dabei ist der wohl wichtigste Punkt, der maßgeblich Geschmack, Charakter und Qualität, vor allem aber die Stilistik großer Chardonnays beeinflußt, der Zeitpunkt der lese. Er bestimmt inzwischen die nationalen Geschmacksvorlieben. Viele Übersee-Chardonnays werden extrem spät gelesen, so spät, daß die Säure schon extrem niedrig ist und der Wien extrem weich und cremig wirkt, seine Haltbarkeit ist dann allerdings stark eingeschränkt. In Europa setzt sich zunehmend wieder die frischere Variante durch. Chardonnay büßt in der letzten Phase des Reifevorgangs seinen für Haltbarkeit, Mineralität und Geschmackseindruck so wichtigen Säuregehalt ein. deshalb hat sich der Begriff der optimalen physiologischen Reife gerade beim Chardonnay gewandelt: Spitzenproduzenten lesen heute wieder viel früher als noch vor wenigen Jahren, um die aromatische Komplexität, vor allem aber den Eindruck der Mineralität (so vorhanden) durch frische Säure und straffe Textur zu forcieren.
Die Herkunft des Chardonnay ist unbekannt. Es ranken sich viele Märchen um seinen Ursprung, geklärt ist er nicht. Heute kennt man alleine in Frankreich 34 eigenständige Klonen. Manche haben einen sehr aromatischen, fast schon aufdringlichen Duft, manche sind extrem ertragsstark und riechen kaum.
Für Kenner: In Burgund wird die Klonenselektion wissenschaftlich auf hohem Niveau betrieben. So steht den Winzern der Welt heute ein breites Spektrum an Klonenmaterial zur Verfügung, das sich in Ertragsreichtum und Adaption an Boden-pH-Werte voneinander unterscheidet. Durchgesetzt haben sich heute insbesondere die Klonen 75, 78, 121, 124 und 277. Wer auf Qualität mehr setzt als auf Quantität wird allerdings die Klonen 76, 95 und 96 wählen.
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Das faszinierende an der Rebsorte Chenin Blanc ist ihr Zusammenspiel von Bodenformation mit Klima. Wohl keine andere weiße Rebsorte reagiert mit ihrem Zuckergehalt so direkt auf Jahrgangsschwankungen, wie sie. Ihre sehr dicke Beerenschale schimmelt schnell, weshalb sie in großen Jahrgängen wunderbare Edelfäule produziert, in kleinen Jahrgängen aber schimmelt sie ohne zu reifen (Graufäule). Alles hängt an der Süße-Säure-Balance in der Traube. Ist die Säure zu hoch, der Zuckergehalt zu niedrig, schimmelt sie, steht die Säure in Balance mit dem Zucker, kann sie Botrytis produzieren, die zu unglaublich balancierten Weinen führen kann, wenn man die entsprechende Geduld bei der Lese aufbringt. Der Säurespiegel steigt dann mit der Reife, also mit dem Grad des Edelfäulebefalls und man erntet so zu Beginn der Lese zwar sehr süße Weine, die aber ein wenig plump sind, weil sie nur süß sind; mit zunehmendem Grad des Botrytisbefalls steigt dann die Säure und die Balance von Süße und Säure wird immer ausgeglichener und harmonischer. Das ist es, was edelsüße Chenin Blanc einzigartig macht. Dies alles hängt an der Versorgung durch Böden und Klima, wobei keine andere Rebsorte so stark schwankende, so empfindlich reagierende Zuckerwerte aufweist. Deshalb fällt auch der Charakter der trocken ausgebauten Chenin-Blanc-Weine je nach Jahrgang so prägnant unterschiedlich aus. Eine zickige, aber faszinierende große Rebsorte, die noch immer viel zu wenig Beachtung findet. ? ?
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Gamay - die Beaujolais-Traube
Gamay und Beaujolais sind aufeinander angewiesen. Keine andere Weinbauregion Frankreichs ist so sehr auf eine einzige Rebsorte festgelegt wie das Beaujolais, wo ein paar Chardonnay-Rebstöcke für die Ausnahme von der Regel sorgen, in dem Sie manchmal höchst attraktiven Beaujolais Blanc produzieren. 33600 ha stehen im Beaujolais unter Gamay-Reben. In Anbetracht der zahlreichen Gamay-Varietäten schmückt sich der "echte" Gamay mit dem Namen "Gamay Noir á Jus Blanc" - aus gutem Grund.
Die Gamay hat es immer eilig. Sie treibt früh aus, sie reift früh, auch bei der Weinbereitung geht es schnell zu, schließlich wird nach wie vor der größte Teil des Beaujolais als "Primeur" oder "Nouveau" vermarktet, und einmal auf der Flasche empfiehlt es sich nicht, den Wein länger als 2-3 Jahre aufzuheben.
Gamay gedeiht auch in kühlen Regionen ausgezeichnet, wie z. B. an der Loire oder in der Schweiz. Ihre Erträge sind üppig, ihre Farbe eher heller und bläulicher als die der meisten anderen Rotweine. Sie hat oft eine relativ kräftige Säure und ein einfaches, aber lebhaftes Aroma von frischen roten Früchten. Leider wird dieses attraktive Beerenaroma oft unangenehm überlagert von den weniger subtilen Düften, wie sie eine schnelle, unter Luftabschluß stattfindende Vergärung mit sich bringt, also z. B. Banane, Marmelade, aber auch Azeton (Nagellack).
Da die heute vorherrschende Vorstellung von Rotwein Wucht und Konzentration bedeutet, wird Beaujolais leider inzwischen meist reichlich aufgezuckert (chaptalisiert), um alkoholstärkere Weine zu produzieren. Dabei bringt die Gamay transparente Weine mit niedrigem Alkoholgehalt hervor, der für viele gerade den Charme dieses Weines ausmacht, der erfrischend leicht, duftig und frisch ins Glas kommen kann. Gamay – die Beaujolais-Traube. Gamay und Beaujolais
sind aufeinander angewiesen. Keine andere Weinbauregion Frankreichs ist
so sehr auf eine einzige Rebsorte festgelegt wie das Beaujolais, wo ein
paar Chardonnay-Rebstöcke für die Ausnahme von der Regel sorgen,
in dem Sie manchmal höchst attraktiven Beaujolais Blanc produzieren.
33600 ha stehen im Beaujolais unter Gamay-Reben. In Anbetracht der zahlreichen
Gamay-Varietäten schmückt sich der „echte“ Gamay mit dem Namen
„Gamay Noir“.
Die Gamay hat es immer eilig. Sie treibt früh aus, sie
reift früh, auch bei der Weinbereitung geht es schnell zu, schließlich
wird nach wie vor der größte Teil des Beaujolais als „Primeur“
oder „Nouveau“ vermarktet, und einmal auf der Flasche empfiehlt
es sich nicht, den Wein länger als 2-3 Jahre aufzuheben.
Gamay gedeiht auch in kühlen Regionen ausgezeichnet, wie z. B.
an der Loire oder in der Schweiz. Ihre Erträge sind üppig, ihre
Farbe eher heller und bläulicher als die der meisten anderen Rotweine.
Sie hat oft eine relativ kräftige Säure und ein einfaches, aber
lebhaftes Aroma von frischen roten Früchten. Leider wird dieses attraktive
Beerenaroma oft unangenehm überlagert von den weniger subtilen Düften,
wie sie die schnelle, unter Luftabschluß stattfindende „Maceration
Carbonique“ mit sich bringt, jene im Beaujolais übliche Vergärung,
die die typischen Bananen-Aromen, die Marmeladentöne, aber auch weniger
angenehme Azeton-Töne (Nagellack) produziert, die für viele industrielle
Beaujolais heute kennzeichnend sind.
Da die heute vorherrschende Vorstellung von Rotwein Wucht und Konzentration
bedeutet, wird Beaujolais leider inzwischen meist reichlich aufgezuckert
(chaptalisiert), um alkoholstärkere Weine zu produzieren. Dabei bringt
die Gamay an sich transparente Weine mit niedrigem Alkoholgehalt
hervor, der für viele gerade den Charme dieses Weines ausmacht, der
erfrischend leicht, duftig und frisch ins Glas kommen kann.
An sich wäre seriös produzierter Beaujolais also ein
absolut zeitgemäßer Wein. Es ist schade, daß es nur wenige
Winzer sind im Beaujolais, die den traditionell vergorenen Typus von Beaujolais,
sozusagen „a l`ancienne“, präsentieren.
Wir jedenfalls bieten Ihnen nur derart produzierte Beaujolais an.
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Wenig populär, ist diese zweitmeist angebaute Rebsorte der Welt in verschiedensten Varianten vor allem in Spanien und Südfrankreich beheimatet.
Am häufigsten tritt sie als "Garnacha Tinta" in Spanien auf, wo sie mit über 100.000 ha die eindeutig meistangebaute Rotweintraubensorte ist.
Auch in Frankreich bedeckt sie mit immerhin über 90.000 ha einen Großteil des Rebterrains. Und in Sardinien meinen die Sarden, mit ihrer "Cannonau" den Ursprung der Rebsorte für sich alleine gepachtet zu haben.
Wo immer die Ampelographen den Ursprung dieser Rebsorte festmachen, nach der hierzulande kaum bekannten "AIREN", die als die meist angebaute Rebsorte der Welt gilt, hält die Grenache souverän den Rekord der zweitmeist angebauten Rebsorte der Welt, obwohl sie meist in Verschnitten landet und dem Weintrinker nur sehr selten reinsortig auf dem Etikett ausgewiesen wird.
Die Grenache, auch oft als "Grenache Noir" bezeichnet, ist eine Rebsorte, die sich wie nur ganz wenige andere für den Anbau in trockenen, warmen und windigen Regionen eignet.
Sie entwickelt ungewöhnlich starkes Holzwachstum und zeichnet sich durch aufrechten festen Wuchs aus, was sie besonders für windige Gegenden eignet, wo sie in traditioneller Buschform extreme Widerstandsfähigkeit gegen Dürre und Hitze beweist. Sie treibt früh aus und erreicht in Gegenden bzw. Jahrgängen mit langer Wachstumsperiode, also langer Hängezeit der Trauben am Stock, erstaunlich hohe Zuckergehalte und Extraktwerte.
Ihre Beerenschale ist nicht sehr dick, weshalb sie selten intensive Farbe entwickelt und in der Verarbeitung stark zur Oxidation neigt; am Gaumen hat sie oft eine gewisse rustikale Art an sich, entwickelt aber bei reifer Lese einen ganz charakteristisch süßen Geschmack.
Um wirklich Qualität zu liefern braucht Grenache niedrige Erträge, karge Böden, muß streng zurückgeschnitten werden und darf nicht, wie oft in Australien, bewässert werden - nur dann bringt sie absolut erstaunliche konzentrierte, saftige, würzige (weißer Pfeffer im Duft) und im Mund üppig dimensionierte "barocke" Rotweine hervor, die durchaus einige Jahrzehnte Reifezeit vertragen können.
Die Renaissance der Rhoneweine, insbesondere der Weine aus Chateauneuf du Pape in den Neunziger Jahren, führt auch zu einer sich immer deutlicher abzeichnenden verdienten Renaissance der Grenacherebe, die auch in der neuen Welt verstärkt wiederentdeckt wird, besonders ob ihrer Widerstandsfähigkeit.
Allerdings besitzt Grenache ein großes Manko, das einer industriellen Anwendung entgegensteht: Ihr robustes und starkes Holzwachstum macht sie für die maschinelle Bearbeitung samt maschineller Lese weniger geeignet.
Wohl am besten gelingt die Grenache entlang der südlichen Rhone, wo sie zwar in der Regel verschnitten wird, doch beweist sie gerade hier, wozu sie bei niedrigen Erträgen und konsequentem Qualitätsanbau fähig sein kann. So basieren viele berühmte Rosés auf der Grenache, z. B. die Tavels oder Liracs aus dem Departement Gard.
Im Languedoc spielt sie eine ganz wesentliche, aber auch unauffällige Rolle in verschiedensten Cuvées, wogegen sie im Roussillon zum Star wird.
Vor allem hier gelingen ihr wahre Wunderwerke an Extraktion, Ausdruckskraft und Originalität in den charaktervollen, expressive Süßweinen aus Banyuls, Rivesaltes oder Maury - ein weiterer Beweis für die Größe, die Grenache annehmen kann, wenn bestimmte Rahmenbedingungen für ideale Entwicklung sorgen.
Auch in Australien war Grenache bis Mitte der 60er Jahre die meistangebaute Rebsorte; erst gegen Ende der 70er Jahre wurde sie dort von der Shiraz überholt und inzwischen steht sie sogar noch hinter Cabernet Sauvignon auf Platz drei. In den typisch australischen Massenanbaugebieten, wo sie, stark bewässert, dumpfe charakterlose Rebsäfte hervorbringt, hat sie an Image verloren. Doch inzwischen widmen sich ein paar hochkarätige Winzer wieder den alten Buschpflanzen und produzieren hochkonzentrierte Spitzenweine aus Grenache, die oft mit Shiraz oder anderen Rebsorten verschnitten werden.
In Kalifornien hat sich Grenache noch nicht durchgesetzt, weil sie hier oft nur ungleichmäßig ausreift und deshalb kaum mehr als dünne, süßliche Weine ohne Charakter und Tiefe hervorbringt. In der Gegend um Paso Robles laufen derzeit aber ein paar spannende Projekte mit französischer Beteiligung, die zu Hoffnungen Anlaß geben.
Inzwischen widmen sich junge Betriebe in Frankreich und Spanien ganz bewußt dem Ausbau besonderer Grenachequalitäten. Sie vergären kalt und benutzen kalte Vormazeration, um den dünnen Beerenschalen besonders viel Farbe zu entziehen - sie nehmen sich nicht umsonst die durchaus ähnlich reagierende und zu behandelnde Pinot Noir zum Vorbild, um ganz besondere Qualitäten und Expressivitäten zu erzielen.
Die weiße Form "Grenache Blanc", die inzwischen auch in Südfrankreich vom Sauvignon Blanc in ihrer Beliebtheit abgelöst wurde, gewinnt gerade dort, trotz abnehmender Anbaufläche, im Qualitätsanbau wieder an Bedeutung. Sie erbringt bei den wenigen guten Winzern, die ihr harte Wachstumsbedingungen auf kargem Terroir abverlangen, weiche, fette Weißweine, die in der Jugend sanft wirken, um im Alter zu erstaunlich charaktervollen Weißweinen voller Körper und Geschmack heranzureifen, die man durchaus mit hochkarätigen Marsanne-Weinen vergleichen kann.
Ganz besonders scheint sich "Grenache Blanc" für den Holzfaßausbau zu eignen, vorausgesetzt die Erträge sind ultra niedrig, die Trauben voll ausgereift, und das Winemaking auf den fragilen und doch mächtigen Charakter der Rebsorte abgestimmt.
Besonders aus dem Roussillon kommen in den letzten Jahren spannende mineralisch geprägte charaktervolle und zugleich einschmeichelnde Varianten, die im kleinen neuen Holzfaß das Licht der Welt erblickten und mühelos mit den großen Weißweinen der Welt mithalten können was Charakter und Trinkvergnügen, Originalität und Preiswürdigkeit betrifft.
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Verkannt, bekannt, aber viel zu lange auf den Heurigen reduziert:
Der grüne Veltliner ist eine der spannendsten und interessantesten weißen Rebsort Um es vorwegzunehmen: Der grüne Veltliner ist für uns eine der spannendsten und interessantesten weißen Rebsorten, die wir kennen.
Gewiß: Die Rebsorte ist ertragreich; sie ist zwar widerstandsfähig gegen Frost, neigt aber zu Peronospora (echtem Mehltau); sie treibt füh aus und ist deshalb spätfrostgefährdet, und in den nördlichen Gebieten Europas würde sie zu spät ausreifen, weshalb sie in Deutschland nicht zu finden ist.
In einfachen Lagen, z. B. im Weinviertel, werden meist hohe Erträge von 100 hl/ha und mehr erzielt, der daraus resultierende Wein ist gefällig und süffig, kann aber durchaus auch ordinär, sauer und dünn ausfallen.
Aber: Ähnlich dem Riesling, uns erinnert guter Veltliner in seiner geschmacklichen Zickigkeit sogar gelegentlich an Chenin Blanc, bringt die Sorte ja nach Lage, An- und Ausbau eine enorme Bandbreite an Qualitäten ins Glas, vom simplen anspruchslosen durstlöschenden Landwein bis zum höchst anspruchsvollen Spitzengewächs mit fordernder cremig-weicher satter Textur im Mund.
Was Grünen Veltliner so spannend macht, ist seine charakteristisch würzig-pfeffrige Art, die von feiner fruchtbetonter Säure unterlegt sein kann, je nach Herkunft: Wie der Riesling reagiert auch Grüner Veltliner direkt und ausgepägt auf Klima und Terroir. Die besten Exemplare aus später Lese und niedrigen Erträgen, z. B. aus der Wachau, dem Kamptal oder dem Carnuntum, sind trocken, pfeffrig und auffallend würzig in Duft und Geschmack. Sie vereinen in sich die seltene, aber sehr attraktive Kombination aus animierender Frische und leichtigkeit mit Körper, würzigem Stoff und Extraktion, die in der Spitze durchaus an hochwertigen weißen Burgunder erinnern kann.
Was durch den schnellebigen Heurigen-Kult in Österreich etwas in Vergessenheit geraten ist, ist die Tatsche, daß Grüner Veltliner zwar jung unheimlich attraktiv und lecker schmecken kann, er kann aber, wieder wie große Rieslinge, auf höchst faszinierende Weise reifen. Grüner Veltliner reift, wird dabei aber kaum alt. Selbst nach zehn und mehr Jahren verliert er seine Würze und geschmeidige Tetxur im Mund nicht; er entwickelt kein unangenehmes Petrol und reift ungewöhnlich konsistent, ohne geruchlich oder geschmacklich alt zu werden.
Wir bieten Ihnen deshalb eine stilistisch breite Palette dieser Rebsorte an, die von verschiedenen Bodenformationen und aus verschiedenen Klimata stammt.
Österreichs Weinszene ist weitgehend dominiert von technischen Weinen, die per Reinzuchthefeimpfung, Tieftemperaturvergärung und Edelstahlausbau ein ganz bestimmtes Geschmacksbild aufweisen, das mit vordergründiger Frucht und Würze und "spritzigem" Charakter ein wenig uniformiert und beschränkt wirkt.
Wie Riesling reagiert aber auch Grüner Veltliner ausgeprägt auf die Vergärung mit Spontanhefen und entwickelt dann hochraffinierte, komplexe Aromen, die den "holzigen" kräuterwürzigen Charakter des Weines auf spannende Weise forcieren. Solche Weine bieten wir Ihnen als -noch - rare Ausnahmen von der Regel von Fred Loimer an, der inzwischen zu den besten Produzenten in Sachen Grüner Veltliner gehört. Seine Weine sind weniger mächtig und alkoholisch, wie die meisten heute hochgelobten Spitzenweine der Wachau, als vielmehr raffniert, frisch und trotz ihrer eindrucksvollen Konzentration attraktiv transparent, fast duftig, und von unverschämt seidiger Frische auf der Zungenmitte.
So wird Grüner Veltliner groß, eindrucksvoll und hochwertig.
© Martin Kössler für K&U (8.2002) ? ?
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Malbec Malbec • Faszination einer fehlinterpretierten Rebsorte
Malbec, eine rote Rebsorte, die einst weit verbreitet war in Frankreich, gerade dort aber in Vergessenheit zu geraten droht, erweist sich in Argentinien als eine der großen Rebsorten der Zukunft.
Malbec ist eine uralte Rebsorte. In zahlreichen Weinbauregionen des französischen Westens und Südwestens wird sie angebaut, von der Loire bis nach Cahors; sie kennt dort bis zu 400 Synonyme, von Auxerrois über Cot bis zu Pressac.
Hochqualitative Beachtung findet sie in Frankreich derzeit nur noch in wenigen großen Weinen des südwestfranzösischen Cahors; dort bringt sie auf eisenhaltigen Lehm- bzw. kühlen, hochgelegenen Kalkterroirs merkwürdig störrisch wirkende, faszinierend dunkle, aristokratisch kühle Rotweine hervor, die als „schwarze Weine von Cahors“ Eingang in die Weltliteratur fanden. Bis zum großen Frost 1956 war Malbec ein selbstverständlicher, hoch geschätzter Bestandteil zahlreicher großer Bordeauxgewächse, vor allem in Saint Emilion, wo er als „Noir de Pressac“ große Popularität als strukturelles Rückgrat und „kühlendes Element“ genoß. Das wird heute in kaum einem Weinbuch mehr erwähnt; man hat es „vergessen“ und vermittelt stattdessen den falschen Eindruck, Bordeaux hätte immer schon aus Cabernet und Merlot bestanden; den einst ebenfalls weit verbreiteten dickschaligen Rebsorten Petit Verdot oder Abouriou ergeht es nicht anders.
Weil Malbec empfindlich ist gegen Verrieseln, Frost, falschen Mehltau und Fäulnis wird sie unter „modernen“ Winzern als unedle Rebsorte gehandelt; und weil sie nicht die zeitgemäß populistische Fruchtigkeit des ebenso empfindlichen Merlots liefert, durch ihre Empfindlichkeit im Weinberg schwer zu bearbeiten und durch ihre dicke Beerenschale im Keller schwer zu verarbeiten ist, gingen die Bestände in Frankreich seit 1956 rasant zurück. Außer im Südwesten Frankreichs, wo er in Cahors überlebte, muß Malbec seitdem überall in Frankreich den populären Allerwelts-Sorten Cabernet Sauvignon und Merlot weichen. Das ist bedauerlich, beweisen doch z. B. die mit enormer Sensibilität und begnadeter Kompetenz bereiteten Cahors der Domaine Cosse-Maisonneuve, daß Malbec faszinierend eigenständige, charaktervolle, elegante, frische und mustergültig entwicklungsfähige Weine liefern kann, die zur Avantgarde der Weinwelt gehören.
Malbec ist keine einfache Rebsorte für einfache Winzergemüter. Malbec ist eine zickige aber edle Rebsorte für Winzer, die ihr Handwerk in Weinberg und Keller beherrschen. Malbec stellt an den Winzer besondere Herausforderungen, belohnt ihn dafür aber mit eigenwilligem Ausnahmecharakter.
In der einschlägigen Fachliteratur wird leider kaum der Versuch unternommen, kritisch zu hinterfragen, warum die einst so beliebte Rebsorte in Ungnade fiel. Nur zu schnell schreibt man von Literaturquellen ab, die schlecht recherchiert sind; in vielen Rebsortenkunde-Büchern wird die Rebsorte als „kritisch“ beschrieben, als wenig edel, als rustikal, empfindlich etc.. Es liegt an der Historie des seitens Bordeaux stets gezielt abgeschotteten französischen Südwestens, daß dessen ursprüngliche Rebsortenvielfalt, die heute wie ein Museum fast vergessener Rebsorten wirkt, unter die Räder zu kommen droht. So wird noch immer in vielen Büchern kolportiert, daß Malbec ein Musterbeispiel jener Rebsorten sei, die in der neuen Welt besser gedeihen als an ihrem eigentlichen Herkunftsort. Das ist nicht nur zu simpel dargestellt, es ist schlicht falsch. Die Winzerschaft des Südwestens hat nie das Geld verdient, nie die Möglichkeiten gehabt wie der Nachbar Bordeaux, sich weiterzubilden und in Weinberge und Keller zu investieren. Man schmorte lange im eigenen Saft und kam technisch, geschmacklich und intellektuell nicht über den eigenen, beschränkten Horizont hinaus. Deshalb produzieren die meisten Winzer im Südwesten seit der Industrialisierungsphase des Weinbaus aus der einst so geschätzten Rebsorte rüde, harte, simple Bauerntropfen, die weder Eleganz noch Attraktivität besitzen.
Seit kurzem ist Aufbruch ist in Sicht! Ein paar begnadete Winzerpersönlichkeiten rütteln die Welt des französischen Südwestens mit außergewöhnlichen Qualitäten auf; eine Renaissance der Region steht unmittelbar bevor. Im Brennpunkt steht dabei natürlich Cahors; doch auch in den Bordeaux-Gemeinden Blaye, Bourg, Saint Emilion und im Entre-Deux-Mers widmen sich ambitionierte Weingüter der Renaissance der anspruchsvollen Malbec-Traube. Ihre Weine enthalten teilweise 15 und mehr % Malbec und beweisen wunderbar kühle, raffinierte Fruchtqualität, besitzen köstliche Eigenart im würzigen Schmelz feiner Gerbstoffe und beweisen legendäre Entwicklungsfähigkeit und Haltbarkeit. Und das zu ausgesprochen fairen Preisen!
Steht Malbec also kurz vor einer weltweiten Renaissance? Ja!
Das liegt aber vor allem an Argentinien, wo im warmen, trockenen Klima am Fuße der Anden die oben beschriebenen problematischen Seiten der Rebsorte wie vergessen scheinen. Hier entfaltet Malbec ein Potential, das man ihr kaum zuzuschreiben gewillt war. Im argentinischen Mendoza ist die Vegetationszeit relativ lange, die Trauben reifen länger als in Cahors am Stock und die Temperaturen sind wärmer als im französischen Südwesten, so daß die Erträge sicherer sind, weil die Blüten kaum verrieseln. Weil es in Mendoza trockener ist, gibt es kaum Fäulnisprobleme. Die Hitze der Sommer und ein meist milder Herbst lassen die dicken Beerenschalen perfekt ausreifen, so daß die Weine weit weniger aggressive und harte Tannine aufweisen als in Frankreich – was der Natur zu verdanken ist, nicht der Arbeit der Winzer!
Malbec entwickelt also in Argentinien ein profiliertes Eigenleben: Ein guter Mendoza-Malbec ist ein dunkler, fast lilaschwarzer Wein, dem ein faszinierend kühles, blaues Bukett entströmt, würzig, durchsetzt mit dem Duft von frisch gespitztem Bleistift, mit einem Hauch Blaubeeren, Lorbeer, Wacholder, Gewürzen, Kirschen und Bitterschokolade. Ein großer argentinischer Malbec kann Jahrzehnte reifen und wird dann auch von Kennern häufig mit einem großen Bordeaux verwechselt. Argentinischer Malbec erweist sich als der mit Abstand spannendste Wein Südamerikas und wird deshalb in der Spitze auch in Europa Popularität erlangen.
Vielleicht wird es ja seinem Erfolg zu verdanken sein, daß große Cahors bald wieder jene Beachtung finden, die sie längst verdient hätten, auch und gerade unter den zahlreichen Freunden großer Bordeaux-Gewächse.
© Martin Kössler/K&U
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Montepulciano - diese in ganz Mittelitalien verbreitete reichlich wuchskräftige und hochtragende Rebsorte darf nicht mit dem aus Sangiovese bestehenden "Vino Nobile di Montepulciano" verwechselt werden.
Montepulciano wird in immerhin 20 der 95 italienischen Provinzen angebaut, am meisten in den Abruzzen, wo sie einige der interessantesten und besten Ergebnisse bringt und wo sie als "Montepulciano d´Abruzzo" inzwischen durchaus Berühmtheit erlangte. In den Marken hat sie als "Rosso Conero" und "Rosso Piceno" Karriere gemacht, ist salonfähig geworden und hat sich international einen Namen gemacht als tiefdunkler, manchmal geradezu schwarzer, saftiger, säurearmer, extraktreicher Rotwein, der noch zu erträglichen Preisen authentisch italienischen Weingenuß liefern kann.
Weil die Rebe so fruchtbar ist, muß sie für hohe Weinqualität extrem im Wachstum gezügelt werden und braucht sensiblen Ausbau, der sich ganz an Extraktion und Tanninqualität orienterien muß. Produzenten wie z. B. die "Oasi degli Angeli" von Eleonora Rossi und Marco Casolanetti beweisen mit ihren sensationelle Spitzenqualitäten, was man aus 100 % Montepulciano herausholen kann. Ihre Weine gehören zu den besten und spektakulärsten Italiens.
Weil Montepulciano so tiefdunkel in der Farbe ausfällt und einen so angenehm süßen und reifen Duft verbreitet, ist diese Rebsorte dabei, zum Lieblingskind der Toscana zu werden: es ist schwer zu beweisen, doch man munkelt (und riecht und schmeckt es mit ein bißchen Übung auch), daß zahlreiche teure Brunellos und Chiantis Gewicht, Qualität, Farbe und Statur erst durch den Verschnitt mit hochwertigem, aber immer noch billigem Montepulciano erhalten – eine Entwicklung, die zwar typisch italienisch ist, die wir aber gar nicht für gut heißen können. In so mancher 50.- € -Flasche steckt jedenfalls heute mehr Montepulciano als draufsteht, was an der intensiven lila Farbe und dem hohen Extraktwert erkennbar ist und im Duft auffällt, weil ein viel würzigeres Aromenprofil über dem Glas steht, als man es von der an sich spröden Sangiovese kennt.
Der hohe Alkohol- und Extraktgehalt hochwertiger Montepulcianos macht diese Rebsorte jedenfalls für so manche Überraschung in Zukunft gut und auch wir werden uns in den Marken und den Abruzzen weiter nach hochwertigen Produzenten umsehen. ? ?
In Spanien, wo man ihren Ursprung vermutet, ist Mourvèdre nach der Garnacha/Grenache als „Monastrell“ die zweitmeistangebaute Rebsorte mit über 100.000 ha Rebfläche. In Frankreich heißt sie Mourvèdre und hat dort in Zeiten des Klimawandels deutlich an Popularität gewonnen, erscheint aber nur selten auf den Weinetiketten, weil sie dort meist in Cuvées verwendet.
In Frankreich spielt Mourvèdre an der Côtes du Rhône, in der Provence und im gesamten Languedoc-Roussillon eine zunehmend wichtige Rolle. Qualitative Spitze erreicht sie nur in der Provence, wo sie im berühmten Bandol mehr als die Hälfte der Assemblage ausmachen muß und dort nicht umsonst als die beste und anspruchvollste mediterrane Rebsorte zelebriert wird. Sie ist kleinbeerig und liefert satte schwarz-lila Farbe; ihre antioxidative Wirkung entfaltet sie sogar in den berühmten Rosés aus Bandol, die entsprechend lange reifen können; in der Jugend sind ihre Weine schwer, ungewohnt tanninreich und im Geschmack kernig und kräftig mit dominantem Gerbstoffgerüst, das unfreundlich wirkt und zehn und mehr Jahre braucht, bis es seine rauhe Ecken und Kanten ablegt. Wenn sie aber reif sind, gehören große Mourvèdre-Weine zu den eindrucks- und charaktervollsten des gesamten Mittelmeerraumes. Mourvèdre braucht warme und trockene Sommer, ihr Wasserbedarf ist gering. Deshalb beherrschte die anspruchsvolle Sorte früher die Provence, bis nach der Reblauskatastrophe vorwiegend billige Massenträger gepflanzt wurden, um der steigenden Nachfrage nach Wein Genüge leisten zu können. In Bandol "überwinterte" die Mourvèdre bis zu ihrer Wiederentdeckung vor wenigen Jahren. Sie ist zwar noch immer als Rebsorte kaum bekannt, gilt aber inzwischen als aromatisch spannende und „kühlende“ Ergänzungs- und Veredelungssorte im gesamten französischen Süden, wo sie in Verschnitten mit z. B. Cinsault oder Grenache eine immer wichtigere Rolle spielt, liefert sie doch straffes, markantes Rückgrat mit mehr Körper als die Syrah, aber moderatem Alkohol, und viele Syrah-Cuvées wertet sie stoffig und kühl wirkend auf; den derzeit angesagten Carignan-Cuvées verleiht Mourvèdre spielerische Rasse, Kraft, Spiel und duftige Finesse. 100%ige Mourvèdre-Weine sind selten; es gibt sie als Spitzen-Cuvées noch in Bandol und auf der Île de Porquerolles vor der Côte d´Azur ist mit dem roten Domaine de La Courtade aus 98 % Mourvèdre eines der spektakulärsten Beispiele dieser Rebsorte zu probieren.
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Diese typisch baskische Rebsorte, hierzulande so gut wie nicht bekannt und kaum angeboten, kennt zwei Varietäten, die miteinander nicht viel zu tun haben: "Gros Manseng" und "Petit Manseng".
Diese Rebsorte liefert außergewöhnlich pikante und füllige Weißweine, die vor allem aus Jurancon, also dem Südwesten Frankreichs , kommen. In den letzten Jahren fand diese eigenwillige Rebsortenfamilie so starkes Interesse, daß die Rebfläche dafür von 90 ha im Jahre 1968 auf heute 1152 ha ausgedehnt wurde - eine Ausnahme in Frankreich!
Gros Manseng: Sie wird hauptsächlich für die trockenen Weißweine des Jurancon (sec) verwendet. Sie sieht ähnlich aus wie die Petit Manseng, ist aber eine eigenständige Sorte. Ihre Erträge fallen reichlicher aus und der Wein, den sie liefert, ist deutlich weniger elegant und fein, als vielmehr voll im Geschmack, etwas breit und kräftig und ausgeprägt in seinem blumigen exotischen Charakter, den eine feine attraktive Säureader ungewöhnlich frisch im Trunk macht.
Petit Manseng: Die bessere Form der Sortenfamilie. Die in Jurancon verbreitete Rebe hat besonders kleine, dickschalige Beeren, die nur wenig Saft abgeben. Der Ertrag beläuft sich manchmal nur auf 15 hl/ha; die Trauben bleiben durch die dicken Beerenschalen lange am Stock hängen, so daß der Zuckergehalt durch den Eintrocknungsprozess konzentriert werden. Sie erreichen auch ohne Edelfäule leicht potentielle Alkoholgehalte von 20 %, mit feiner frischer Säure und einem animierenden Bukett nach Ananas, Papaya, Mango und anderen exotischen Obstsorten begleitet. Diese Traube wird fast auschließlich für Süßweine verwendet, nur selten geht Petit Manseng in Cuvees mit Gros Manseng (Ausnahme z. B. Charles Hours große "Cuvee Marie", Jurancon sec).
Das Potential dieser interessanten Rebsorte wird inzwischen als groß angesehen, das Interesse an ihr wächst beständig, weit über Frankreichs Südwesten Hinaus.
"Jurancon Moelleux" und "Pacherenc du Vic Bilh" heißen die Weine, denen diese Rebsorte unverwechselbares Profil verleiht.
© Martin Kössler für K&U (8.2002) ? ?
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Das Prädikat „König der Rotweine“ drückt die Bedeutung des Spätburgunders entsprechend seines Alters, seiner Verbreitung und des Ruhmes seiner Weine aus, und er wird doch immer im Schatten des „lauteren“, weit weniger komplizierten, leichter verständlichen Cabernets stehen. Pinot Noir ist insofern dem Riesling vergleichbar, der ob seiner weit fragileren und subtileren Eigenschaften stets im Schatten des weit populäreren Chardonnays steht.
Am weltweit verbreiteten blauen Spätburgunder kann man, wie auch am Chardonnay, ausgezeichnet den Einfluß des Klimas auf die Reife beobachten: Pinot Noir, der so viele Synonyme kennt wie Klonenvarietäten mit unglaublich unterschiedlichen Eigenschaften, ist die wichtigste Qualitätsrebsorte der gemäßigten Klimazone, wo er zu den spätreifenden Sorten gehört. Wird er in heißeren Klimazonen angebaut, z. B. in Australien oder Kalifornien, gehört er zu den frühreifen Sorten mit gänzlich veränderten Aroma- und Geschmackseigenschaften. Die dort spät reifenden Cabernet Sauvignon und Merlot würden dagegen in den gemäßigten Klimata so spät ausreifen, daß sie nur in ganz wenigen Spitzenjahren qualitativ befriedigen (siehe Loire und Cabernet Franc).
Pinot Noir/Blauburgunder/Spätburgunder/Pinot Tinto/Morillon Noir/Clevner/Pignola, um ein paar der Synonyme zu erwähnen, wird in Deutschland deutlich zunehmend gepflanzt und angebaut; in seiner Heimat Frankreich ist er die Hauptsorte Burgunds, und in der Champagne besetzt er rund 30 % der Rebfläche; in Österreich, Norditalien, der Schweiz, in Portugal und in Südosteuropa stellt er nur eine Nische im Rebsortenspiegel dar; in Übersee wird er vor allem in Oregon, Kalifornien und Neuseeland verstärkt angebaut, wo er einen regelrechten Boom mit beachtlichen Qualitäten erfährt. Australien, Südamerika und Südafrika haben die Rebsorte ebenfalls im Anbau, allerdings in unbedeutenden Mengen.
Pinot Noir ist eine extrem alte Rebsorte und entstammt höchstwahrscheinlich einer Selektion alter Wildeben Westeuropas. Karl der III. brachte sie von Burgund als „Clävner“ 884 an den Bodensee und vor rund 650 Jahren wurde er von Mönchen des Klosters Eberbach als „Klebrot“ in den Rheingau geholt. Im französischen Burgund war die Rebsorte vermutlich schon im 4. Jahrhundert bekannt. Doch achtete man sie dort lange Zeit nicht sonderlich. Man kelterte daraus harmlose Rosés, wie es sie heute noch an der Loire und im Elsaß als „Oeil de perdrix“ gibt. Erst im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Rebsorte zur Basis für das, was heute als Burgunder-Pinot weltbekannt ist (der Name Pinot leitet sich übrigens vom französischen „pin“, der Fichtenzapfen, ab, weil die Form der Trauben diesem ähnelt). Für das immense Alter der Rebsorte spricht unter anderem die Tatsache, daß es zahlreiche Spielarten und Seitenlinien an Varianten und Klonen gibt, die sich nach Reifezeit, Beerenfarbe, Größe und Form der Trauben und Beeren, Lockerbeerigkeit oder kompakte Traubencluster, aber auch nach Blatt- und Triebbehaarung unterscheiden, wobei man häufig erst zur Reifezeit, also nach dem Farbwechsel, an den Trauben unterscheiden kann, welcher Varietät, welchem Klon, sie nun angehören. Im Prinzip handelt es sich um eine große Rebfamilie, deren Unterschiede in Wuchs, Duft und Geschmack gewaltig sein können. Es gibt keine andere Rebsorte, bei der eine solche Vielfalt an Mutanten bekannt ist. Im Anbau bereitet die Sorte keine größeren Probleme. Nur bei Klonen mit sehr dichtem Beerenstand besteht die Gefahr frühzeitiger Fäulnis, die eine entsprechend frühe Lese nötig macht. Ein großes Problem ist die Überempfindlichkeit der Sorte gegenüber der Reisigkrankheit, die vor Jahren den Anbau an der Ahr fast zum Erliegen brachte. Die Nachfrage nach verschiedenen Klonen mit verschiedenen Spezifikationen seitens der Winzer ist deshalb groß und verdeutlicht, wie differenziert die Nachfragen und somit auch die Wünsche der einzelnen Betriebe geworden sind: Kleinbeerigkeit wird für bessere Aromen- und Farbausbildung, und damit deutlich ausgeprägte Pinot-Typizität, gewünscht, bedingt aber teuere Handarbeit; Lockerbeerigkeit schafft weniger Botrytisprobleme und erlaubt maschinelle Lese und Bearbeitung, bedeutet aber Einbuße an anspruchsvollem Pinot-Charakter; ein aufrechter Wuchs wird für arbeitswirtschaftliche Gründe, also niedrigere Kosten pro Rebstock, bevorzugt etc. etc . . .
Weil diese Rebsorte so mannigfaltig ist, muß man sich mit ihr intensiv beschäftigen, will man sie auch nur annähernd verstehen. Selbst viele Winzer wissen oft nicht, welches Rebmaterial sie nun genau im Weinberg stehen haben. Das erklärt, warum man gerade bei dieser Rebsorte so viele und teuere Enttäuschungen erleben kann. Eine der berühmtesten Rebsorten der Welt liefert viel zu oft kaum mehr als magere, unattraktive und alles andere als preiswerte Weine, die noch immer in unglaublichem Ruf stehen.
© Martin Kössler/K&U ? ?
Über Riesling kann man sich trefflich streiten. Es gibt so manchen Weintrinker, der mit dieser Rebsorte nicht zurechtkommt.
Das hat seine Gründe. Denn Riesling zeigt Charakter. Die Qualität eines Rieslings ist dabei stark abhängig von der Qualität des Standortes. Riesling, wo immer er auch gedeihen mag, besitzt ein kräftiges, präzises, manchmal fast analytisch wirkendes Aromaprofil, das von blumig, über mineralisch und stahlig, bis zu fruchtig und honigwürzig oder gar ölig reicht, je nach Herkunft, Bodenformation, Alter und Lage oder Exposition.
Dieses markante Aroma, das im Alter Petroltöne aufweisen kann (die man mögen muß, wir mögen sie nicht), ist eine direkte Funktion eines sehr spezifischen Verhältnisses von Süße zu Säure, und eines ungewöhnlich hohen Anteils an Monoterpenen, also stark aromatischen Geschmacks- und Aromastoffen, die in Riesling ca. 10 bis 15 mal höher ausfallen als in anderen weißen Rebsorten.
Seine Langlebigkeit und besagte Fähigkeit, die Charakteristika einer Weinbergslage in besonderem Maße zum Ausdruck zu bringen, ohne dabei den eigenen Charakter hintanzustellen, macht Riesling in seiner besten Form zu einer der spannendsten und feinsten Weißweinrebsorten der Welt, mit einem interessanten Spektrum an Aromen und Geschmack.
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Sangiovese - Italiens meistangebaute rote Rebsorte, über 100.000 Hektar Rebfläche sind dieser dünnschaligen empfindlichen Rebsorte gewidmet, die wie keine andere das Geschmacksbild italienischer Rotweine prägt.
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auch grüner Silvaner genannt,
weil es auch eine rote und eine blaue Variante gibt.
Über diese außerhalb des Elsaß, Rheinhessens und Frankens kaum noch verbreitete Rebsorte gibt es viel zu berichten.
Alleine die Zahl ihrer Synonyme zeigt, wie wichtig sie einst für die Weinwelt war: Österreicher, Franken, Silvania (Italien), Johannisberger oder Gros-Rhin (Schweiz), Arvine Grande (Wallis), Gentil Vert (Frankreich), Monterey Riesling und Sonoma Riesling (Kalifornien) sind nur einige Namen für diese früher weit verbreitete mittelfrüh reifende, weiße Rebsorte, die heute eher ein mäßiges Image genießt, weil sie noch immer unter den Mengenauswüchsen der sechziger und siebziger Jahre leidet.
Immerhin - heute gibt es wieder ein paar Produzenten in Rheinhessen (Wittmann und Keller) und Franken (u.a. Ruck), die dieser alten Sorte mit besonderen Spezialcuvées wieder zu echter Ehre verhelfen.
Geschichte:
Häufig wird berichtet, daß diese Sorte aus Wildreben an der Donau ausgelesen wurde, obwohl ihre Empfindlichkeit gegen Winterfrost gegen eine Abstammung aus Siebenbürgen spricht. Es ranken sich zahlreiche Legenden um die Herkunft dieser Rebsorte, keine ist wirklich nachprüfbar. Die Ableitung von "Vitis apiana" (Fliegenrebe) nach Plinius (23 - 79 n.- Chr.), die häufig zitiert wird, ist so umstritten, wie zahlreiche andere.
Belegbar ist einzig das Jahr 1665, in dem Abt Alberich Degen von der Zisterzienserabtei Ebrach bei Würzburg die Sorte einführte, was durch den Bildstock im Würzburger Stein dokumentiert ist. Um 1700 ist die Rebe dann in Heilbronn, ebenfalls in Franken, nachweisbar und für die Pfalz schreibt Breuchel 1781, daß "Österreicher" oder "Frankenriesling" neu aufgenommen wurde.
Die Einfuhr dieser Rebsorte muß mit den früher herrschenden Machtverhältnissen zusammenhängen, da die im ehemaligen Gebiet der Fürstbischöfe von Speyer lebenden katholischen Winzer die Sorte "Franken" nannten, wogegen die im Gebiet der Kurfürsten der Pfalz lebenden protestantischen Winzer sie "Österreicher" nannten.
Was wenig bekannt ist:
Mit dem Silvaner begann der moderne Weinbau!
1876 legte Gustav Fröhlich in Edenkoben die praktischen Grundlagen moderner Klonenselektion, indem er die Nachkommen besondes leistungsfähiger Silvaner-Rebstöcke getrennt vermehrte. Otto Sartorius gab dann in den dreissiger Jahren der Nachkommensprüfung guter und schlechter Pflanzen den wissenschaftlichen Hintergrund, indem er feststellte, daß die Nachkommen der guten Stöcke leistungsfähiger waren, als die der schlechten.
Damit war die moderne Klonenkunde geboren und bestätigt - am Beispiel des Silvaners.
Sie Sorte Silvaner war deshalb weit vor Riesling oder Traminer ertragssicher und wurde in den fünfziger Jahren zur wichtigsten deutschen Rebsorte! In der Pfalz machte sie 1953 über 50 % der Rebfläche aus, heute sind es weniger als 7 % ! An seiner Stelle wurden dort Riesling, Kerner und überwiegend Müller-Thurgau gepflanzt, ein historischer Fehler, den man heute einzusehen beginnt.
Silvaner ist biologisch eine edle Rebsorte. Sie stellt hohe Ansprüche an den Boden, ist frostempfindlich, liefert aber hohe Ertragssicherheit.
Die wuchskräftige Sorte treibt einige Tage früher als Riesling aus und ist daher Frühjahrsfrost empfindlich.
Geschmackliches Merkmal des Silvaner ist eine kräftige Säure, die nicht ganz so ausgeprägt zutage tritt wie beim Riesling, aber deutlich die erwirtschafteten Erträge widerspiegelt: Bei zu hohen Erträgen wird er schnell dünn und sauer, was ihm das schlechte heutige Image einbrachte. Wenn die Erträge aber bewußt niedrig gehalten werden, kann der Silvaner geologisch bedingte Geschmackscharakteristika zur Geltung bringen wie ein großer Riesling. Er kann dann mit faszinierender Konzentration im Geschmacksbild brillieren und seine Säure wirkt niedrig und harmonisch eingebunden.
Es ist sehr schade, daß diese verkannte Rebsorte noch immer durch modischere ersetzt wird.
Mit niedrigen Erträgen, das beweisen Wittmans und Kellers aus Rheinhessen mit ihren Selektions-Silvanern und Rucks mit ihren Barriqueexperimenten, kann aus Silvaner ein wahrhaft spannender, anspruchsvoller und in höchstem Maße harmonischer Weißwein werden, der den gesamten Mundraum auszukleiden versteht und sich nicht hinter großen Rieslingen verstecken muß.
© Martin Kössler für K&U (2002) ? ?
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Die Geschichten (und Märchen) über den Ursprung dieser inzwischen weltweit populären Rebsorte nennen Shiraz im alten Persien und Syrakus in Sizilien gleichermaßen als historischen Ursprung. Bis heute ist ungeklärt, woher die Syrah-Traube wirklich stammt. In Argentinien heißt sie ob ihres stark duftenden würzigen Buketts übrigens sehr treffend "Balsamina", in Italien "Neretto", wo sie aber kaum jemand mit Syrah verbindet, weil sie dort mit relativ hohen Erträgen belastet wird, und selbst in Frankreich besitzt sie als "Serine" ein weiteres Synonym.
Die Eigenschaften dieser großartigen roten Rebsorte in Stichworten:
– Wie kaum eine andere rote Rebsorte setzt Syrah unmittelbar die Qualität des Standortes in Aromafülle und Charakter um - oder auch nicht: fruchtbare Böden sollten gemieden werden, denn wenn die Erträge zu hoch werden, neigt Syrah sehr schnell zu primären, "verwässerten", metallisch und blechern schmeckenden, fast schon ordinär simplen Aromen; und wenn sie zu lange am Stock hängt, verliert sie an Aroma, aber auch an Säure, zu reif sollte sie also nicht gelesen werden.
– Syrah ist erstaunlich ertragreich und krankheitsresistent, aber sie verrieselt leicht und ihr Holz ist stark windbruchgefährdet, weshalb sie im südlichen Rhônetal, wo der berühmte Wind "Mistral" regiert, nur an windgeschützten Stellen gedeiht. Ihr Austrieb erfolgt spät, die Reife setzt dagegen relativ früh ein. Wichtig für die Qualität des Weines ist deshalb eine optimal an die jeweilige Umgebung angepaßte Niedrigertrags-Unterlage. Hier hat sich für Spitzensyrah die Unterlage "Couderc 3309" bestens bewährt.
– Auf kurzen Rebschnitt reagiert Syrah prompt mit niedrigen Erträgen von 30 hl/ha bei 11 bis 14 Vol.% Alkohol und entwickelt nur dann jene dichte, kompakte Aromatik von sehr spezieller tiefer, dunkler, würziger Komplexität, deren Spektrum von schwarzem Pfeffer über Pferdemist bis zu frischem Fleisch und verbranntem Gummi reicht - je nach Terroir, Boden und Exposition. Besonders komplex und anspruchsvoll gelingt Syrah auf Granit (Hermitage und Cote Rotie), aber auch auf Schiefer und kargen Kalkböden ("Muntada" von Gauby, Cornas und St. Joseph). In diesem starken Ansprechen auf die Wachstumsbedingungen ähnelt Syrah durchaus dem Riesling, der, wie Syrah auch, hohe Erträge, also mangelhaften Rebschnitt, mit Erträgen bis zu 80 -150 hl/ha bestraft, die zu deutlichem Mangel an Substanz und Expressivität führen.
Anders als in der Literatur oft beschrieben, besitzt Syrah, von der es kaum Klonenselektionen gibt, keine ausgeprägt dicke Beerenschale, sondern die mittelgroßen Trauben, die kompakt und deutlich zylindrisch geformt am Stock hängen, besitzen unerwartet feine Beerenschalen, die aber außergewöhnlich widerstandsfähig sind und eine Pigmentdichte aufweisen, die extreme Gesamtkonzentrationen erreicht: Bis zu 40 % liegt die Farbpigmentdichte von reifer Syrah über derjenigen der strengen dunklen, farbstarken Carignan; diese Tatsache prädestiniert sie für lange Reifezeit und forcierten Faßausbau. Deshalb besitzen die besten Syrahs extrem lange Haltbarkeit; deshalb ist das stilistische und geschmackliche Spektrum von Syrah/Shiraz so vielfältig und groß, je nach Extraktion, Mazeration, Herkunft, Ertrag und Ausbau; deshalb besitzt Syrah eine so faszinierend breite Qualitäts-, Geschmacks- und Stilbandbreite.
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Tannat – vermutlich handelt sich beim Tannat um eine alte, autochthone rote Varietät aus dem Baskenland, die dort heute zwar noch angebaut wird, ihre noch immer eher lokale Berühmtheit verdankt sie aber mehr den Rotweinen aus dem benachbarten Madiran, denn z. B. der winzigen Appellation Irouleguy, von wo sie vermutlich stammt.
Zumindest weiß man, daß es baskische Auswanderer waren, die Mitte des 19. Jahrhunderts den "Tannat", zuammen mit anderen baskischen Rebsorten wie z. B. dem weißen "Manseng", nach Uruguay brachten, wo er, anders als im Madiran oder im Baskenland, einen eher fruchtbetonten elegant würzigen Typ von Wein hervorbringt, der früher trinkreif ist und sich insgesamt charmanter präsentiert, als sein südwestfranzösisches Pendant. Man wird bestimmt vom Tannat aus Uruguay noch mehr hören in Zukunft, und vielleicht verhilft ja irgendwann mal die zugänglichere Überseevariante der unmodisch sperrigen europäischen Variante zum Durchbruch.
Verdient hätte sie es.
Tannat ist ein altmodischer Wein, denn er hat einen langen Atem und braucht langen Atem, fordert er doch ungewöhnlich viel Zeit und Geduld im Keller. Er ist in seiner Jugend ungestüm und introvertiert zugleich, und er ist anspruchsvoll. Und das ist in unserer heutigen schnellen Zeit eher unzeitgemäß, weshalb "Tannat" heute weitgehend verdrängt wurde von Cabernet Sauvignon und Franc, die im Madiran, dem Béarn und den Côtes de Saint-Mont bei gleich hohen Erträgen, im weiten Feld vinologischer Mittelmäßigkeit, besser abschneiden, weil sie populistischeren Weingenuß liefern, als die doch eher speziellen Tannat-Weine.
Tannat, reich an ungehobelter Substanz durch kleinbeerige Trauben, die aber große Beerenkluster liefern, die reich an Extrakt, Farbe und Gerbstoffen sind, braucht kleine Erträge und vor allem eines: langen Ausbau in Holzfässern mit gezielter Oxidation der massiv vorhandenen Gerbstoffe.
Es hat Jahre an Experimenten und unzufriedenen Weintrinkern bedurft, bis die Tannat-Traube so weit zivilisiert war, daß man sie reinsortig auf Flaschen füllen konnte, um sie mit entsprechender Geduld irgendwann genießen zu können.
Die dickschalige Beere ist extrem anfällig für einen den Wein auf der Flasche zerstörenden Hefepilz, "Brettanomyces" genannt.
Zahlreiche ältere Jahrgänge an Madirans selbst renommiertester Produzenten wie Patrick Ducournaus "Chapelle Lenclos" oder Alain Brumonts "Chateau Montus" wurden bis Mitte der neunziger Jahre Opfer dieses den Wein auf dramatische Art und Weise auszehrenden, von winzigen Zuckerresten und Stärke lebenden Pilzes, der auf diese Weise weltweite Berühmtheit erlangte und den man inzwischen zu beherrschen versteht – Madiran sei Dank!
Die konzentriertesten und besten Madirans sind erst nach zehn und mehr Jahren langsam trinkreif, liefern aber im Stadium der Reife Trinkgenuß von der Güte eines großen Bordeaux. Es sind monumentale Weine, die Geduld fordern und beste Arbeit im Keller. Aber – es gibt nicht viele wirklich gute und lohnende Madirans oder andere Weine auf Tannat-Basis wie z. B. "Irouleguys". Die wenigen guten Weine von einer guten handvoll Spitzenwinzern aber lohnen die Mühe der Suche und die anschließende Geduld und machen diese Weine zu einem spannenden und indivdiuellen Vergnügen für die Sinne.
An harmlosen Weinchen, getrimmt auf frühen "Genuss", mangelt es heute nicht. An Weinoriginalen, die mit Ecken und Kanten den wahren Kenner fordern, herrscht zunehmender Mangel.
Tannat, wenn sorgfältig bereitet, kann Basis sein für hochoriginellen Rotweingenuß, wie er heute fast schon vom Aussterben bedroht ist. ? ?
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Rebsorte des Monats: Viognier
Diese Rebsorte ist trotz ihres recht partikulären Charakters
eine der modischsten unter den weißen Rebsorten der Welt
Das liegt am fast schon mystischen Image, das man ihrem wichtigsten
und bekanntesten Vertreter, dem Condrieu von der Nordrhone, nachsagt,
der zwar in Kennerkreisen bekannt ist, trotzdem aber nur schwer verkäuflich
, weil er selten und teuer ist und weil nicht Viognier auf dem Etikett
steht, sondern „nur“ Condrieu. Wer weiß da schon was drin ist.
Hochwertige Viognier fordert vom Winzer Arbeit.
Sie ist zwar erstaunlich widerstandsfähig gegen Trockenheit, was
für die steilen Terrassenanlagen an der Nordrhone ideale Anpassung
bedeutet, zugleich aber ist sie extrem anfällig für echten
Mehltau, was für den Winzer meist deutliche Ertragseinbuße
bedeutet.

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Zinfandels europäische Ursprünge und die Hintergründe seiner Einführung in Amerika werden wohl für immer ungeklärt bleiben. Man weiß nur eines genau, daß nämlich in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts Zinfandel der Alltagswein für die Heerscharen italienischer Einwanderer war, die damals den amerikanischen Westen überschwemmten. Sie brachten ihn ins Land, und für sie scheint er so etwas wie die "rote Hoffnung" auf eine in der neuen Welt aufblühende Wein-Industrie gewesen zu sein, was freilich erst 100 Jahre später Realität werden sollte.
Das "goldene Zeitalter" des kalifornischen Weines - seit knapp 25 Jahren erst findet er weltweite Anerkennung - begann trotzdem ohne die Hilfe der alten Zinfandel-Rebanlagen früherer Generationen. Spätestens seit dem berühmten Pariser Weintasting von 1974, in dem kalifornische Weine ihre französischen Konkurrenten besiegten, war klar, daß Kaliforniens Qualitätsweine zur Weltspitze gehören können. Doch statt systematisch per Experiment die idealen Wachstumsbedingungen für ihre Reben zu verbessern, die optimale Anpassung von Rebe an Boden und Mikroklima zu finden, schickten sich zahlreiche Winzer an, Amerikas "Latour" und Amerikas "Montrachet" zu produzieren - blindlings kopierten und trimmten sie ihre Weine auf den gesuchten Stil, was in der hinlänglich bekannten Standardisierung der Weine endete.
Erst heute, wo kalifornische Produzenten offener sind als viele ihrer europäischen Kollegen und über eine erstaunlich differenzierte Kenntnis der Weine Europas verfügen, werden ihnen die Schattenseiten der 25jährigen Wein-Geschichte Kaliforniens bewußt, aus denen sie schnell lernten: Das Zusammenspiel von Weinqualität mit Rebstandort und Mikroklima steht heute im Mittelpunkt ihres Interesses und sie beschäftigen sich intensiv mit der lebenden Legende ZINFANDEL und anderen "unmodischen" Rebsorten.
Amerikaner haben bekanntlich kein sehr ausgeprägtes Verhältnis zu ihrer Geschichte. Das an "hier-und-jetzt" und stur "vorwärts" orientierte Profitdenken war und ist die Regel - die selbst verursachte Reblaus-Katastrophe freilich, sowie die stilistische Krise der standardisierten Weine mit entsprechenden Absatzproblemen konfrontierten das kalifornische Wein-Business unsanft mit den Gefahren unhistorischer Denkungsart.
Amerikanische Weinmacher und die seriösen Wein-Journalisten nehmen Zinfandel inzwischen ernst, weil er die erfrischende Ausnahme im Chardonnay- und Cabernet-See Kaliforniens ist. Glück für uns Zin-Fans - einige der uralten Zinfandel-Reben überlebten die modische Gleichmacherei der letzten Jahre, wenn auch aus unterschiedlichsten Gründen.
In den 60er und frühen 70er Jahren gab es zwei Sorten Zinfandel: Billig, aber gut gemacht, wurde er als "Claret" (also als Bordeaux-Ersatz) oder einfach als "Rotwein" verkauft. Es gab ihn aber schon damals auch als "Zinfandel", produziert von einer Handvoll "verrückter" Kellermeister, allen voran Dave Bennion (dem ersten Weinmacher von Ridge) und Joseph Swan im Russian River Valley, die in den späten 70er Jahren durch Joel Peterson und seine Ravenswood-Winery Unterstützung erfuhren. Zinfandel begann fashionable zu werden, zunächst nur bei esoterischen Weinfreaks, zunehmend aber auch bei Sammlern und Freunden europäischer Hochgewächse.
Echte Fin-Fans legen Wert auf die Feststellung, daß die eigentliche Rettung des Zinfandels ausgerechnet durch den Boom des "White Zinfandels" in den 70er und 80er Jahren stattfand. Dieses kaum als Wein zu bezeichnende, manchmal sprudelnde, manchmal süßlich produzierte Getränk, war so erfolgreich, daß es durch die große Nachfrage steigende Preise für Zinfandeltrauben verursachte. Dabei gab es kein Argument, warum ausgerechnet Zinfandel herhalten mußte für dieses Gesöff. Vermutlich war es einfach der etwas exotische Name "Zinfandel", den man sich leicht merken konnte. Grenache z.B. wäre billiger gewesen und hätte sicher auch besser geschmeckt. Welche Ironie, daß ausgerechnet furchterregende "Pink-" und "White Zins" dafür sorgten, daß Amerikas älteste Reben nicht der Vergessenheit der Geschichte bzw den Bulldozern anheimfielen.
Seit den 90er Jahren feiert Zinfandel eine ungeheure Rennaissance und die Preise für Top-Zinfandel-Trauben kletterten auf utopische Höhen. Leute wie Larry und Helen Turley von Turley Cellars, Doug Nalle, Limerick Lane, Ray Coursen von Elyse, Paul Draper von Ridge, Joel Peterson von Ravenswood, Rafanelli und Martinelli, um einige der besten zu nennen, suchen heute nach alten Zinfandel-Anlagen und vinifizieren sie nach Lagen und Herkunft getrennt. Sie sorgen so für einige der interessantesten und spannendsten Rotweine auf dem Markt. "Echter" Zinfandel wurde salonfähig, und die wenigen Spitzen-Zins zu gesuchten Sammlerobjekten:
- Erstens repräsentieren sie die einzigen wirklich alten ursprünglichen Reben Amerikas, die eine Komplexität an Aroma und Struktur erzielen lassen, die junge und vor allem kurzlebigere Merlot- oder Cabernet-Reben niemals aufweisen können. Und selbst, wenn man eine schon fast verrückte Qualitätsphilosophie voraussetzt, mit aufwendigster Rebselektion, idealem Weinberg und perfektem Winemaking wird man in den heutigen Rebanlagen in Kalifornien erst nach der Jahrtausendwende jenes Rebalter erreichen, das die wirklich ganz großen Qualitäten liefert, die man bei ihrer Neuanlage im Kopf hatte. Viele der alten Zinfandel-Reben sind 80-100 Jahre alt.
- Zweitens läßt sich heute aufgrund der vielen Lagen-Abfüllungen aus Niedrigsterträgen von Uralt-Reben nachvollziehen, was bereits 1941 in Frank Schoonmachers erstem klassischen Weinatlas steht: "Zinfandel reflektiert so offenkundig und unmittelbar in Weinqualität die Qualität der Lagen und Böden von denen er stammt. . . . ". Immer mehr Weinliebhaber lernten durch Erfahrung mit anderen Rebsorten, daß die Größe eines Weines nicht seine technische Qualität ausmacht, sondern sein Charakter, seine Individualität und seine unmißverständliche Herkunft. Und dieses Versprechen kann guter Zinfandel gewiß einlösen.
- Drittens ist Zinfandel die einzige amerikanische Rebsorte mit einer nachvollziehbaren Geschichte der Auswahl von richtigem Ort und Klima. Sicher pflanzten die ersten Siedler zunächst per Zufall, denn niemand konnte damals mit wissenschaftlichen Methoden versuchen, den richtigen Ort für seine Reben zu finden. Wesentliche Kriterien waren dabei Geschmack und Haltbarkeit. Mit der Zeit ergaben sich so bevorzugte Plätze, wobei man auf jenen Erfahrungen aufbaute, die man schon zu Hause mit den mitgebrachten Rebsorten gemacht hatte. Das, was bis heute von den alten Anlagen übrigblieb, ist also Ergebnis einer natürlichen Selektion, die gewiß nicht die schlechtesten Plätze erwählte.
- Und da ist viertens jene Eigenart des Zinfandel, die seine Haupt-Faszination ausmacht: Zinfandel reift so ungleichmäßig und "zickig" wie keine andere Rebsorte. Er widerspricht damit völlig der modernen Napa-Bordeaux-Lehre mit uniform vorhersehbarer optimaler Reife und Homogenität.
Zinfandel reift spät aus, und das sehr ungleichmäßig: In einer Traube können neben vollreifen Beeren auch noch ganz grüne unreife hängen, was die Lese ungeheuer erschwert, denn man möchte möglichst wenig grüne Beeren lesen, zugleich aber auch nicht überreife. Doug Nalle, der nur Zinfandel produziert, spricht deshalb von Zinfandel als dem "provozierenden Fragezeichen vor dem Pflücker": "make something of me, if you can". In gewißer Weise fühle sich der Zinfandel-Produzent in Pionier-Zeiten zurückversetzt, meint er, und er sei in Anbetracht der extrem niedrigen Erträge und des irregulären Reifezustands besonders gefordert. Paul Draper von Ridge meint gar, daß das Ausgangsmaterial an Zinfandel mit Sicherheit mehr mit dem zu tun hat, was der Winzer in Bordeaux in den Jahrgängen 1945 und 1961 vorfand, als das, was heute an homogen reifenden, niedrig-Säure-hoch-Extrakt-Turbo-Klonen in den Weinbergen des Napa Valley und des modernen Bordeaux steht. Was der kundige Genießer des ausgehenden 20. Jahrhunderts auch wählen mag - ob die glatte, gediegene Seriösität eines Cabernets oder die wilde, fast schon ungezügelte Frucht im überschwenglichen Charakter eines hochklassigen Zinfandels - seine Wahl ist keine Frage der Qualität, sondern eine Frage des Stils.
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Die für die Portweinproduktion am meisten geschätzte Rebsorte erbringt kleine Mengen Trauben mit sehr kleinen Beeren, aus denen dunkle, tanninreiche, hochkonzentrierte Wein entstehen. ? ?
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Diese gewiß nicht zu den gelobten und beliebten Rebsorten gehörende Weißweinsorte ist doch erstaunlich weit in der Welt verbreitet und kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Insgesamt scheint ihr Ursprung bislang nicht geklärt und jede Weinbaunation hat ihre Historie parat. Immerhin kann im Schweizer Wallis, wo sie als "Fendant" erstaunliches Niveau erreichen kann, in klösterlichen Urkunden ihr Anbbau bis ins 16. Jh zurückverfolgt werden.
In Frankreich wird die Sorte wenig geschätzt. Dort ist sie nämlich als "Chasselas Dore" die verbreitetste Speisetraube, und im Elsaß verschwindet sie stets im Edelzwicker, der in deutschen Supermärkten verramscht wird, oder in unbedeutenden Markenweinen. In Italien, Österreich, Nordafrika, Chile, Rumänien, Ungarn und Deutschland wird Chasselas angebaut, nie hat es diese Rebsorte aber verstanden, ein eigenständiges Profil zu entwickeln. In Deutschland gewinnt allerdings Gutedel, speziell im Badischen, in letzter Zeit neue Beachtung; hier bemühen sich einige Winzer um neuen Stil und neue Qualität und es ist erstaunlich, was dort inzwischen an Niveau aus Gutedel herausgeholt wird.
Echte Größe erreicht Gutedel=Chasselas allerdings wirklich nur in der Schweiz. Dort aber nur dort, wo die Veredelungsunterlage sorgfältig gewählt wurde, um der Neigung zu hohen Erträgen, zu frühem Austrieb und allzu großer Wüchsigkeit entgegenzuwirken.
Auf der Waadtländer Seite des Genfer Sees, im Crepy und Lavaux, kann Chasselas sogar auf eine lange und noble Geschichte zurückblicken. Denn hier gewinnt er rund um den Ort Dezaley ungeahnte Konzentration und eine aromatische Komplexität, die man von dieser Rebsorte ansonsten nicht gewohnt ist, geschweige denn, daß man sie irgendwo sonst auf der Welt so finden würde.
Jung wirkt ein Chasselas aus Dezaley oder Calamin fast neutral. Doch mit zunehmendem Flaschenlager kommen feine Homnigaromen durch und auf faszinierende Weise legt der Wein an Körper und Ausstrahlung zu. Er wird schmelzig und bleibt doch frisch. Er wird fett und rund, und bleibt doch fokussiert und strahlend in seiner Aromatik. Im Alter dann komen Aromen nach geröstetem Brot dazu und der Wein entwickelt sich zu einem komplexen Aromengebilde, daß herrlich zu hochwertigen Käsen, zu trockenem Gebäck oder zum Aperitif eignet. Mich erinnern reife Chasselas aus Dezaley immer an hochkarätige reife Veltliner in ihrer reifen, niemals aber alten Art.
Eine Reise ist der Chasselas übrigens allemal wert, denn hier im Waadt, im Gebiet Lavaux, gedeihen die teilweise uralten Rebstöcke auf spektakulären, von Menschenhand geschaffenen Terrassenanlagen hoch über dem See und bilden eine Kulturlandschaft ganz besonderer Faszination.
Auf jeden Fall sind die von uns gewählten Weine von Louis Bovard große Interpretationen der Chasselas-Traube, die Zukunft haben und so viel Eigenart, daß man sie getrost in eine Reihe mit allen spannenden Weißweinen der Welt stellen kann, von denen es, wie bekannt, leider ohnehin nicht viele interessante gibt. ? ?
Die spät reifende weiße Traube war schon bei den Römern bekannt, die daraus den Wein "Pulcinum" kelterten. Prosecco ist vor allem in der norditalienischen Region Veneto verbreitet, wo sie in den Bergen um Treviso die mit Abstand besten Qualitäten bringt. Wahrscheinlich stammt die Rebsorte aus dem Friaul, wo man sie "Glera" nennt und wo es einen Ort Prosecco gibt. Die Sorte liefert einen erstaunlich gerbstoffreichen, strohgelben bis hellgoldenen Wein mit nußähnlichem Geschmack, der darüberhinaus aber nicht viel Charakter besitzt.
Viel attraktiver als der trockene Weißwein sind die leichten erfrischenden Schaumweine, die man daraus produziert und die es in zwei Versionen gibt: entweder als "Prosecco Frizzante", schwach schäumend, oder als "Prosecco Spumante" mit feiner, nachhaltiger Perlage.
Aber Achtung! Was heute alles als "Prosecco" verkauft wird hat zum größten Teil mit seriösem Prosecco nicht viel zu tun. Prosecco, wie wir ihn kennen und lieben, besteht zu 100 % aus der Prosecco-Traube und stammt ausschließlich aus der Region um Conegliano-Valdobbiadene, wo er DOC-Status genießt. Nur von hier kommt er, der echte Prosecco. Alles andere sind schäumende Weine, mehr oder weniger aus Abfallproduktion der gesamten europäischen Gemeinschaft produziert! Der kleine Unterschied machts. Achten Sie deshalb beim Kauf immer darauf, daß Sie, wenn es Ihnen um echten Prosecco geht, "Prosecco di Conegliano-Valdobbiadene" kaufen.
Der französische Südwesten wirkt wie eine unentdeckte Insel im riesigen französischen Weinangebot. Selten nur findet man abseits der bekannten Appellationen wie Cahors und Madiran in deutschen Landen Weine aus dieser weitläufigen und faszinierend vielfältigen Weinlandschaft, die sich als reales Rebsorten-Museum mit ihren autochthonen und unbekannten Rebsorten eine Namen machen könnte.
Wir haben uns den Südwesten als neues Betätigungsfeld auserkoren, weil es hier zwar ziemlich schräge Weine aus merkwürdigen Rebsorten und Appellationen gibt, die aber sind nicht nur in höchstem Maße originell, individuell und ungewöhnlich, sie sind vor allem auch noch zu sehr attraktiven Preisen zu haben. Insofern paßt Frankreichs Südwesten ideal in unser Konzept.
Alte Rebsorten? "Fer Savadou" ist so eine. Die Einheimischen nenne sie auch "Mansois". Sie hat ihren Namen von Fer = Eisen, denn der Rebstock hat ein Holz, daß extrem hart und widerstandsfähig ist und das Attribut "Savadou" läßt sich zurück führen auf "konservieren" , weil sich die Trauben am Stock bis in den Winter hinein halten. So eigenwillig die Rebsorte und die Trauben, so eigenwillig, ungewöhnlich und charaktervoll sind die aus ihr gekelterten Weine. Schwarz in der Farbe, massiv und präsent in den Gerbstoffen, die aber auf ungewöhnliche Weise mild und weich wirken auf der Zunge, entwickeln sie faszinierende Profile in Duft und Geschmack: wie bei keinem anderen Rotwein prägen diese Rebsorte deutliche intensive Himbeeraromen. Wir werden Ihnen noch weitere Überraschungen aus dem Südwesten Frankreichs präsentieren.
Eine rote autochthone Rebsorte, die vor allem in Kalabrien gedeiht und dort für den eigenwilligen Charakter des Ciró verantwortlich ist. Sie stammmt wahrscheinlich aus Griechenland und ist auch unter anderen Namen bekannt wie Lacrima Nera, Arvino, Magliocco oder Mantonico Nero.
Man vermutet, daß sie möglicherweise sogar Affinitäten zur weit bekannteren Aglianico hat, was sich durch die eigenwillige Duftigkeit und Aromenvielfalt beider Sorten durchaus vorstellen läßt.
Aglianico – eine Rebsorte, die das Potential hätte, eine der feinsten Italiens zu sein. Bislang kommt dieses Potential zwar nur in wenigen Weinen zur Geltung, doch erfreut sich Aglianico seit einigen Jahren endlich wieder der Wertschätzung, die sie längst verdient hätte.
Ihren Ursprung hat auch diese Rebsorte, wie viele andere aus dem italienischen Süden, vermutlich im Griechischen (ellenico = griechisch). Die Hochburgen des Anbaus sind Kampanien und die Basilicata, Kalabrien und Apulien. Die Sorte ist anspruchsvoll, schätzt besonders vulkanische Böden mit entsprechender Mineralienversorgung und erbringt deshalb im "Taurasi" in Kampanien oder im "Aglianico di Vulture" in der Basilikata besonders kräftige und anspruchsvolle Weine hervor. Sie weist stets intensive tiefe rubinrote Farbe auf, besitzt kräftiges, weniger feines als vielmehr pflaumiges und ein wenig robust wirkendes Aroma. Die intensive satte Geschmacksfülle vieler Aglianicos besteht im wesentlichen aus einer kräftigen, robusten, gelegentlich auch ziemlich rustikal wirkenden Tannindichte, die es durch geeigneten Ausbau zu zivilisieren gilt.
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Zuverlässige und plausible, den einzigartigen Geschmack und Charakter dieser originellen weißen Rebsorte erklärende, Beschreibungen muß man suchen wie die berühmte Stecknadel im Heuhaufen. Jancis Robinsons an sich informatives Standardwerk „Rebsorten und ihre Weine“ (Hallwag-Verlag) z. B. versagt in Sachen Albariño komplett und ergeht sich in verlegener Nichtinformation. Auch in allen anderen deutschsprachigen Publikationen findet diese mit Abstand spannendste weiße Rebsorte der iberischen Halbinsel nur unter ferner liefen statt. Dabei hätte Albariño als eine der großen weißen Rebsorten der Welt durchaus internationale Aufmerksamkeit verdient.
In den achtziger Jahren wäre sie beinahe aus dem spanischen Rebkataster verschwunden, die Albariño-Traube, Spaniens uralte, angestammte weiße Rebsorte, der man nicht umsonst eine gewisse Verwandtschaft mit dem deutschen Riesling nachsagt (was bis heute nicht geklärt ist). Spanien hätte es im Rausch des Erfolges der letzten zwanzig Jahre fast verschlafen, neben den vielen Merlots, Cabernets, Syrahs und Chardonnays, die Spaniens modische Önologen-Weinszene leider zunehmend verseuchen, seine größte weiße Rebsorte zu regenerieren. Inzwischen wird sie immerhin wieder auf 1300 Hektar im westlichsten Zipfel Spaniens, in Galizien, angebaut und Millionen Flaschen Albariño werden erfolgreich exportiert. Image und Qualitätsprofil dieser interessanten Rebsorte lassen aber noch zu wünschen übrig. Zu viele deformierte, müde, schlabbrige, gezielt in der Säure gekappte Versionen dieses einzigen großen Terroirweißweines Spaniens bevölkern den Markt. Die Konzessionen an den Geschmack der Madrileños, die es gewohnt sind, im Sommer eher säurearme Weißweine aus Zentralspanien zu trinken, haben das Geschmacksprofil vieler Albariños zu einem durch gezielten malolaktischen Säureabbau weich gemachten Weißweines, der nach einer Saison schon schlapp macht, deformiert.
Das Zentrum des Albariño-Anbaus liegt in den Rias Baixas. Fjordähnlichen Flußmündungen und tief ins Landesinnere einschneidende Meeresarme prägen die fruchtbare Landschaft Galiziens, nördlich des Flußes Miño, der Portugal von Spanien trennt. Hier herrscht feuchtes, kühles Klima, das atlantisch geprägt ist, mit viel Niederschlag und Kälte in der einen Jahreshälfte und hoher Luftfeuchtigkeit und hohen Temperaturen in der anderen. Der Anbau von Trauben ist hier nicht einfach, weil von der Arbeit im Weinberg her aufwendig. Doch die Albariño hat sich an das spezifische Klima perfekt adaptiert. Ihr behagt das feuchte Klima und ihr reicht die Sonneneinstrahlung, um von Natur aus geringe Erträge zu liefern. Sie produziert kleine, kugelrunde Beeren mit besonders dicker Haut, die sie auf natürliche Weise vor Schimmel- und Fäulnisbefall im feuchtwarmen Klima schützen, und ihre Beeren bilden dreieckige feste Trauben, die nur 100 bis 150 g schwer sind. Das spannendste aber, was keine einzige Publikation erwähnt, ist das Terroir, von dem die besten Albariños stammen: Granit. Das größte Anbaugebiet liegt im Val do Salnés, wo entlang des Umia-Flusses angeschwemmtes Material auf Granitböden liegt. Von dort kommen die mit Abstand besten reinsortigen Albariños, die nie billig sind, sondern zu den teuersten Weißweinen Spaniens gehören. Zu den mit Abstand besten allerdings auch!
Wie schmeckt ein guter Albariño?
Ein guter Albariño ist ein knackiger, saftiger, von straffer Säure und faszinierender Mineralität durchzogener Weißwein, der in seiner Frische an Riesling oder Ribolla erinnert. Man würde den Wein nie mit Spanien assoziieren, denn der kühle, feine Geschmack eines nicht durch Milchsäureabbau harmonisierten Albariños zeigt sich animierend straff und ungewohnt frisch, kraftvoll und dicht zugleich, wobei ein dezent erfrischender Hauch von grünen Äpfeln im Duft ebenso bezaubert, wie Spuren von Zitrusnoten und reifem gelbem Pfirsich. Guter Albariño verführt mit einer trotz aller inneren Frische fast cremig wirkenden Textur im Mund, die in der Welt der Weißweine einzigartig ist und im Gedächtnis bleibt. Stilistisch bevorzugen wir nicht die schnell vinifizierten reduktiv ausgebauten Exemplare, die jung auf den Markt kommen, sondern wir suchen jene Stilistik, die durch langen Ausbau auf der Feinhefe die unverwechselbare Textur und Mineralität dieser faszinierenden Rebsorte prononciert.
Bei dieser durchaus attraktiven Rebsorte handelt es sich vermutlich, das ist bis heute ungeklärt, um eine Malvasier-Sorte, die aus Madeira über Spanien nach Korsika kam, von wo sie im 14 Jhdt. nach Ligurien, und damit nach Italien kam. In Frankreich nennt man sie auch "Rolle" oder Malvoisie à gros Grains. Es ist eine aromatische Rebsorte, die heute vor allem in Sardinien, wo sie mit Absicht sehr früh gelesen wird, um durch kräftige Säure entsprechende Frische aufzuweisen, die dominante Rebsorte ist; sie wird aber auch in Ligurien häufig angebaut, in Korsika, der Provence, Spanien und Portugal. Neuerdings findet sie auch offiziellen Eingang in das Rebkataster des Languedoc-Roussillon. Vermentino bringt charaktervolle Weißweine hervor, je nach Lesezeitpunkt entweder knackig frisch, mit straffer Säure und grünen animierenden Aromen (Äpfel, frische Birnen) im nie lauten, sondern eher verhaltenen Bukett, oder aber eher strohgelb in der Farbe, mit saftigem Körper, feiner Säure und duftigen, gelben Aromen (Stroh, getrocknetes Heu, Sommerdüfte, reife Birnen, getrocknete Apfelschalen). Die Rebe selbst ist starkwüchsig, liefert konstant gute Erträge, ist aber botrytisanfällig, und sollte kurz angeschnitten werden, um nicht zu viel zu tragen; sie stellt keine hohen Ansprüche an den Standort. Die Beeren sind mittelgroß, länglich, dünnschalig und goldgelb in der Reife, die Trauben schmecken süß und erstaunlich fruchtig. Im Geschmack ist Vermentino/Rolle stets trocken und besitzt eine dezente feine Bitterkeit, die dem Wein Länge und Struktur verleiht und ihn zu vielen Gerichten der mediterranen Küche, vor allem auch zu Fischgerichten, ideal einsetzen läßt; das Bukett ist eher verhalten und nie deutlich "fruchtig" oder aromatisch. Der Wein verfärbt sich meist, je nach Ausbau und Ertrag, schon nach kurzer Lagerung ins strohgelbe. Vermentino kann ein erfrischender, attraktiver angenehmer Tischwein sein, er kann aber auch seriöse und anspruchsvolle, gehaltvolle Weine liefern, die trotz Reife und Struktur erstaunliche Frische durch ein dezentes Säurerückgrat aufweisen, das, je nach Herkunft, durchaus gelegentlich Anklänge an nördliche Weine haben kann, ohne allerdings deren Ausstrahlung und komplexe Aromatik zu besitzen.
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Die meist angebaute dunkle Rebsorte Österreichs. Sie erbringt bei sorgfältiger Behandlung in Weinberg und Keller erstaunlich charaktervolle Weine mit straffer Säure, guter Farbtiefe, sehr interessanten geschmeidigen Tanninen und einer Rasse im Trunk, die sie weltweit einmalig macht. Viele ambitionierte Österreichische Erzeuger widmen sich dieser Rebsorte inzwischen ganz bewußt, bauen in Holzfässern aus, dünnen aus und behandeln sie im Keller wie Syrah. Über lange Zeit, damals wurde die Rebsorte noch mit hohen Erträgen geerntet, dachte man, Blaufränkisch wäre mit Gamay oder Mondeuse verwandt. Im Burgenland, der eigentlichen Heimat dieser erstklassigen und originell eigenständigen Rebsorte, wird sie inzwischen auf 3000 ha angebaut, vor allem rund um den Neusiedlersee, wo man sie nicht nur reinsortig, sondern vor allem auch in phantasievollen Cuvées mit Cabernet Sauvignon, Merlot, Zweigelt, Syrah, Pinot Noir und anderen Rebsorten anbietet, die es leider kaum schaffen, aus dem internationalen Einerlei dicker, mollig weicher, fetter, zwar eindrucksvoller, aber uniform und konturenlos wirkender Monsterweine herauszutreten. Die seriösen Versuche, Blaufränkisch als Lagenweine mit Identität und Charakter auszubauen (Schiefer, Kutzler, Moric u. a.), sind dagegen äußerst vielversprechend und scheinen dieser Rebsorte einen festen Platz am Weinhimmel zu versprechen.
In Deutschland ist die Rebsorte als Lemberger bekannt (und verrufen), im Friaul heißt sie „Frankonia“, und in Ungarn Kekfrankos. Die Rebsorte treibt früh aus, ist also spätfrostgefährdet, und sie reift sehr spät, so daß sie nur in warmen Regionen wirklich qualitativ sinnvolle Ergebnisse bringt. Die Erträge wollen gezügelt sein, denn die Rebsorte neigt zu Produktion. In den letzten vier, fünf Jahren scheint sich das Burgenland zum qualitativen Zentrum für den Anbau von Blaufränkisch zu entwickeln, mit einem Potential für die Rebsorte, das viel verspricht. Wir werden uns intensiver mit ihr beschäftigen!
© Martin Kössler/K&U
Pinot Noir ist die wohl heikelste rote Rebsorte, die wir kennen. Sie reift spät aus, ist dünnschalig, empfindlich für Krankheiten, und darf während der Vinifikation nicht groß manipuliert werden, sondern dankt sie das mit Farbverlust etc.
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So bekannt und beliebt Cabernet Sauvignon ist, so unbekannt und unbeliebt ist Cabernet Franc. Dabei streiten sich die Gelehrten darüber, ob der Cabernet Sauvignon nur eine Weiterentwicklung des Franc ist. Tatsache ist, daß viel zu viele Cabernet-Franc-Weine vor allem durch einen unattraktiven kräuterig grünen Ton in Duft und Geschmack auffallen, deutliches Indiz für schlechte Laubarbeit im Sommer, für zu frühe Lese, unreifes Traubenmaterial, und viel zu hohe Erträge.
Die dickschalige Franc hat nur ein kleines Reifefenster, in dem sie gelesen werden muß, um ein optimales, interessantes Aromaprofil zu liefern. Wenn sie reif und unter optimalen Bedingungen eingebracht wurde begeistert sie durch ein dunkles und komplexes Aromaprofil, und sie entwickelt sich kompakter und beständiger als Cab. Sauvignon. Große Cabernet Francs wie an der Loire 1995, 1996 und 1997 sind die vielleicht interessanteste Bordeaux-Alternative überhaupt, interessanter in Duft und Geschmack sind sie allemal. Schade, daß es noch immer viel wenige sorgfältig und in unserem Sinne verarbeitete Cabernet-Franc-Weine gibt. Wir bemühen uns um eine hochqualitative Auswahl, die starken Jahrgangsschwankungen strapazieren unsere Loyalität den Winzern gegenüber allerdings sehr.
Achtung: Seien Sie bei Cabernet Francs aus kleinen Jahrgängen besonders sorgfältig mit der Auswahl. ? ?
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Diese Rotweinsorte ist inzwischen die bei Spitzenwinzern populärste Österreichs. Sie wurde 1922 von Dr. Zweigelt in Klosterneuburg gezüchtet und ist eine Kreuzung aus Blaufränkisch und St. Laurent, die in Bestform den Biß und den Druck der ersten auf die Zunge bringt, verbunden mit dem Körper und der Fülle der zweiten.
Zweigelt ist beliebt, weil er früher ausreift als Blaufränkisch, aber später als St. Laurent und zudem meist gute Erträge bringt. Wenn entsprechend niedrig angeschnitten bringt Zweigelt spannende, seriöse und alterungsfähige Weine; bisher schmecken mir zumindest die jungen Zweigelt besser als ältere. Der Erfolg der dunkelfarbigen dickschaligen Rebsorte ist in den letzten Jahren derart groß, daß man ihr eine große Zukunft vermutlich auch außerhalb Österreichs wird zuschreiben können, denn auch in Deutschland wird zunehmend mit ihr experimentiert.
Die meist angebaute dunkle Rebsorte Österreichs. Sie erbringt bei sorgfältiger Behandlung in Weinberg und Keller erstaunlich charaktervolle Weine mit straffer Säure, guter Farbtiefe, sehr interessanten geschmeidigen Tanninen und einer Rasse im Trunk, die sie weltweit einmalig macht. Viele ambitionierte Österreichische Erzeuger widmen sich dieser Rebsorte inzwischen ganz bewußt, bauen in Holzfässern aus, dünnen aus und behandeln sie im Keller wie Syrah. Über lange Zeit, damals wurde die Rebsorte noch mit hohen Erträgen geerntet, dachte man, Blaufränkisch wäre mit Gamay oder Mondeuse verwandt. Im Burgenland, der eigentlichen Heimat dieser erstklassigen und originell eigenständigen Rebsorte, wird sie inzwischen auf 3000 ha angebaut, vor allem rund um den Neusiedlersee, wo man sie nicht nur reinsortig, sondern vor allem auch in phantasievollen Cuvées mit Cabernet Sauvignon, Merlot, Zweigelt, Syrah, Pinot Noir und anderen Rebsorten anbietet, die sich aus dem internationalen Weinsee vor allem durch Charakter und Eigenart herausheben.
In Deutschland ist die Rebsorte als Lemberger bekannt (und verrufen), im Friaul heißt sie „Frankonia“, und in Ungarn Kekfrankos. Die Rebsorte treibt früh aus, ist also spätfrostgefährdet, und sie reift sehr spät, so daß sie nur in warmen Regionen wirklich qualitativ sinnvolle Ergebnisse bringt. Die Erträge wollen gezügelt sein, denn die Rebsorte neigt zu Produktion. In den letzten vier, fünf Jahren scheint sich das Burgenland zum qualitativen Zentrum für den Anbau von Blaufränkisch zu entwickeln, mit einem Potential für die Rebsorte, das vielversprechend erscheint.
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Auxerrois Pinot Pinot Auxerrois ist eine Rebsorte mit wechselvoller Vergangeheit. Sie besitzt milde Säure und wenn sie im Ertrag beschränkt wird, bringt sie höchst charaktervolle, haltbare und stoffige Weine hervor, die im Alter feinen Duft nach Honig und gerösteten Mandeln verströmen, wie man es von reifem Chablis kennt, der ja schließlich auch aus dem Auxerrois, also aus der Region von Auxerre, stammt. Besonders im Elsaß ist Auxerrois, was kaum bekannt ist, so etwas wie die graue Eminenz, wird sie dort doch mehr angebaut, als die bekannten drei „seriösen“ Pinotsorten. Dennoch taucht der Name kaum auf Etiketten auf, weil Auxerrois dort meist breit, neutral und ohne großen Charakter in Pinot Blanc und im Edelzwicker landet, wo er für strukturelle Substanz sorgen muß.
Zu zweifelhaftem Ruhm kam diese Rebsorte in den Achtziger Jahren, als sich herausstellte, daß so mancher südafrikanische Chardonnay gar kein Chardonnay war, sondern bescheidener Auxerrois, den man fälschlicherweise als Reiser eingeschmuggelt hatte.
Verduzzo
Xarel.lo ist eine weiße katalanische Merkwürdigkeit. Diese hierzulande kaum bekannte autochthone Rebsorte spielt vor allem für die Produktion des spanischen Cavas eine bedeutende Rolle: Dort kann die eigenwillige Rebsorte eine fast an Kohl erinnernde, deutlich gemüsige Geruchskomponente annehmen, der die Kombination mit Macabeo Duftigkeit und eine in fast allen spanischen Cavas auftretende charakteristische Würznote verleiht. Xarel.lo ist starkwüchsig und ertragreich. Sie treibt früh aus, weshalb der Rebschnitt, will man aus ihr anspruchsvolle Weine keltern, große Sorgfalt erfordert. Es gibt ein paar trockene Weißweine auf Basis der Xarel.lo, die interessant duften und erstaunlich geschmacksintensiv ausfallen können. Vor allem im Penedes spielt Xarel-lo zusammen mit Macabeo eine wichtige Rolle im Weinbau.
Trousseau ist, neben Poulsard und Pinot Noir, die rote Rebsorte des französischen Jura. Ihr Ursprung ist völlig ungeklärt. Einige Quellen meinen, Trousseau sei mit dem portugiesischen Bastardo verwandt, andere, u. a. der berühmte französische Ampelograph Pierre Galet, meinen, Trousseau sei mit der noch in einigen französischen Departements angebauten Malvoisie Noire verwandt - man kann getrost behaupten, daß Trousseau eine autochthone Rebsorte unbekannten Ursprungs ist, die nur noch auf wenigen hundert Hektar vor allem im französischen Jura gepflegt und angebaut wird. Trousseau ist eine robuste, spät reifende dunkelfarbige Sorte, die nur unregelmäßige Erträge bringt und deshalb zunehmend von Pinot Noir verdrängt wird. Nur im französischen Jura erfährt sie in der Hand einiger weniger Winzer eine Renaissance und erbringt dort spannend eigenständige Rotweine gänzlich ungewöhnlichen Charakters.
Weine aus der Trousseau-Traube sind überraschend haltbar; große Jahrgänge können mühelos zwanzig und mehr Jahre alt werden. Jung getrunken ist guter Trousseau ein erfrischend origineller Genuß, der im Alter süßer und weicher wird und trotz relativ heller Pigmentdichte einen ernstzunehmenden Charakterdarsteller im Ozean der Rotweine abgibt. ? ?
Grolleau - Eine sehr einfache Rotweinsorte, die nur an der Loire bekannt ist. Sie wir dort in hohen Erträgen zu absolut belanglosen Rotweinen vinifiziert. Sie wird zunehmend durch Cabernet Franc und Gamay ersetzt (was bei schlechten Winzern keinen großen Unterschied macht). Größere Bedeutung hat sie noch noch im "Rosé d´Anjou", wo sie offiziell verwendet werden darf, allerdings meistens im Verschnitt mit dem unmittelbar vor ihr reif werdenden Gamay.
Grolleau Gris bringt nichtssagende Weißweine hervor, die meist in billigen Tafelweinen a la "Vin de pays de jardin de France" - sie wissen schon: Supermarkt! - verschwinden. Bei harter Ertragsbeschränkung, was bei der Rebsorte nicht einfach zu erzielen ist, kann sie aber, das bestätigen ein paar hochinteressante Beispiele, recht charaktervolle, eigenständige Weine (weiß und rosé) hervorbringen, die Staunen machen ob ihrer Expressivität.
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Palomino - die Rebsorte des Sherry. Zumindest der trockenen Versionen. Sie gedeiht auf dem berühmten grellweißen Kreideboden der Region, dem "Albariza" (lat. alba = weiß).
Eine Rarität unter den französischen Rebsorten. Sie wächst nur noch auf wenigen Hektar Rebfläche im französischen Jura, wo sie sich über viele Jahrhunderte an Klima und Boden angepaßt hat. Sie besitzt große, lange, dünnschalige Trauben, die einen hellen, duftig aromatischen Rotwein ergeben. Die Sorte ist pigmentschwach, weshalb sie sie oft zu Weißwein verarbeitet wird oder als Rosé verkauft wird, der erstaunlich fein und duftig ausfallen kann. Die Pigmente sind so zart ausgebildet, daß die Traube eine ganze Woche auf der Schale mazerieren kann, ohne daß der Most dunkelfarbig würde. Zusammen mit den heimischen Rebsorten TROUSSEAU und PINOT NOIR bringt sie aromatische Verschnitte hervor, wie sie typisch sind für den französischen Jura, diese ungewöhnlich charaktervolle Weinregion im Osten Frankreichs, die wie wenige andere merkwürdig charaktervolle Weinindividuen hervorbringt.
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Trollinger
Eine merkwürdige Kombinaton, die heute eher unüblich ist. Doch über Jahrzehnte war sie zwischen 1850 und 1960 üblich und begehrt an der Côtes de Blaye in Bordeaux, auf der rechten, der "falschen" Seite der Gironde. Heute gilt Malbec von offizieller Seite in Bordeaux aus als schwer zu pflegender Massenträger, was absoluter Blödsinn ist. Malbec ist eine der kommenden Rebsorten der Zukunft, vor allem aus Argentinien kommen zunehmend spannende und hochinteressante Malbecs. Einmal mehr wird Bordeaux dann wieder zurückrudern, wie derzeit im Fall des bis vor kurzem noch verpöhnten Petit Verdot, der plötzlich wieder Gnade findet im Bordelais - signifikantes Beispiel Bordelaiser Ignoranz, Unwissenheit und Arroganz. Es ist abzusehen, daß Malbec als kühler, raffinierter Bestandteil in den vielen viel zu warmen, ja oft heißen Merlots von Bordeaux schon bald wieder eine wichtige Rolle spielen wird. ? ?
Dornfelder
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In dieser einzigen Cuvée aus dieser Rebsorte im gesamten Programm dominiert Coda di Volpe, über die leider nicht viel bekannt ist. Es ist eine typisch sizilianische autochthone Rebsorte, die vermutlich von den Griechen auf die Insel gebracht wurde. Mehr weiß man nicht. Hier wird sie mit den ebenso alten und nicht minder "vergessenen" Carricante und Grecanico Dorato gemeinsam verarbeitet und vinifiziert. Von diesen Rebsorten ist kaum etwas bekannt. Es sind rein lokale Rebsorten, die selbst renommierten Ampelographen ein Mysterium sind.